-0°

Donnerstag, 13.12.2018

|

Treuchtlinger VdK: 70 Jahre Menschlichkeit

Sozialverband half nach dem Krieg beim Wohnungsbau und unterstützt bis heute Hilfsbedürftige - 06.12.2018 06:14 Uhr

Hans Lichei blickte zum Jubiläum zurück auf sieben Jahrzehnte im VdK-Ortsverband Treuchtlingen. © Patrick Shaw


„Wenn es den VdK nicht gäbe, müss­te man ihn erfinden“, fasste Treuchtlingens zweiter Bürgermeis­ter Richard Zäh in seinem Grußwort zusammen. Denn „Zukunft braucht Menschlichkeit“, so der Slogan des Sozialverbands, der mit seinen bundesweit fast zwei Millionen Mitgliedern „eine starke Lobby für Rentner, Behinderte, Arme, Kranke, Pflegebedürftige und deren Angehörige ist“.

„Erfunden“ haben den Treuchtlinger VdK-Ortsverband 18 Bürger, und zwar am 24. November 1948. Den Landesverband gab es da schon seit einem Jahr, denn so kurz nach dem Zweiten Weltkrieg gab es viel Not und Leid zu lindern. Davon berichtete Hans Lichei bei der Weihnachts- und Jubiläumsfeier in seiner Kurzchronik. So habe der frisch ins Leben gerufene VdK auch in der Altmühlstadt dabei geholfen, Kriegsschäden zu beseitigen sowie Flüchtlinge, Heimatlose, Kriegsversehrte, Rückkehrer aus der Gefangenschaft, Witwen und Waisen zu unterstützen.

Seit 15 Jahren sind Manfred Fitzthum und Harlinde Vorbrugg (mit Urkunden) im Treuchtlinger VdK-Vorstand aktiv, wofür Ortsvorsitzende Brigitte Neumeier und Stellvertreter Gerhard Neupert sie auszeichneten. © Patrick Shaw


Insbesondere die akute Wohnungsnot sei für den VdK in den ersten Jahren ein großes Thema gewesen, erklärte Lichei. Mit der Hilfe des Sozialverbands seien in kurzer Zeit 87 neue Wohneinheiten am Brühl, am Galgenbuck und am Patrich entstanden – die sogenannten VdK-Siedlungen. Mit dem beginnenden „Wirtschaftswunder“ habe sich der Fokus dann in den 1950er Jahren stärker auf die soziale Betreuung der Mitglieder verlagert. Seine Bekanntheit steigerte der Treuchtlinger VdK damals auch durch die Beteiligung an etlichen Volksfestzügen samt eigener Festwagen. Dazu kamen Ausflüge, Feste und andere gesellige Veranstaltungen.

An der Spitze des Orts- und auch des Kreisverbands stand von 1948 bis 1956 Karl Mack. Ihm folgten Ludwig Schuster (1956/57) und Erich Glaab (1957/58) sowie als mit Abstand langjährigs­ter Ortsvorsitzender von 1958 bis 1994 der damalige dritte Bürgermeister und FDP-Stadtrat Hans Jäger. Danach hatte bis 2003 Rudolf Auernhammer den Vorsitz inne, bevor bis zum vergangenen Jahr Manfred Fitzthum die Leitung übernahm und laut Lichei „für geordnete Verhältnisse sorgte“. Ihn und Harlinde Vorbrugg ehrte die aktuelle Verbands­chefin Brigitte Neumeier für jeweils 15 Jahre Engagement im Vorstand.

Mit Neumeier sei nun „auf allen Ebenen viel Frauenpower in den VdK eingezogen“, lobte Lichei. Heute sei der Treuchtlinger Ortsverband mehr als 500 Mitglieder stark und habe in der Stadt und den Ortsteilen „viel bewegt und geholfen“. Die Zusammenarbeit mit der Kreisgeschäftsstelle in Weißenburg sei ebenfalls sehr gut – „und das soll auch so weitergehen“, so der Chronist.

Vorweihnachtliche Gedanken und eine besinnliche Geschichte brachte Pfarrer Matthias Fischer stellvertretend für beide Treuchtlinger Kirchengemeinden in die Feier ein. Mit dabei hatte er das ökumenische Adventslicht. Der Solnhofener Zitherclub begleitete die Versammlung mit weihnachtlichen Weisen.

Gegen Abend stattete dann der Nikolaus den knapp 100 Besuchern einen Besuch ab. Mit Geschenken bedankte er sich nicht zuletzt bei den fleißigen Spendensammlern F. Dollinger, Gerhard Dollinger, Manuela Dorack, Hans Lichei, Brigitte Neumeier, Gerhard Neupert, Brigitte Philipp und Harlinde Vorbrugg, 

Patrick Shaw Redaktion Treuchtlinger Kurier E-Mail

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Treuchtlingen