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Ein Jurahaus in Eßlingen wird zum Schmuckstück

Familie Lippenberger richtet das über 200 Jahre alte Haus her - 27.06.2017 12:00 Uhr

Historisch und modern: Das 200 Jahre alte Jurahaus in Eßlingen will die Familie Lippenberger mit modernem Wohnkomfort ausstatten. © Prusakow


Das Korbhaus, das zu dem Bauernhof gehörte, ist mehr als 200 Jahre alt. Das Häuschen neben der Ortsdurchfahrt, das zum Hof „Beim Schropp“ gehörte, dürfte vermutlich um das Jahr 1795 gebaut worden sein. So jedenfalls hat es eine wissenschaftliche Untersuchung mittels einer dendrochronologischen Altersbestimmung der damals verbauten Fichtenbalken ergeben.

Im Frühjahr des vergangenen Jahres hat die Familie Lippenberger aus Zimmern das Haus gekauft und mit einer grundlegenden Sanierung des seit Jahrzehnten unbewohnten Gebäudes begonnen. Drei Generationen der Familie sind mit dem ehrgeizigen Projekt beschäftigt, an dessen Ende das vormalige Korbhaus wieder als Wohnhaus Verwendung finden soll. Und dass sie das können, haben die Lippenbergers bereits eindrucksvoll mit der Sanierung des Nachbaranwesens bewiesen. Den ehemaligen Bauernhof mit Wirtshaus haben sie zu einem baulichen Prunkstück am Ortseingang von Eßlingen saniert. „Der 13. Apostel“, eine gut florierende Gartenwirtschaft, ist in diesem Anwesen beheimatet.

Seit dem Erwerb des Gebäudes stand nun gut ein Jahr lang die Sicherung der Bausubstanz im Vordergrund. So wurde das gesamte Dachgebälk erneuert und mit einem isolierten Dach versehen. Schadhafte Grundmauern mussten mit einem Beton­sockel unterfangen werden. Die Haustüre hat einen neuen Platz bekommen und die Fenster hat Albert Lippenberger sen. originalgetreu aus Eichenholz und mit historischen Beschlägen nachgebaut. Die neue Eingangstüre aus Lärchenholz stammt von einem historischen Gebäude in Langenaltheim. Der Türstock für dieses Schmuckstück ist ebenfalls in der Werkstatt von Albert Lippenberger sen. entstanden.

„Die nächste Bauphase ist mit dem Landesamt für Denkmalpflege abgestimmt und von diesem auch schon genehmigt“, freut sich Albert Lippenberger jun. Nach dem Einbau der Fens­ter soll die Fassade hergerichtet und der Innenausbau in Angriff genommen werden. Dabei wollen die Bauherren den Spagat zwischen dem Erhalt des historischem Erbes und dem Einbau moderner Technik umsetzen.
So soll im Erdgeschoss unter handbehauenen Solnhofer Platten eine Fußbodenheizung für angenehme Wärme eingebaut werden. Im Bereich der Holzbalkendecke sind alte und neue Balken gekonnt  aneinandergefügt. Die neuen Türstöcke werden dem heutigen Wohn­niveau entsprechend in Normhöhe eingebaut.

Bei der Sanierungsmaßnahme hat es bisher eine sehr gute Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Denkmalpflege und anderen beteiligten Behörden und Interessenträgern gegeben, stellen die Bauherren zufrieden fest.  Auch die Nachbarn freuen sich, dass mit der Sanierung des über 200 Jahre alten Jurahauses einer der letzten unansehnlichen Flecken an der Durchgangsstraße Richtung Hochholz verschwindet. Als zeitliche Zielmarke für den Einzug haben die Lippenbergers den Herbst des nächsten Jahres ins Auge gefasst.

Am vergangenen Sonntag nutzten zahlreiche Besucher die Gelegenheit, sich beim Tag der offenen Tür das Korbhaus des vormaligen „Schropphofs“ anzusehen. Mit fachkundigen Erklärungen ergänzte der Jurahausverein die Erläuterungen der Bauherren. So gab es neben Fachliteratur auch interessante Darstellungen zu der dendrochronologischen Altersbestimmung der Fichtenbalken des Gebäudes. 

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