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120.000 Euro Schätzwert: Fossil aus Solnhofen wird versteigert

Krokodil wird im Internet zum Kauf angeboten - 25.11.2017 16:29 Uhr

Soll unter den Hammer kommen: Ein rund 150 Millionen altes Urzeitkrokodil, das der Internetauktionator „Catawiki“ im Auftrag eines gewerblichen Verkäufers versteigert und das aus Solnhofen stammen soll. © Catawiki


Das stammt angeblich aus Solnhofen und hat laut Experten des Auktionators einen Schätzwert von mindestens 120.000 Euro hat. Das aktuelle Gebot lag am Freitag noch bei rund 31000 Euro. Bis Sonntag können Fossilien-Fans noch ihre Gebote abgeben und mitsteigern. Ebenfalls unter dem Hammer: die versteinerten Überreste einer Libelle, eines Strahlenflossers, eines Pfeilschwanzkrebses und einer See-Schildkröte.

Als Designobjekte werden derartige Millionen Jahre alten Stücke immer beliebter, wissen die Experten von "Catawiki", die den Versteigerungswert des Fossils auf bis zu 150.000 Euro schätzen. Gefunden wurden die Fossilien bei Solnhofen, wird im Internet suggeriert. Eine Behauptung, die Dr. Martin Röper, der Leiter des Bürgermeister-Müller-Museum in Soln­hofen, aber definitiv ausschließt. Der Kurator weiß, dass man das Stück, das zur Versteigerung kommt, genau un­tersuchen müsste, um zu sehen, von welcher Qualität es ist. Aber auch so traut er sich eines zu behaupten: "Das ist definitiv kein Solnhofener Plattenkalk aus unseren Steinbrüchen hier."

Für zahlungskräftige Sammler

Der Begriff werde gerne verwendet, um zahlungskräftige Sammler anzulocken, habe aber meist nichts mit dem Fundort zu tun, sondern werbe lediglich mit dem Namen, den Fossiliensammler auf der ganzen Welt kennen. Selbst der geschätzte Wert von 150.000 Euro kann Röper keine Ehrfurcht abringen: "Wenn das ein wirklich gutes Stück wäre, läge der noch viel höher." Auch die Namen der beiden Experten, die im Internet für die gute Qualität der Fossilien bürgen, hat der Solnhofener Museumsleiter noch nie gehört. Den gewerblichen Verkäufer, der sich gleich von mehreren seiner Fossilien trennen will, kennt er dagegen.

Das 150 Millionen Jahre alte Krokodil-Fossil ist laut Catawiki-Experten eines der speziellsten Fossilien, die jemals in Deutschland gefunden wurden: "Das Besondere an diesem, äußerst gut erhaltenen Exemplar ist sein Alter. Das Krokodil ist so alt, dass es eher an einen Fisch erinnert, und mit seinen paddelförmigen Vorderläufen war das Tier wohl hauptsächlich im Wasser zu Hause", schildert Fossilien-Experte Frederic Diebold.

Röper glaubt dennoch nicht, dass ihm ein hochrangiges Exemplar durch die Lappen geht, wenn er nicht mitsteigert. Denn gut erhaltene und professionell präparierte Fossilienfunde würden normalerweise sofort von den einschlägig bekannten Museen oder von wahren Experten vom Markt geholt. „Für die Wissenschaft ist das Krokodil sicher kein bedeutendes Stück, sondern eher etwas für private Sammler“, glaubt Röper. Und er bekommt indirekt auch Rückendeckung von der Pressemitteilung, die das Auktionshaus selbst anlässlich der Versteigerung herausgegeben hat: "Mittlerweile holen sich nicht mehr nur Fossilien-Fans und Sammler Fossilien in ihr Heim."

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Aus diesem Grund organisiert "Catawiki" seit 2011 wöchentlich Auktionen in 80 verschiedenen Kategorien (Kunst, Oldtimer, Briefmarken, Numismatik, Spielzeuge). Jede Woche werden so über 35.000 Objekte verkauft, darunter das Solnhofener Urkrododil, das laut Verkäufer "in bes­tem Zustand" und auf einer 190 mal 90 Zentimeter großen Platte und 80 Kilo schweren Marmorplatte eingeschlossen ist. 

Solnhofener Kalkstein macht Fossilien außergewöhnlich

Neben den Krokodil-Überresten gehört auch ein komplettes und detailliert erhaltenes Fossil eines Archäop­teryx zu den Funden aus dem mittelfränkischen Solnhofen, heißt es in dem Pressetext. Der außergewöhnlich gute Zustand dieser speziellen Fossilien sei auf den speziellen Solnhofener Kalkstein zurückzuführen, in den sie eingeschlossen sind.

Noch bis zum Sonntag bis gegen 20.30 Uhr haben Fossilien-Fans die Chance, eines von fünf Fossilien zu ergattern. Neben dem Krokodil-Fossil stehen Überreste einer Libelle, eines Strahlenflossers, eines Pfeilschwanzkrebses und einer See-Schildkröte
zur Versteigerung. Röper wird aus eigenem Interesse beobachten, ob und zu welchem Preis das Urzeitkrokodil dann versteigert wird. Er selbst
findet jedenfalls , dass der geschätzte Wert von 150.000 Euro "ganz schön viel Steine für so einen Stein" sind.

Die Auktion finden Sie unter https://auktion.catawiki.de/a/
116001

MARKUS STEINER

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