Montag, 17.12.2018

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Unglück in Wettelsheim: Maibaum erschlägt junge Frau

Baumspitze knickte ab und traf eine 29-Jährige und einen dreijährigen Jungen - 01.05.2018 17:32 Uhr

Ein rund fünf Meter langes Stück des Maibaums (links) traf die junge Frau am Kopf. Für die 29-Jährige kam jede Hilfe zu spät. © Patrick Shaw


Am späten Montagnachmittag (30. April) wurde in der Wettelsheimer Marktstraße mit Hilfe eines Krans der örtliche Maibaum aufgestellt. Anders als zunächst von der Polizei berichtet, stand der Baum schon rund eine Dreiviertelstunde lang und die Feier darunter war in vollem Gange, als plötzlich ein großer Teil der Spitze abbrach - nach ersten Angaben der Polizei vor Ort vermutlich durch eine Windböe. Möglicherweise, so ein Sprecher, könnte der etwa 20 bis 25 Meter hohe Baum zuvor beim Aufstellen zu stark gebogen worden sein, sodass der Stamm angeknackst war.

Das herabfallende, etwa acht Meter lange Baumstück traf eine 29-jährige Treuchtlingerin am Kopf. Einen dreijährigen Jungen streiften die Äste im Brustbereich. Die junge Frau und Mutter dreier Kinder wurde so schwer verletzt, dass sie trotz Reanimation durch den Notarzt noch an der Unfallstelle starb.

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Tödliches Unglück in Wettelsheim: Maibaum erschlägt junge Frau

Bei der Maibaum-Feier in Wettelsheim wurde am Montag eine junge Frau von der herabfallenden Baumspitze erschlagen. Für sie kam jede Hilfe zu spät - sie starb noch an der Unglücksstelle. Ein dreijähriger Junge wurde von dem herabfallenden Stamm an der Brust verletzt.


Der Junge wurde vom Rettungsdienst mit leichten bis mittelschweren Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht. Über seinen Zustand gibt es noch keine genaueren Angaben. Laut Polizei hätte er allerdings auch nicht überlebt, wenn das Baumstück auch nur einen Zentimeter weiter in seine Richtung gefallen wäre.

Rund 25 Dorfbewohner und Besucher, darunter viele Kinder, waren vor Ort und mussten das Unglück mit ansehen. Sie wurden von Notfallseelsorgern betreut. Zur Unfallursache hat die Polizei bislang keine Einzelheiten bekanntgegeben. Der Maibaum wurde für die Ermittlungen sichergestellt, noch am Nachmittag nahm der Kriminaldauerdienst die Arbeit auf.

Nicht das erste Maibaum-Unglück

Es ist nicht der erste Zwischenfall in Franken, bei dem ein Mensch von einem herabfallenden Maibaumstück erschlagen wird. Vor gut drei Jahren krachte im Feuchter Ortsteil Moosbach eine Fichte auf ein Bierzelt, eine Frau starb. Immer wieder kommt es zu ähnlichen Unfällen mit den oft tonnenschweren Bäumen, immer wieder verletzen sich Menschen schwer. Auch deshalb setzen mittlerweile einige Gemeinden auf wesentlich leichtere Plastik-Fichten.

Der Maibaum-Brauch ist besonders in Süddeutschland beliebt, und das seit Jahrhunderten. Die geschmückten Fichten werden oft noch mit purer Muskelkraft auf gekreuzten Stangen in die Vertikale gebracht - häufig unter Mithilfe der örtlichen Feuerwehr.

[Artikel mehrfach aktualisiert, zuletzt am 01.05.2018, 17.15 Uhr]


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