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Unverzichtbarer Dienst am Nächsten

Die Stadt Treuchtlingen und der Treuchtlinger Kurier ehrten verdiente Bürger für ihren selbstlosen Einsatz - 14.12.2011 07:44 Uhr

Die zehn „Auserwählten“ des Jahres 2011, die sich durch ihr ehrenamtliches Tun um die Gemeinschaft verdient gemacht haben (hier mit Stadtoberhaupt Werner Baum in ihrer Mitte). © Sieghard Hedwig


Bürgermeister Werner Baum stellte seiner Begrüßung im Beisein mehrerer Stadträte den Ausspruch „Wenn du Sonnenschein in das Leben anderer bringst, werden seine Strahlen auch dich treffen!“ des englischen Schriftstellers James Matthew Barrie vornan. Die zehn diesmal zu Ehrenden hätten ebenfalls Sonnenschein in das Leben anderer Menschen gebracht. Dies gelte es entsprechend zu würdigen, selbst wenn die Ehrung nur ein Zeichen und eine Geste sein und das Geleistete nicht wirklich aufwiegen könne, sagte der Rathaus-Chef sinngemäß.

Da das Ehrenamt zumeist unspektakulär und im Stillen stattfinde, müsse es wenigstens einmal im Rampenlicht stehen. Ohne das Ehrenamt als wertvolle Ressource wäre die Gemeinschaft um einiges ärmer. Durch die Würdigung solle das Ehrenamt in den Mittelpunkt der Öffentlichkeit gerückt werden und zur Nachahmung anregen, so Baum. Dass es heuer zehn statt zwölf zu Ehrende waren, begründete das Stadtoberhaupt damit, dass man die Wertigkeit der Würdigung nicht herabsetzen wolle, nur um am Ende eine Quote zu erfüllen.

Der erste im Reigen der zu Ehrenden war Gerhard Aust, der seit 1965 als aktives Mitglied dem Posaunenchor Auernheim angehört. Seit 1994 leitet er den Posaunenchor und steckt viel Herzblut in die Ausbildung seiner Chormitglieder. Neben der Kirchenmusik brachte er dabei mit Walzer, Polka und Marsch auch Elemente der Unterhaltungsmusik mit ein. Bei zahllosen Anlässen stellen die Musiker immer wieder ihr Können unter Beweis – vom Auftritt beim Weihnachtsmarkt über Vereinsfeste und Hochzeiten bis hin zu den Kurparkkonzerten. Allerdings treibt den Chorleiter die Sorge um den mangelnden Nachwuchs um. Ohne sein Tun würde es den Chor womöglich gar nicht mehr geben.

Dieter Dürnberger ist seit 1975 für die Schützengesellschaft Germania Wettelsheim in den verschiedensten Bereichen im Schieß- und Arbeitseinsatz ehrenamtlich aktiv. Bis heute ist er aktiver Schütze bei Rundenwettkämpfen und wurde 2002 zum Schützenkönig proklamiert. Von 1985 bis 1990 fungierte er als Fahnenträger, seit 1990 ist er Ausschussmitglied. Dürnberger bekleidet seit 1985 zudem die Funktion des Vereinswirtes im Schützenhaus der Germania. Ob der vielfältigen ehrenamtlichen Tätigkeiten für die Schützen sowie den Schützenbund im Allgemeinen erhielt Dürnberger 1984 die Verdienstnadel des Vereins. Es folgten die Verdienstnadel des Bayerischen Sportschützenbundes in Gold, das Verdienstkreuz der Germania Wettelsheim, das Protektorabzeichen sowie die Verdienstnadel des Mittelfränkischen Schützenbundes in Gold.

