Dienstag, 13.11.2018

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Eine Odyssee bis zum Dekan

Hans Issler erzählt 500 Jahre Familiengeschichte - 05.11.2018 10:57 Uhr

Hans Issler


Isslers früheste Vorfahren lassen sich Mitte des 15. Jahrhunderts im Kanton Zürich nachweisen. Dort flohen sie allerdings vor der grassierenden Armut 1650 in das vom Dreißigjährigen Krieg entvölkerte Baden-Württemberg. Dort blieben sie gut 150 Jahre, bis nun seinerseits Baden-Württemberg verarmt war und wegen zahlreicher Kriege keine Lebensgrundlage mehr bot. Zusammen mit Tausenden ihrer schwäbischen Landsleute zogen die Isslers nach Bessarabien im Südwesten Russlands, wo man deutsche Siedler willkommen hieß, weil man gerade die Türken aus dem Land geworfen hatte.

Allerdings änderten sich auch  in Bessarabien die Verhältnisse wieder, und die Deutschen waren nicht mehr gern gesehen. 1874 wanderte die Familie weiter nach Rumänien, in die Provinz Dobrudscha, wo eine kleine, rund 13000 Deutsche umfassende Gemeinde lebte. Dort hatten sie keine 70 Jahre Ruhe, denn 1940 hieß es innerhalb von 14 Tagen „Heim ins Reich“. Dorthin also, wo man vor rund 150 Jahren zu einer Tour durch Südosteuropa aufgebrochen war.

Nach einem Lageraufenthalt in Mainfranken wurden sie 1942 wieder weggeschickt. Diesmal sollte ein Teil des früheren Polens besiedelt werden, den sich das Deutsche Reich unter den Nagel gerissen hatte. Dort musste man 1945 vor der russischen Armee zurück nach Lohr am Main flüchten. Hier wurde Erwin Issler als Architekt heimisch und prägte die Nachkriegsgeschichte der Stadt, einige der Issler-Familie wanderte in die USA aus und Hans Issler wurde Pfarrer. Um 1985 nach diversen Zwischenstationen in Weißenburg Dekan zu werden und nun zurückzukehren, um diese ganze irre Geschichte zu erzählen. 

Dienstag, 13. November, 19 Uhr, Gemeindehaus St. Andreas, Weißenburg 

Jan Stephan Carpe diem

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