17°

Samstag, 22.09.2018

|

zum Thema

Wohin kommt die Dietfurter Ortsumgehung?

Fünf Varianten sollen beim Bürgerdialog diskutiert werden - 07.02.2018 06:05 Uhr

An die 14.000 Autos und Lastwagen fahren jeden Tag auf der Bundesstraße 2 durch Dietfurt. Eine Ortsumgehung soll das Dorf entlasten, nun geht es an die Trassenfindung. © Archivfoto: Hubert Stanka


Ende 2016 kam die von vielen Dorfbewohnern langersehnte Umgehung von Dietfurt in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans. Nach einer Bestandsanalyse hatten das staatliche Bauamt und die Arbeitsgruppen acht Trassenvarianten ausgearbeitet, von denen nun fünf zur Diskussion stehen.

Wie soll die Umfahrung aussehen?

Formal soll die Ortsumgehung dreistreifig ausgebaut werden, so wie es beispielsweise in Dettenheim der Fall ist. Sollte ein Tunnel gebaut werden, wäre die Straße darin nur zweispurig. „Höhengleiche“ Anschlüsse wie Ampeln oder Kreisverkehre soll es nicht geben, sondern autobahnähnliche Anschlusstellen. Das betrifft vor allem die Heusteigenkreuzung und die Einmündung der Kreisstraße 11. Dietfurt selbst soll über die Ausfahrt Schambach und die alte Trasse der B2 erreichbar sein.

Welche fünf Varianten stehen in der engeren Wahl?

Diese fünf Varianten für die Dietfurter Ortsumgehung stehen zur Diskussion. Die Karte ist in West-Ost-Richtung ausgerichtet, am rechten Bildrand befindet sich der Norden. © Staatliches Bauamt Ansbach


Kleinräumige Westumfahrung (V1): Sie verlässt die bestehende Trasse südlich des Dietfurter Rieds, macht einen etwa drei Kilometer langen Bogen um den Weitstein und fädelt nach der Staatsstraße 2230 wieder auf die B2 ein. Die Trasse ist mindestens 270 Meter vom Oberdorf entfernt, nimmt etwa 11,5 Hektar Fläche in Anspruch und führt auf 500 Metern durchs Ried.

Großräumige Westumfahrung (V2): Sie verlässt die B2 bereits nördlich des Dietfurter Rieds und reicht bis an den Hang des Weinbergs heran. An der Biogas­anlage biegt sie in einer langen Kurve wieder auf die Bestandsstrecke nach der Staatsstraße 2230 ein. Die Variante ist etwa 3,1 Kilometer lang und mindestens 170 Meter von der Bebauung entfernt. Sie nimmt etwa 12,1 Hektar Fläche in Anspruch und führt ebenfalls auf 500 Metern durchs Ried.

Großräumige Ostumfahrung (V4): Sie macht einen 4,7 Kilometer langen Bogen im Osten um Dietfurt und führt etwa 200 Meter östlich am Bergnershof vorbei, passiert die Altmühl und die Staatsstraße nach Pappenheim, um dann wieder auf die B2 einzufädeln. Diese Variante nimmt über 32 Hektar Fläche in Anspruch. Dazu gibt es noch eine Untervariante, die im Süden schon eher wieder auf die bestehende Straße einbiegt. Sie verbraucht zwar nur 23 Hektar Fläche, führt aber bis zu 75 Meter nah ans Oberdorf heran.

Ortstunnel (T5): Diese Trasse verschwindet nach der Einmündung der Schneckenhofener Straße in einem Tunnel und folgt der bisherigen B2, bis sie an der Einmündung der Rosengasse wieder nach oben kommt. Etwa 2,1 Kilometer müssen neu gebaut werden, davon 600 Meter im Tunnel, der in offener Bauweise als Kasten geführt würde. Er unterquert die Altmühl und kommt bis zu 20 Meter ans Oberdorf heran. Eine Herausforderung ist die Lage im Überschwemmungsgebiet.

Ostumfahrung mit Dattelberg-Tunnel (T8): Auf Höhe des Dietfurter Rieds biegt diese 2,6 Kilometer lange Variante nach Osten ab und verläuft zwischen Dietfurt und dem Bergnershof in einem etwa einen Kilometer langen Tunnel durch den Dattelberg. An der Altmühl kämen die Fahrzeuge wieder aus dem Berg, um dann oberirdisch auf die bestehende B2 nördlich der Heusteigenkreuzung einzufädeln, wo etwa 35 Meter Abstand zum Oberdorf bestehen. Der Tunnel muss in bergmännischer Bauweise ausgeführt werden.

Welche Besonderheiten sind bei den Tunnelvarianten zu beachten?

Das Staatliche Bauamt spricht von sehr unterschiedlichen Kosten, die auf jeden Fall hoch sind: Zwischen 40 und 70 Millionen Euro fallen für einen Kilometer Tunnel an. Die Vorteile sind, dass es kaum Eingriffe in die Landschaft oder Flächenverbrauch gibt und dass kein Lärm aus dem Tunnel dringt. Dem entgegen stehe die Gefahr einer Kostenexplosion und zeitlicher Verzögerungen beim Bau sowie die hohen Bau- und Folgekosten. Aufgrund der geologischen Verhältnisse tendiert das Bauamt beim Tunnel für die Variante durch den Dattelberg.

Welche Varianten waren noch im Gespräch, werden aber nicht umgesetzt?

Eine Variante hatte einen Ortstunnel mit Verlegung der Altmühl vorgesehen. Über die bestehende Straße wäre quasi ein begehbarer „Deckel“ gekommen, der den Ort auch optisch getrennt hätte. Nicht nur das war ein Problem, sondern auch eine zu hohe Steigung im Tunnel und Eingriffe ins Dietfurter Ried. Die Maßnahme hätte überdies zu Problemen beim Hochwasserschutz geführt. Ebenfalls durchgefallen sind eine Westumfahrung mit Tunnel unter dem Weitstein und eine Ostumfahrung direkt am Bergnershof vorbei.

Wie geht es weiter?

Die fünf Varianten sollen nach den Eindrücken der Bürgerdialoge bewertet werden. Ende 2018 soll es dann in die Detailplanung gehen, bevor Anfang 2019 die Vorzugsvariante vorgestellt wird, die schließlich gebaut werden soll.

Der Bürgerdialog findet am Mittwoch, 7. Februar, ab 18.30 Uhr im alten Schulhaus in Dietfurt statt. Die genauen Pläne liegen bereits ab 17.30 Uhr zur Ansicht aus und sind online verfügbar unter www.stbaan.bayern.de/strassenbau/projekte/S_B2_OU_Dietfurt.php 

Benjamin Huck Treuchtlinger Kurier E-Mail

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Dietfurt