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Der bayerische Rebell kommt wieder zurück

Hans Söllner ärgert sich weiter über „die da oben" - 16.01.2019 15:36 Uhr

Hans Söllner © PR


Grundsätzlich wird sich das musikalisch nicht groß unterscheiden von den vorherigen. Zu mittelmäßigem Gitarrenspiel singe er mittelmäßig, hat Söllner mal zu Söllner durchaus treffend bemerkt. Allerdings war es auch nie die musikalische Qualität, die den Bad Reichenhaller berühmt gemacht hat, sondern seine urwüchsige Rebellion gegen „die da oben“.

In den vergangenen eineinhalb Jahrzehnten krankte die Söllner-
Popularität allerdings ein wenig daran, dass der Lieblingsfeind, die CSU, teufelstechnisch auch nicht mehr das ist, was sie früher einmal war. Natürlich können sich Linke und CSU immer noch nicht leiden, aber sie sprechen längst miteinander. Die Söllnerschen Ausfälle wirkten da mitunter ein bisschen wie aus der Zeit gefallen.

Allerdings könnte sich das gerade wieder etwas ändern. Die Flüchtlingsdebatte reißt Gräben auf, die längst wieder zugeschüttet waren. Mittlerweile sind wieder Menschen bereit, in Erwägung zu ziehen, dass Seehofer vielleicht nicht der direkte Nachkomme des Satans ist, sie aber doch immerhin ganz gut befreundet sein könnten.

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Hans Söllner im E-Werk: "Nix is zu bled, wenn's um die Wahrheit geht"

Der Rebell Söllner aus dem oberbayerischen Bad Reichenhall sang für sein Publikum am 25. April im Erlanger E-Werk in gewohnt provokanter Manier von den Vorteilen von Cannabis. Außerdem stellte er sich hinter die gewagte Satire Jan Böhmermanns.


Und bei all den langwierigen Diskussionen mit den „Ich hab‘ nichts gegen Ausländer, aber …“-Sagern wärmt man sich vielleicht auch wieder ganz gern am kernigen Weltbild vom Hans. Der empfiehlt in seinem jüngsten Song „Rassist“ den neuen Glatzen denn auch gewohnt rustikal ein paar alte deutsche Ärsche im Altenheim zu waschen, wenn sie ihre Zeit sinnvoll nutzen wollten.

Dem kann man wenig hinzufügen, allerdings wird der 62-Jährige auf seine älteren Tage auch etwas wunderlich. Ende September unterstellte er Seehofer, einen geheimen Pakt mit der AfD zu haben und bei ihr anfangen zu wollen, wenn er bei der CSU rausgeschmissen worden sei. Das klang jetzt auch nicht arg viel weniger verschwörungstheoretisch als das rechte Gebrabbel im Netz. Und dass sich Söllner ein Jahr vorher als Impfgegner geoutet hat, fand jetzt wirklich auch nicht jeder lustig.   

Montag, 21. Januar, 20 Uhr, Karmeliterkirche, Weißenburg 

Jan Stephan Carpe diem

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