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Ellinger Schlossbrauerei stellt sich neu auf

Mit neuen Kräften und einem neuen Bier in die Zukunft - 03.09.2017 08:00 Uhr

Neue Mitarbeiter, neue Ausrichtung: Katalin Fürstin von Wrede (2. von links) stellte gestern beim Hopfenzupfen die neue Braumeisterin Nina Kolb (Mitte) und die neue Marketingleiterin Sabrina Müller (links) vor. Ebenfalls neu an Bord ist Brauereidirektor Werner Sauer (2. von rechts), neben ihm der Ellinger Brauer und Hopfenbauer Karl Schmidtlein. © Markus Steiner


Und zu guter Letzt wurde noch der neue Brauereidirektor Werner Sauer vorgestellt, der sich um den Vertrieb kümmert. Gerüchte, dass das Fürstliche Brauhaus verkauft werden soll, wurden ins Reich der Märchen verbannt. Katalin Fürstin von Wrede sagte selbstbewusst: „Wir stellen die Weichen für die Zukunft.“

Eine davon ist Braumeisterin Nina Kolb, die seit August verantwortlich ist für die Qualität der Ellinger Biere und die in der kurzen Zeit bereits ein neues Bier kreiert hat. Was genau sie braut, wollte die 23-jährige Braumeisterin, die im Juli ihre Braumeisterprüfung an der Doemens-Akademie mit Bravour bestanden hat, noch nicht verraten. Nur so viel: „In den Sud kommt der Aromahopfen Hallertauer Mittelfrüh.“ Passenderweise wächst der in unmittelbarer Nähe des Ellinger Brauhauses im Hopfengarten von Karl Schmidtlein. Der ist bekanntlich seit vielen Jahren als Brauer in der Schlossbrauerei beschäftigt und baut bereits in der sechs­ten Generation Hopfen an.

Neue Positionierung

Kurze Wege, regionale Produkte und Frische seien also garantiert, stellte Katalin Fürstin von Wrede zufrieden fest, die mit ihrem Mann Carl Chris­tian die Schlossbrauerei neu positionieren will. Im Wesentlichen betrifft das die Kommunikation, weshalb Sabrina Müller mit an Bord geholt wurde, die vorher als Betriebsleiterin des "HopfenBierGuts" in Spalt tätig war. Dort hat sie sich zum einen um den Aufbau des Bier- und Hopfen­museums gekümmert und zum anderen die „Spalter Bierwerkstatt“ mit Braukursen und Bierverkostungen etabliert.

Auch für Ellingen hat sich die quirlige Kommunikationswirtin, die auch Biersommelière ist, schon einige Änderungen ausgedacht, will aber auch an Bewährtem festhalten. „Das Unternehmen Fürst Carl befindet sich in einem spannenden Entwicklungsprozess und hat großes Potenzial für eine ganz neue Art des Biererlebens“, findet die Kommunikationsexpertin, die bereits den dritten Platz beim ADAC-Tourismuspreis und den Bayerischen Museumspreis 2017 eingeheimst hat.

Sabrina Müller freue sich auf ihre neue Aufgabe in Ellingen, versicherte sie: „Die Verbindung von Kulinarik, Genuss und Ambiente ist in Ellingen einzigartig.“ Die Schlossbrauerei Ellingen mit dem barocken Ensemble und der jahrhundertelangen Tradition böten die besten Voraussetzungen, um die hervorragenden Ellinger Biere durch geschicktes Marketing noch bekannter zu machen: „Die Schlossbrau­erei Ellingen ist auch in touristischer Hinsicht eine Perle.“

Neue Bierkreation

Braumeisterin Nina Kolb, die den neuen Sud ausschließlich mit frischen, grünen Hopfendolden braut, versicherte unterdessen, dass die neue Ellinger Bierspezialität, die in spätestens acht Wochen im Ellinger Sudhaus vorgestellt werden soll, ein völlig neues Geschmackserlebnis bieten soll. Passend zur neuen Ausrichtung der Traditionsbrauerei gibt es seit Kurzem neue Bieretiketten und neue Bierde­ckel, auf denen sich Wissenwertes zu den Ellinger Biersorten findet. Im Mittelpunkt die Silhouette von Feldmarschall Carl Philipp Fürst von Wrede. Ein Zeichen dafür, dass die Schlossbrauerei Ellingen trotz der Neuausrichtung sich ganz klar zu ih­ren traditionellen Werten und Wurzeln bekennt. Oder wie Fürstin Wrede es angesichts des derzeitigen Booms der „Craft-Biere“ formulierte: „Wir sind seit über 300 Jahren eine echte Bier­manufaktur und wollen das auch bleiben.“ 

Markus Steiner

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