Samstag, 17.11.2018

|

zum Thema

Umleitung über Möhren: Alles halb so schlimm?

In Möhren sind wegen der B 2-Sperre mehr Autos unterwegs – Nicht so viel wie befürchtet - 31.08.2018 06:05 Uhr

Da die Bundesstraße 2 wegen Bauarbeiten teilweise gesperrt ist, weichen einige Auto- und Lastwagenfahrer über Rehlingen und Möhren aus, dessen Dorfmitte zur Engstelle wird. Die schlimmsten Befürchtungen sind aber wohl nicht eingetroffen. © Benjamin Huck


Donnerstagmorgen um halb neun in Möhren: Leichter Regen setzt über dem Dorfplatz ein, nur ab und zu fährt ein Auto durch den Ort. An der Engstelle unterhalb des ehemaligen Waisenhauses bremsen die Wagen ab, um an der Kurve vorbeizukommen. Unter die wenigen Autos mischen sich auch vereinzelt Lastwagen, die meisten Fahrzeuge kommen aus dem Landkreis oder dem Donau-Ries. Nur einmal in einer halben Stunde treffen zwei Brummis aufeinander, was jedoch durch geschicktes Ausweichen kein Problem darstellt.

Sicher ist so eine kurze Stichprobe nicht repräsentativ, doch die Verkehrsbelastung hat sehr wahrscheinlich zugenommen. Ein Anwohner hatte neulich von 12 bis 13 Uhr 139 Autos und 27 Lastwagen gezählt. Diese Zahlen einzuordnen ist schwierig, denn offizielle Vergleichszahlen zum normalen Verkehrsaufkommen in Möhren fehlen.

Zwar geht die ausgeschilderte Umleitung für die gesperrte B 2 im weiten Bogen um das Möhrenbachtal. Doch die Sorgen in Möhren und Rehlingen waren zunächst groß, Anwohner befürchteten, dass viele die Staatsstraße durch die beiden Orte nutzen, auch, weil sie die Navigationsgeräte dort durchlotsen. Einige Möhrener haben sich an die Polizei gewandt, weil sie den Eindruck hatten, dass der Verkehr unverhältnismäßig zugenommen hat.

Daraufhin hat die Polizei sich in Möhren umgesehen und auch eine Geschwindigkeitskontrolle durchgeführt, so Inspektionsleiter Dieter Meyer: „Zu schnell war niemand unterwegs, aber an der Engstelle in der Dorfmitte kommt es manchmal schon zu brenzligen Situationen.“ Wenn sich zwei Laster dort entgegenkommen, müssten sie eben rangieren, bis einer vorbeikommt.

Auf der Strecke seien schon mehr Lastwagen unterwegs als sonst, so Meyer. In den vergangenen Tagen hatte es wahrscheinlich deshalb auch an der Bahnunterführung bei der Dickmühle zweimal gekracht. „Die Ferienzeit kommt uns aber zu Gute, da ist einfach weniger los.“ Zudem hätten sich in den Wochen seit Mitte August keine Bürger mehr deshalb an die Polizei gewandt.

Auch in Rehlingen gab es in den ersten beiden Wochen der Sperrung einige Rückmeldungen aus der Bevölkerung darüber, dass der Verkehr zugenommen habe, berichtet Danie­la Erdinger, die Geschäftsleitung des Langenaltheimer Rathauses. In der Zwischenzeit habe sich der Verkehr jedoch eingependelt. Auf der Staatsstraße durch Rehlingen selbst gibt es zwar keine Engstellen. Manche Autofahrer hätten allerdings über Neufang und Haag sowie über Feldwege abgekürzt und mussten sich so durch die enge Steingasse in Rehlingen zwängen. Doch auch hier habe sich die Situation beruhigt.

Jeder findet eine andere Umleitung

Für den überregionalen Verkehr in Richtung Augsburg – nach Norden war die B 2 jederzeit befahrbar – wurde eine Umleitung ab Ellingen über die B 13 bis Gunzenhausen und dann auf der B 466 über Oettingen und Nördlingen nach Donauwörth eingerichtet. Dass auf der Strecke mehr los ist, kann Theilen­hofens Bürgermeister Helmut König jeden Morgen spüren: „Die B 13 ist nur drei Meter von meinem Bett entfernt.“

Es sei auf der Ortsdurchgangsstraße deutlich mehr los als sonst, so das Gemeindeoberhaupt, allerdings sei es doch nicht so schlimm gekommen wie befürchtet. Königs Vermutung: Viele Ortskundige würden statt der bergigen B 13 lieber die flachere Staatsstraße 2222 nach Gunzenhausen benutzen, die parallel zur Bundesstraße verläuft. Doch auch König ist froh, wenn die Baustelle vorbei ist und wieder mehr Ruhe im Ort einkehrt.

„Am 17. September (ein Montag, die Red.) soll der Verkehr auf der B 2 wieder laufen, dann ist die Baustelle beendet“, sagt Andreas Fechner vom Staatlichen Bauamt in Ansbach. Er ist mit dem Verlauf der Bauarbeiten zufrieden, auch weil die Witterung mitgespielt hat.

Die Straßendecke auf dem 5,5 Kilometer langen Abschnitt zwischen Langenaltheim und Dietfurt war 17 Jahre alt und musste deshalb erneuert werden – auch weil die Verkehrsbelas­tung auf der B 2 ziemlich hoch ist. Die neue Decke ist für mindestens zwölf Jahre Haltbarkeit ausgelegt, wobei sie auch deutlich länger halten könnte, je nachdem, wie der Verkehr sich in den kommenden Jahren entwickelt. Die Maßnahme hat etwa 2,2 Millionen Euro gekostet.

Gleich im Anschluss daran kommt auf die Autofahrer eine weitere Baustelle zu: Bis November wird dann die Fahrbahn der Staatsstraße 2217 an der Heusteige in Richtung Treuchtlingen saniert und deshalb halbseitig gesperrt. 

Benjamin Huck Treuchtlinger Kurier E-Mail

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Theilenhofen, Möhren, Rehlingen