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Bleiben die Lichter weiter an?

Stadtrat entscheidet über Zukunft des EHP - 17.02.2016 13:00 Uhr

Hübsch saniert, aber ein Zuschussbetrieb: Das Europäische Haus in Pappenheim hat sich als überregionale Bildungseinrichtung einen Namen gemacht, kostet die Stadt aber Geld im Betrieb. Jetzt scheint eine Fortführung um drei Jahre möglich, nachdem erhebliche Fördermittel requiriert wurden. Mittelfristig soll sich die Einrichtung selbst tragen.

Hübsch saniert, aber ein Zuschussbetrieb: Das Europäische Haus in Pappenheim hat sich als überregionale Bildungseinrichtung einen Namen gemacht, kostet die Stadt aber Geld im Betrieb. Jetzt scheint eine Fortführung um drei Jahre möglich, nachdem erhebliche Fördermittel requiriert wurden. Mittelfristig soll sich die Einrichtung selbst tragen. © Stephan


Dank Förderungen müsste die Stadt Pappenheim nur rund 150 000 Euro der insgesamt rund 650 000 Euro bezahlen. Das Konzept sieht eine Aufsto­ckung des EHP-Personals von eineinhalb auf drei Stellen vor. In drei Jahren soll sich das Projekt selbst tragen.

Die Entscheidung über die Zukunft des Europäischen Hauses trifft nun der Pappenheimer Stadtrat. Er muss am 25. Februar dem Finanzierungskonzept zustimmen. Andernfalls dürften in der Einrichtung am Pappenheimer Marktplatz die Lichter ausgehen. Denn der Vertrag von Professor Dr. Joachim Grzega läuft nur bis zum 31. März. Sollte eine Weiterbeschäftigung nicht sicher sein, würden sich der Treuchtlinger Sprachwissenschaftler nach einer neuen Stelle umschauen und das EHP damit seinen führenden Kopf verlieren.

Viel Geld aus dem Leader-Topf

Es gibt bereits ein Stadtratsvotum, das sich für die Fortsetzung des EHP-Betriebs ausspricht, wenn ausreichend Fördergelder akquiriert werden können. Zudem war im Stadtrat nur die Rede von den bisherigen 1,5 Stellen. Deshalb muss das Gremium neu entscheiden.

Erst die Zusagen aus dem europäischen Leader-Fördertopf rückten eine Fortsetzung des Programms in greifbare Nähe. Die Lokale Aktionsgruppe Monheimer Alb, in der Pappenheim, Solnhofen und Langenaltheim Mitglied sind, sagte einen Betrag in Höhe von rund 400 000 Euro zu. Das Pendant, die Lokale Aktionsgruppe Altmühlfranken, steuert 35 000 Euro bei. Zusätzlich kommen 20 000 Euro vom Landkreis Donau-Ries und weitere 20 000 von der Stadt Treuchtlingen, die wohl über das Programm zum In­tegrierten Ländlichen Entwicklungskonzept (ILEK) noch auf die umliegenden Gemeinden verteilt werden. An der Stadt bliebe also nur noch ein Betrag von rund 150 000 Euro in drei Jahren hängen.

Das EHP wurde im Oktober 2012 im aufwendig sanierten Wieser-Haus direkt am Marktplatz der Altmühlstadt eingerichtet. Es versteht sich als überregionales, mittelfristig sogar in­ternationales Zentrum für europabezogene Bildung, Forschung und politische Willensbildung. Man machte sich überregional vor allem durch die von Grzega entwickelten Konzepte zum Sprachenlernen einen Namen. Der „Sprach-Not-Arzt“ soll Migranten und Flüchtlingen in kürzester Zeit Grundkenntnisse der deutschen Sprache vermitteln. Die „SprachFitnessStudios“ versprechen Deutschen in zwei Halbtagesveranstaltungen Basis-Kompetenzen für wichtige Situationen in einer europäischen Sprache.

Die Zukunft des EHP stand nach der Anfangszeit immer wieder mal auf der Kippe. Zuletzt gab es eine halbjährige Verlängerung der Finanzierung seitens des Stadtrats, um Grzega zu ermöglichen, ein Finanzierungskonzept auf die Beine zu stellen. Mittelfristig soll sich das EHP selbst finanzieren. Das neue Konzept sieht eine Aufstockung der Stellen vor. Ne­ben Grzega sollen ein weiterer Wissenschaftler angestellt und die Bürostelle von einer halben auf eine ganze Stelle erhöht werden.

Ein großer Partner gesucht

„Wir brauchen Luft für die Akquise“, ist Bürgermeister Uwe Sinn überzeugt. Professor Grzega war im Auftrag des EHP zuletzt viel außer Haus unterwegs, um Workshops und Vorträge zu halten. Deswegen war das Veranstaltungsprogramm in Pappenheim im vergangenen Jahr etwas dünner als sonst. Das soll sich auf jeden Fall wieder ändern, wenn es zu der Aufstockung kommt. Mittelfristig könnten Kooperationen mit politischen Stiftungen und anderen Institutionen die Zukunft des EHP sichern, hoffen Sinn und Grzega.

„Einen großen Partner zu bekommen, wäre sicher die einfachste Lösung“, so der Sprachwissenschaftler im Gespräch mit unserer Zeitung. Bis es konkret an die Planung geht, muss nun aber zunächst der Stadtrat entscheiden, ob es überhaupt weitergehen soll. Bürgermeister Sinn ist klar für die Fortsetzung. Al­lerdings haben die CSU, Bürgerliste und Freie Wähler im Stadtrat die Mehrheit und sich bereits mehrfach gegen Projekte des Bürgermeisters gestemmt. Unter anderem gilt Alex Lämmerer, der Fraktionsvorsitzende der Bürgerliste, als Kritiker des Projekts. 

Jan Stephan

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