Eine „Doppelehrung“ wurde Imelda Hackenberg und Helga Kapa zuteil. Die beiden Damen des katholischen Besuchsdienstes betreuen seit über 25 Jahren einmal monatlich ehrenamtlich die Bewohner der Pflegestation des Awo-Hauses in Auernheim, so zum Beispiel in Gesprächen, bei Spielen und Spaziergängen. Durch ihre geduldige und menschliche Art sind sie für die psychisch Erkrankten im Heim eine große Bereicherung. Die beiden Frauen begleiten die Bewohner selbst auf ihrem letzten Weg, wofür auch das Awo-Team sehr dankbar ist. Denn zumeist gibt es keine Angehörigen mehr, die an den Trauerfeierlichkeiten teilnehmen. Mit Pfarrer Matthias Fischer gestalten die beiden regelmäßig die Gottesdienste im Awo-Haus. Früher war Hackenberg sehr engagiert in der Pfadfinderarbeit. Gern trägt sie auch Caritas-Sammelbriefe, Wahlinformationen zur Pfarrgemeinderatswahl oder Kirchgeldbriefe aus. Hier und da übernimmt sie zudem Geburtstagsgratulationen. Kapa versieht seit vielen Jahren den Lektoren- und Kommunionhelferdienst in der Pfarrei Treuchtlingen. Auch sie steht für Austrägerdienste zur Verfügung.

Der leidenschaftliche Funkamateur Gerhard Hornung ist in verschiedenen Ehrenämtern tätig und daher ein wichtiges Bindeglied. Er ist seit 1966 Mitglied der ESV-Turnergruppe und erkämpfte sich 25 Mal das Bayerische und 20 Mal das Deutsche Sportabzeichen in Gold. 1976 trat er der DAV-Sektion Treuchtlingen bei, wirkte bei der Gestaltung der Bergsteigerhefte mit und war aktives Mitglied im Skiclub. Auch den Liftbetrieb im Heumöderntal hat er immer wieder übernommen. Seine Freude am Gesang führte ihn zum Bergsteigerchor. Seither ist er vielseitiger Organisator des Chores. Hornung bekleidete von 1997 bis 2002 zudem das Amt des Vorsitzenden der DAV-Sektion, half – zeitlich differenziert – danach beim Festwagenbau und fungierte als Beirat des Chores und als Ehrenrat der Sektion. Seit 1999 ist er außerdem Mitglied im Burgverein und macht sich bei den historischen Burgfesten nützlich. Als Spartenleiter der Gymnastikgruppe „Alte Herren“ des ESV Treuchtlingen fungiert Hornung seit 2003 und leitet auch die wöchentlichen Gymnastikstunden. Der Stadt selbst dient Hornung seit 2009 als Schriftführer im Seniorenbeirat. Und: Er übernahm eine ehrenamtliche Patenschaft für den Burgstall.

Herta Hornung steht ihrem Mann Gerhard im ehrenamtlichen Engagement in nichts nach. Seit 1996 ist sie Abteilungsleiterin der VfL-Herzsportgruppe, zeichnet verantwortlich für die Organisation und die Abrechnung der wöchentlichen Sportstunden mit ärztlicher Betreuung. Im VfL-Vorstand sitzt sie als Beirat und ist zudem seit 47 Jahren ehrenamtlich für das BRK tätig. 1999 gründete sie die Selbsthilfegruppe „Pflegende Angehörige“, deren monatliche Treffen sie leitet. Ferner fungiert sie als Kurslehrerin für „Pflege von Mutter und Kind“. Über viele Jahre hinweg leitete sie die Frauenbereitschaft Treuchtlingen, war stellvertretende Kreisbereitschaftsleiterin und nicht zuletzt Leiterin für den Bereich „soziale Aufgaben“. Bei den jährlichen Gesundheitsmärkten hilft sie tatkräftig mit. Herta Hornung hat sich ebenfalls dem Sport verschrieben und ist seit 2006 Abteilungsleiterin des DAV-Seniorensports. Wie ihr Ehemann, ist sie bei den historischen Burgfesten involviert.

Erika Pfeiffer gestaltet seit Bestehen der Geriatrie (2006) jeden Montagnachmittag in der geriatrischen Rehabilitationsstation ehrenamtlich sowie mit viel Einfühlungsvermögen und Fingerspitzengefühl mit den Patienten den sogenannten „Patientennachmittag“, zum Beispiel durch Spielen, Basteln und gemeinsames Singen. Das Angebot ist sehr beliebt bei den Patienten und zur Ergänzung der therapeutischen Maßnahmen nicht mehr aus dem Stationsalltag wegzudenken. Pfeiffer musste sich Mitte dieses Jahres aus privaten Gründen aus diesem Amt zurückziehen, der Patientennachmittag läuft jedoch mit neuer Besetzung weiter. Pfeiffer hat sich trotz allem dazu bereiterklärt, auch weiterhin in anderer Form ehrenamtlich mitzuarbeiten, so zum Beispiel durch sporadische Mitgestaltung des Patientennachmittages, Besuchsdienste, Besorgungen für alleinstehende und auswärtige Patienten oder durch Einzelarbeit mit dementen Personen.

