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Ellinger Großbäcker will gestärkt aus der Insolvenz gehen

Komplette Übernahme des Personals, der Filialen und des Backbetriebes - 06.08.2017 18:22 Uhr

Neues Team, neue Bäckerei: Sebastian Hauser hat die Fränkische Backstubn aus der Insolvenz übernommen. Zusammen mit Freundin Sandra Wolfsteiner und seiner Mutter Angelika Hauser will er das Unternehmen sanieren und mittelfristig ausbauen. © Jan Stephan


Mit der Übernahme durch den jungen Unternehmer ist für die Fränkische Backstubn eine unerfreuliche Zeit ziemlich glimpflich zu Ende gegangen. Seit die Bäckerei im Februar dieses Jahres Insolvenz angemeldet hatte, sorgte man sich um die Zukunft des Ellinger Großbäckers mit seinen 24 Filialen. Im Raum stand etwa die Übernahme durch eine andere Bäckereikette, was dann wohl das Aus für die Backstube in Ellingen bedeutet hätte. Da ist die Lösung mit Sebastian Hauser eine aus dem Bilderbuch der Insolvenz-Investitionen. "Wir übernehmen das komplette Paket. Mit al­lem", stellt der Jungunternehmer fest. Von den Mitarbeitern bis zur letzten Kaffeemaschine.

Der Oberpfälzer, der aus dem kaufmännischen Bereich kommt und keine einschlägige Bäckererfahrung hat, hat große Pläne mit der Backstubn. Zunächst steht die Umfirmierung an: Ein neuer Name und ein neues Logo sollen auch nach außen demonstrieren, dass ein klarer Schnitt gemacht wird. "Wir wollen wachsen", gibt Hauser als Mot­to für die nächsten Jahre aus. Mit der Eröffnung der neuen Norma Ende September in Weißenburg kommt schon mal ein neue Filiale hinzu. "Das war jetzt ein Schnellschuss, aber es sollen noch weitere Expansionen folgen."

Größeres Sortiment

Bis dahin gilt es für Hauser aber erst mal, die Strukturen und das bestehende Filialnetz zu überarbeiten. "Das werden wir nicht in ei­nem halben Jahr schaffen, aber das soll Stück für Stück alles komplett anders werden", erklärt der Unternehmer. Speziell der Café-Bereich in den Filialen soll ansprechender gestaltet werden und außerdem die Kaffee-Qualität erheblich gesteigert werden. Ein Ausbau der Erlebnisgastronomie sei vorerst nicht angedacht, könnte aber mittelfristig eine Option werden.

Auch das Sortiment der Backwaren soll ausgeweitet werden. "Wichtig ist für uns, dass wir in diesem schwie­rigen Markt immer auf Qualität setzen", gibt der neue Backhaus-Chef die Richtung vor. In den kommenden Wochen will er den Betrieb nun grund­legend kennenlernen und dann die ersten Maßnahmen einleiten. Nächste Woche gibt es eine Betriebsversammlung, in der die Mitarbeiter über die Details der Übernahme informiert werden. Die hätten sich bisher auch in der Phase der Insolvenz treu gezeigt. Hauser: "Wir hatten nur ganz wenige Abgänge in dieser Zeit." Jetzt soll es mit dem alten Stamm unter neuer Flagge also in eine rosigere Zukunft gehen.

Die Fränkische Backstubn hatte im Februar Insolvenz angemeldet und gegenüber unserer Zeitung erklärt, dass der Verlust zweier umsatzstarker Fi­lialen das Unternehmen in die Zahlungsunfähigkeit geführt hat. Allerdings stand die Bäckerei bereits seit einigen Jahren auf unsicheren Füßen. Schon 2014 kam man nur knapp um die Insolvenz herum. Der Nürnberger Insolvenzverwalter Alexander Raab übernahm im Februar dieses Jahres in Absprache mit der alten Geschäftsführung den Betrieb und machte sich auf die Suche nach einem Übernahmekandidaten. Die ist nun erfolgreich abgeschlossen. 

Jan Stephan

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