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Dienstag, 22.01.2019

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Andreas Blob – der schnelle Mann der Lebenshilfe

Der 28-jährige Raitenbucher kam beim Läufer-Cup auf Platz zwei in der MÄnner-Hauptklasse - 04.01.2019 09:32 Uhr

Flott unterwegs und schlagfertig im Gespräch mit Ralph Edelhäußer: Andreas Blob (links) aus Raitenbuch konnte zu seinem zweiten Platz in der Männer-Hauptklasse unter anderem die Glückwünsche des Leichtathletik-Kreisvorsitzenden und Cup-Koordinators entgegennehmen. © Uwe Mühling


Damit konnte sich erstmals ein Läufer mit Handicap in der Spitzengruppe des Läufer-Cups im südlichen Mittelfranken behaupten. An acht von 18 Rennen des Jahres 2018 hatte der 28-Jährige teilgenommen, siebenmal lief er in die Punkteränge und kam am Ende auf 46 Zähler. Das bescherte dem Raitenbucher den erfreulichen zweiten Rang in seiner Altersklasse.

Spannung bis zum Schluss

Nur einer stand vor Andreas Blob, und zwar Florian Kohlmann. Der 20-jährige Youngster aus den Reihen von Arriba Göppersdorf war vor dem stark besetzten Silvesterlauf in Pleinfeld noch gleichauf mit Blob, holte dann aber durch seinen vierten Rang in der Jugend/männliche Hauptklasse beim Abschlussrennen (zudem Platz acht der Gesamtwertung des Silvesterlaufs) noch die zwei entscheidenden Zähler zum Sprung aufs oberste Treppchen. In der Cup-Gesamtwertung belegte Kohlmann einen starken vierten Rang. Dritter in der Jugend/Hauptklasse  wurde Julian Stromberger vom TV Thalmässing (31 Punkte).

© Uwe Mühling


Wie ausführlich berichtet, hatte sich bei der 16. Auflage der Laufserie das Geschwisterpaar Annika und Sven Ehrhardt (beide Team Memmert) vorzeitig den Sieg in der Frauen- und Männer-Gesamtwertung gesichert. In den Altersklassen waren hingegen noch einige Entscheidungen bis zur letzten Station, sprich dem Pleinfelder Silvesterlauf unter der Regie von Arriba Göppersdorf, offen.

In der Jugend/Hauptklasse gab es bei den Frauen die gleiche Reihenfolge wie in der Gesamtwertung: Annika Ehrhardt vor Kim Korber (TV Thalmässing) und Larissa Korn (LG Erlangen). In der Gruppe 30/35 holten sich Christina Schöll (TV Hilpoltstein) und Sven Ehrhardt die Hauptpreise, in der Altersklasse 40/45 lagen Michaela Jilg (TSV Rothaurach) und Roland Rigotti vorne. Letzterer startet für den TSV Neuburg, hatte die meisten Starts aller fast 5 000 Teilnehmer (14 von 18 möglichen) und holte das Optimum von 80 Zählern. Ebenfalls interessant: Rigotti hat bereits zweimal die Gesamtwertung des Cups gewonnen, und zwar in den Jahren 2006 und 2007.

Bei den Frauen 50 und älter lag Monika Löwl (Powerbärs Rednitzhembach) vor Christine Ramsauer (LAC Quelle Fürth), die schon achtmal Gesamtsiegerin war und dadurch mit Abstand erfolgreichste Teilnehmerin überhaupt ist. 2018 hatte Ramsauer andere Schwerpunkte und war als Deutsche Meisterin im Halbmarathon und Marathon (jeweils W50) extrem erfolgreich. Ab 2019 schlüpft die Allersbergerin ins Trikot vom Team Memmert. 

Bei den Männer 50/55 konnte sich Fernando Lozana, der für die Pleinfelder Mannschaft ohne Namen (M.O.N.) startet, über den ersten Platz freuen, und bei den Männern M60 und älter ging der Altersklassensieg an Andreas Meyer (RSC Hirtenheid 04), ebenfalls mit der maximal möglichen Zahl von 80 Punkten.

Doch zurück zu Andreas Blob: Für ihn war der zweite Platz in seiner Altersklasse natürlich ein besonderer Erfolg. Er hatte im vergangenen Jahr aber noch ein anderes, absolutes Highlight. Beim Seenlandmarathon gewann er mit dem Team der Weißenburger Werkstätten/Lebenshilfe die Wertung der Firmenstaffeln. Hier können sich die Mannschaften die Strecke von 42,195 Kilometer beliebig auf­teilen. Seine fünf Teamkollegen liefen die erste Hälfte, dann übernahm Blob etwa an fünfter Stelle, absolvierte den zweiten Teil komplett alleine als Halbmarathon und lief den Sieg für das Inklusionsteam heraus. Gesamtzeit für die Lebenshilfe-Staffel mit dem passenden Namen „Die Überflieger“: 3:10:08 Stunden.

Eine tolle Leistung, für die der 28 Jahre alte Sportler im Prinzip täglich trainiert. Seine Einheiten absolviert er im Normalfall nach der Arbeit, wobei er auch schon als Mitglied der „grünen Gruppe“ der Weißenburger Werkstätten acht Stunden auf den Beinen ist. Dennoch rafft er sich am Abend noch auf – meist alleine, nur einmal pro Woche mit einem Freund. „Andreas ist ein echter Einzelkämpfer“, weiß auch Betreuer Franz Staudinger die Leis­tungen von Blob besonders zu würdigen. 

Uwe Mühling

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