Die ehrenamtlichen Leistungen von Walter Ritter sind für alle Gundelsheimer sichtbar. Er ist seit seiner Jugend Mitglied im TSV Gundelsheim. Neben dem Fußballspiel war und ist er auch im Vereinsleben aktiv, war viele Jahre im Ausschuss tätig und konnte seine handwerklichen Fähigkeiten einsetzen. Sein „Meisterstück“ ist der Sportheimstadel, den er in vielen Einsatzstunden aufbaute. Seit vielen Jahren wirkt er zudem ehrenamtlich in der katholischen Kirchengemeinde St. Ulrich, ist seit 1990 Mitglied und seit 1994 Vorsitzender der Kirchenverwaltung, Kirchenpfleger und Friedhofsverwalter. Federführend brachte er sich bei der Restaurierung des Stenzenberger Anwesens zum heute schmucken Pfarrheim mit ein. Unter seiner Regie wurden der Glockenturm und das Kirchendach saniert, ebenso ein neuer Platz für das Kriegerdenkmal geschaffen, die Kirche von außen beleuchtet und die Friedhofsmauer instandgesetzt. Walter Ritter gilt nicht nur als Triebfeder der vorgenannten Maßnahmen, sondern zumeist auch als der fleißigste Arbeiter.

„Willi“ Wilhelm Steingärtner ist Gründungsmitglied der 1973 aus der Taufe gehobenen „Jäger und Wurftaubenschützen Treuchtlingen“. Seit 1974 und bis heute wacht er über die Finanzen des Vereines. Dies war sicher nicht immer leicht, da in dieser Zeit weit über 300.000 Euro umgesetzt wurden. Beim Bau und Umbau des Schießstandes hat er unzählige freiwillige Arbeitsstunden geleistet. Auch die Förderung der Jugendarbeit im Verein war ihm wichtig. So beteiligte er sich an der Ausbildung der Jungschützen. Als Jagdhornbläser wirkte er über 30 Jahre lang aktiv in der Vereinsgruppe und später bei den Jagdhornbläsern Treuchtlingen-Pappenheim mit. Willi Steingärtner war zudem aktiver Jäger und als solcher lange Jahre Jagdpächter der Gemeinschaftsjagd Graben. In dieser Zeit unterstützte er die Jagdgenossenschaft Graben, so zum Beispiel durch die Erstellung und Pflege des Jagdkatasters.

Erwin Wenninger ist seit knapp 50 Jahren Mitglied im Schützenverein St. Sebastian Gundelsheim. Kurz nach seinem Beitritt übernahm er Verantwortung und gestaltet im Vereinsausschuss bis heute die Geschicke der Schützen mit. Über zwei längere „Amtsperioden“ hinweg fungierte er außerdem als Sportwart. Große Bekanntheit erlangte er durch das Projekt „Dorfplatz Gundelsheim“. Bis zur Fertigstellung war es jedoch ein langer Weg. Im Februar 2004 fanden sich die Ortsvereine auf Initiative von Wenninger zu einer ersten Sitzung zusammen und beschlossen, das landwirtschaftliche Anwesen des verstorbenen Johann Frank in der Dorfmitte zu erwerben und den alten Hof abzureißen. Wenig später wurde der „Bürger- und Heimatverein Gundelsheim“ gegründet. Wenninger ist bis heute dessen Vorsitzender. In über vier Jahren wurde der Dorfplatz in Eigenregie des Vereins und in unzähligen Arbeitsstunden erbaut und gestaltet. Es ist mit das Verdienst Wenningers, dass der Ort heute einen präsentablen Dorfplatz vorweisen kann, der für verschiedenste Anlässe und Vereinsaktivitäten genutzt wird und so dem Zusammenhalt dient. Seit seiner Jugend ist Wenninger auch in der Freiwilligen Feuerwehr aktiv und singt zudem seit Jahrzehnten im Kirchenchor.

Im Anschluss an die Ehrungen gab es an einem kleinen Büfett noch Gelegenheit für persönliche Gespräche.

  

Sieghard Hedwig

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