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Dienstag, 19.03.2019

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Verein möchte Bewusstsein für die Natur schaffen

Treuchtlinger haben neue Organisation für Umwelt-, Natur- und Tierschutz gegründet - 31.01.2018 06:05 Uhr

„Rinne nicht beschädigen“ – dieser Appell hat einen Unbekannten nicht daran gehindert, die Jahrtausende alte Steinerne Rinne bei Kurzenaltheim zu zerstören. Ein neuer Treuchtlinger Verein möchte mehr Bewusstsein für die Natur schaffen. © Ralph Goppelt


Ihr Verein trägt den Namen „Natur-Bewusst-Sein“ – fehlt den Menschen heutzutage das Bewusstsein für ihre Umgebung?

Florian Wimmer: Ich habe das Gefühl, dass viele Menschen eher darauf achten, was in der großen weiten Welt passiert und dabei die Natur vor Ort vergessen. Dabei gibt es auch hier zahlreiche Frevel, etwa die Zerstörung der Steinernen Rinne bei Kurzenaltheim. Außerdem ist das Leben mitunter viel zu hektisch, die Menschen sollten in die Natur gehen, um zu entschleunigen.

Oft wird die zu starke Nutzung der Natur aber auch beklagt, so stören sich manche Waldbesitzer beispielsweise an Mountainbike-Fahrern.

Wimmer: Diese Freizeitbetätigung oder gar große Sportveranstaltungen haben ihre Daseinsberechtigung, wenn sie sich im vorgesehenen Rahmen bewegen, da muss man beides in Einklang bringen. Die Eingriffe in die Natur sollen gering bleiben. Doch ich kann mir vorstellen, dass es gerade unter den Radfahren viele Naturschützer gibt.

Florian Wimmer. © Benjamin Huck


Was war der Anlass für die Vereinsgründung?

Wimmer: Andere Naturschutzvereine sind meistens nur auf ein Thema spezialisiert, etwa Vögel oder Tiere. Wir wollen für die Natur als Ganzes da sein und Umwelt-, Natur- und Tierschutz unter einem Dach vereinen. Ich selbst bin Rentner, meine Frau arbeitet nur noch Teilzeit, da haben wir uns ein gemeinsames Projekt für die Freizeit gesucht.

Sie waren dann auch vorher schon naturinteressiert?

Wimmer: Ja, wir haben ein Gartengrundstück in Suffersheim, das am Schambach liegt. Dort gibt es eine Quelle, die aus dem Mühlberg kommt, die haben wir freigelegt. Ein Anwohner hat sie dann wieder zugeschüttet, warum, wissen wir nicht. Wir haben uns dann mit der Stadt Weißenburg in Verbindung gesetzt, die hat die Quelle neu eingefasst und mit einem Gitter geschützt, das ist wunderbar gelaufen. Wir sollten uns nicht nur immer über Sachen ärgern, sondern selbst aktiv werden.

Welche Ziele verfolgt der Verein?

Wimmer: Wir wollen die Natur schützen und auch den Menschen zeigen, warum das wichtig ist. Aus dem Schambach ziehen wir immer wieder Müll aus den vergangenen Jahrzehnten, alte Bierflaschen, Gummistiefel oder sogar verrostete Stacheldrahtteile. Wenn man den Unrat nicht beseitigt, wird es immer schlimmer. Außerdem wollen wir den Menschen die Artenvielfalt näher bringen und ihnen erklären, für was Pflanzen oder Tiere gut sind und warum man nicht unüberlegt ihren Lebensraum zerstören sollte. Wir wollen nicht, dass es hier zu Zuständen wie in den USA kommt, wo Bienen kilometerweit übers Land gefahren werden müssen, um Pflanzen zu bestäuben, weil sie an diesen Orten bereits gestorben sind.

Mit welchen Aktionen wollen Sie die Menschen erreichen?

Wimmer: Mit einer regelmäßigen Veranstaltungsreihe wollen wir die Menschen über ein Thema informieren, etwa am Samstag über den Schutz des Wassers (wir berichteten). Zu den Abenden laden wir Fachreferenten mit wissenschaftlichem Hintergrund ein, demnächst zu den Themen Luft, Boden und Pflanzenvielfalt. Außerdem können wir uns gemeinsame Ausflüge in die Natur vorstellen, bei denen heimische Kräuter und ihre Wirkung oder dann im Herbst Pilze gezeigt werden. Zusammen mit anderen Vereinen möchten wir uns an Müllsammelaktionen beteiligen. Und für den Wochenmarkt schwebt uns eine Pflanzentauschbörse vor, bei der die Menschen Pflanzen und das Wissen darüber tauschen können. Vielleicht bekommen wir so wieder mehr heimische Arten in unsere Gärten.

Wie viele Mitglieder haben Sie derzeit und wer kann alles mitmachen?

Wimmer: Wir haben uns ja erst vor ein paar Wochen gegründet, zurzeit haben wir 25 Mitglieder, der Jahresbeitrag beträgt moderate zwölf Euro. Unser Kerngebiet ist der Landkreis, doch wir haben auch schon Mitstreiter aus Eichstätt. Wer sich für die Natur interessiert, ist gerne willkommen. 

Benjamin Huck Treuchtlinger Kurier E-Mail

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