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Alesheimer Wasser hatte Keime

Bürger mussten das Trinkwasser zwischenzeitlich abkochen - 08.12.2016 15:57 Uhr

In Alesheim nicht zu empfehlen: Das Wasser muss dort im Moment abgekocht werden. © Klaus Ohlenschläger - http://www.blog.ohlenschlaeger.info


Bei einer Routineuntersuchung sind die coliformen Keime (dazu zählen beispielsweise Salmonellen, Klebsiellen oder Enterobakterien) und Escherichia coli entdeckt worden. Gemeinde und Gesundheitsamt wurden umgehend aktiv und gaben am Dienstag eine Abkochanordnung heraus. Seitdem sind die Bürger in Alesheim, Trommetsheim, Störzelbach und Lengenfeld angehalten, ihr Wasser abzukochen, um etwaige Krankheitser­reger abzutöten. Ausdrücklich weist die Gemeinde in der Bekanntmachung darauf hin, dass dies auch für das Wasser gilt, das zur Reinigung von Melkgeschirr genutzt wird.

Wer das Abkochen unterlässt, läuft Gefahr, sich eine ausgewachsene Durchfallerkrankung einzufangen, erläuterte Dr. Carl-Heinrich Hinterleitner, der Leiter des Gesundheitsamtes im Landkreis, auf Anfrage unserer Zeitung. Die Keime siedeln sich bei Menschen und Tieren im Darm an. Wie so oft sind Kleinkinder sowie alte und kranke Menschen anfälliger für eine derartige Erkrankung.

Die Gemeinde zog die Fachleute der N-Ergie hinzu, die kümmerten sich seit Mittwoch um den Zusatz von Chlor in der richtigen Menge. Ursprünglich war vermutet worden, dass es etwa 48 Stunden dauert, bis der Chlor alle Stellen im Leitungsnetz erreicht hat und überall in der Mindestkonzentration vorhanden ist. Doch schon gestern Mittag gab es positive Nachrichten: Keine Keime mehr im Trinkwasser, meldete die Verwaltungsgemeinschaft Altmühltal. Sobald sich das endgültig bestätigt, wird die Abkochanordnung zurückgenommen. Am schnellsten erfährt man das auf der Homepage www.alesheim.de.

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Parallel dazu muss die Suche nach der Quelle laufen. Die gefundenen Keime sind sogenannte Fäkalindi­katoren, die im menschlichen und tierischen Kot auftauchen, erläuterte Hinterleitner. Sie deuten grundsätzlich darauf hin, dass noch weitere Keime im Wasser enthalten sein können. Eine denkbare Ursache sei beispielsweise ein Rohrbruch.

Hinterleitner: „Ganz allgemein gesprochen handelt es sich um eine technische Störung. Die muss behoben werden.“ Bürgermeister Manfred Schuster hofft, dass die Keimquelle möglichst rasch gefunden ist.
Derartige Verunreinigungen kommen zwar zum Glück selten vor, sind aber auch keine absolute Ausnahme­erscheinung. Hinterleitner zufolge ist es weniger als ein Fall pro Jahr im Landkreis. In Alesheim musste dem Trinkwasser zuletzt 2005 Chlor zugesetzt werden, weil es Verunreinigungen mit Keimen gegeben hat. 

Robert Maurer

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