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Wettelsheimerin nahm den Papst beim Namen

Tierschutz-Aktivistin Barbara Engelhardt sprach mit Franziskus - 11.12.2016 06:24 Uhr

Begegnung der besonderen Art: In der georgischen Hauptstadt Tiflis schüttelte Barbara Engelhardt (im Bild ist nur ihr Hinterkopf zu sehen) dem Papst die Hand und trug Franziskus ihr Anliegen vor. © privat


„Ich wollte den Papst schon immer kennenlernen, weil doch Franziskus der Patron der Tiere ist“, erklärt Engelhardt. Auf ihrer jüngsten Asienreise durch Kasachstan, Tadschikistan, Aserbaidschan und Georgien hatte sie Anfang Oktober auch in Tiflis Station gemacht. „Dort war ich 2012 schon einmal und habe mich im Tierheim um die Unterbringung der Hunde und Katzen gekümmert“, erzählt sie. Die Tiere seien damals auf bloßem Beton gelegen und hätten kaum Zuwendung erhalten. „Das war eine Atmosphäre wie in einer Todeszelle. Ich war total platt, dass die Leute inzwischen genau das umgesetzt haben, was ich ihnen damals gesagt habe“.

Bis zu ihrem Weiterflug hatte die Wettelsheimerin vier Tage Zeit in Tiflis. Als sie zufällig an einer katholischen Kirche vorbeikam, bemerkte sie die emsigen Vorbereitungen für den Papstbesuch. Spontan bot sie ihre Unterstützung an.

Im Tierheim in Tiflis setzt sich die Wettelsheimerin Barbara Engelhardt für eine bessere Unterbringung der Hunde und Katzen ein. © privat


Als Franziskus dann eintraf, stand sie zusammen mit den anderen Helfern trotz der enormen Sicherheitsvorkehrungen direkt vor der Kirche – und es gelang ihr, die Aufmerksamkeit des Papstes zu gewinnen und ihm die Hand zu schütteln. „Da dachte ich mir, der soll mal was für die Tiere tun“, erinnert sich Engelhardt. Also sprach sie das Kirchenoberhaupt auf die Grausamkeit des Stierkampfes an. „Und wissen sie, was er gesagt hat? ,Ich bin absolut d’accord mit Ihnen.’ Da habe ich mich so gefreut!“

Die Wettelsheimerin konnte sogar ein kurzes Zwiegespräch mit Franziskus führen. Die Einstellung des Menschen gegenüber Tieren sei „im Großen und Ganzen von jeher ein globales Fehlverhalten“, habe dieser sie in ihrem Engagement bestätigt. Schließlich sei auch Jesus Christus in einem Viehstall geboren, was „eine Auszeichnung für alle Tiere“ sei. Es gelte, „den Geist des Heiligen Franziskus von Assisi zu vermehren, um die Unfähigkeit der Menschen zu Mitgefühl zu heilen“.

Besonders gefiel der Mittelfränkin, dass der Papst „ganz bescheiden in einem kleinen Kia ankam und gleich auf die Leute zugegangen ist“. Franziskus sei „flexibel und gerade heraus – ein Mann, der aus dem Herzen spricht und den man einfach mögen muss“.

Die Religion hat die Wettelsheimer Aktivistin schon früher als Katalysator für den Tierschutz genutzt. Erst vor drei Jahren versuchte sie zum Beispiel im Iran, muslimische Geistliche davon zu überzeugen, dass der Tierschutz auch im Islam einen hohen Stellenwert habe.

 

Patrick Shaw Treuchtlinger Kurier

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