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Endspurt für Dettenheimer Umgehung

Verkehrsfreigabe ist für Ende Juli geplant - 26.03.2017 06:00 Uhr

An der Brücke selbst wird derzeit noch kräftig gearbeitet. Nächste Woche werden die Brückenbauer voraussichtlich aber fertig sein. © Robert Renner


Wobei auf die Umgehungsstraße eigentlich nur 3,4 Kilometer entfallen, 1200 Meter ist der dreistreifige Ausbau der B 2 zwischen der neuen Umgehung und der sogenannten Schambachkreuzung bei Treuchtlingen lang. Die beiden Projekte – Kosten: rund 17 Millionen Euro – wurden zu einer Maßnahme zusammengefasst. Und so ergibt sich alles in allem eine eindrucksvolle Baustelle.

Die Arbeiten starteten offiziell im Dezember 2014, nachdem die Dettenheimer zuvor über Jahrzehnte für eine Ortsumfahrung gekämpft hatten. Ihr Dorf ist bis heute von der vielbefahrenen Nord-Süd-Route zwischen den beiden Wirtschaftsräumen Nürnberg und Augsburg förmlich durchschnitten. Rund 15400 Fahrzeuge rollen laut der Verkehrszählung von 2010 pro Tag durch das Dorf, hinzukommen 2100 schwere Lastwagen, berichtet Buchner. Der Durchschnittswert für Bun­desstraßen in Bayern liegt bei etwa 9600 Fahrzeugen und circa 900 Brummis.

Startprojekt für die Umfahrung war vor fast zweieinhalb Jahren die Feldwegbrücke zwischen Dettenheim und Schambach. Seither sind zehn
sogenannte Ingenieurbauwerke (also Brücken, Durchlässe, Lärmschutz-wände, etc.) entstanden. Außerdem wurden sechs Regenrückhaltebecken angelegt, die das Oberflächenwasser der Straße aufnehmen und dosiert an die jeweiligen Vorfluter, wie den Schambach oder die Schwäbische Rezat, abgeben.

Der Erdbau begann im Frühjahr 2015, nachdem die Grabungen der
Bodendenkmalpflege (wir berichteten mehrfach) erledigt waren. Buchner und Bauleiter Hans Bieswanger, der für das Staatliche Bauamt seit Beginn der Arbeiten vor Ort ist, loben das Erdbaukonzept für die Baustelle. Beispielsweise fehlt bei der Feldwegbrücke nördlich von Dettenheim noch der Anschluss. Um die Rampen aufzuschütten, wird Material aber nicht von weither angekarrt, sondern jenes verwendet, das bei den anstehenden Arbeiten an der Fahrbahn nahe Schambach demnächst anfällt.

Diverse Probleme

Nicht alles lief auf der Großbaustelle allerdings rund. Die Verlegung einer Erdgasfernleitung war nicht ganz ohne. Der Boden war an der Stelle, wo sie unter der neuen Bundesstraße hindurch musste, ungeeignet und musste ausgetauscht werden.

Blick in Richtung Süden: Von der Brücke für die Verbindungsstraße zwischen Dettenheim und Graben sieht man, wie sich die dreistreifige Strecke in Richtung Schambach zieht. Im Hintergrund ist die südliche Feldwegbrücke zu erkennen. © Robert Renner


Und es gab Schwierigkeiten bei der Bohrpfahlgründung für das imposanteste der zehn Ingenieurbauwerke, die Brücke für die Verbindungsstraße nach Graben über die künftige B 2. Dort mussten Bohrpfähle aufwendig wieder aus dem Boden geholt und neue gesetzt werden. Das Resultat waren acht Wochen Verzögerung im Zeitplan.

Doch die Brückenbaufirma setzte alles daran, dies wieder aufzuholen, schildern Buchner und Bieswanger. Die Arbeiter machten lediglich zwischen Weihnachten und Neujahr eine kurze Pause, ansonsten ging es auch im Winter, als die übrigen Arbeiten auf der Baustelle ruhten, beim Brückenbau weiter – „trotz widrigster Umstände“, wie Bieswanger sagt.

Jeweils der Bereich, an dem gerade gearbeitet wurde, wurde mit einem Schutzzelt eingehaust und beheizt, auch und gerade in jener Phase, als Lufttemperaturen von bis zu Minus 15 Grad Celsius herrschten. „Das hat den Arbeitern nicht nur Spaß gemacht“, merkt Buchner an und lobt die hohe Einsatzbereitschaft der Mannschaft.

Der Erfolg: jetzt liegt das Projekt wieder im Zeitplan. „Nächste Woche sind die Brückenbauer fertig“, versichert Buchner. In den vergangenen Tagen waren aber nicht nur diese am Werk, auch Pflasterer arbeiteten, und entlang der Fahrbahn wurde an den Böschungen Humus verteilt.

Der Baudirektor rechnet damit, dass ab April die weiteren Apshaltierungsarbeiten anlaufen werden. Auch am dreistreifigen Ausbau bei Schambach gilt es noch die östliche Fahrbahnhälfte herzustellen. Die alte, etwas tiefer liegende Straße unmittelbar neben der neuen, 710 Meter langen Lärmschutzwand muss dazu abgefräst und dann mit einer sogenannten Binder- und einer Verschleißschicht versehen werden. So wird sie dann letztlich auf die gleiche Höhe wie die bereits bestehende Westhälfte der Fahrbahn kommen.

Auf dieser fließt jetzt schon der Verkehr. Während der Angleichungsarbeiten wird dort übrigens die Höchstgeschwindigkeit von 50 auf 30 km/h gesenkt werden. Der Grund: die Fahrbahn muss nochmals etwas eingeengt werden.

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Aufwendig wird es auch, die beiden  Anschlussstellen der Umgehung an die B 2 südlich und nördlich von Dettenheim zu schaffen, während der Verkehr dort weiter fließen muss. Südlich von Dettenheim kann Buchner zufolge dazu die provisorische Fahrbahn ein Stück verlegt werden, sodass die Arbeiten nebenan erledigt werden können. Nördlich allerdings wird man nicht um eine jeweils halbseitige Sperrung herumkommen. Eine Baustellen-ampel wird dann nochmals für etwa zwei Wochen den Verkehr regeln, schätzt Bieswanger. Rückstaus werden die unvermeidliche Folge sein.

Ende Juni bis Mitte Juli soll der Straßenbau so weit abgeschlossen sein, dass die Markierungsarbeiten erledigt werden können, blickt Buchner voraus. Doch auch nach der Eröffnung wird die Baustelle für ihn sowie Bieswanger und etliche Arbeiter noch nicht abgeschlossen sein. Hernach gilt es noch Restarbeiten zu erledigen, die alte Bundesstraße südlich und nördlich von Dettenheim auf dreieinhalb Meter Breite zurückzubauen und das Projekt abzurechnen.

Alles in allem rechnen Buchner und Bieswanger damit, dass sich die Arbeiten bis in den November hinein ziehen werden. Dann bestand die Baustelle drei Jahre lang. In dieser Zeit wurde auch die B 2 zwischen dem Markhof und der Anschlussstelle Weißenburg-Süd neu asphaltiert. „Das hält jetzt wieder für gut zwölf Jahre“, sagt Bieswanger. Dann vielleicht kommt der dreistreifige Ausbau dieses Abschnitts. 

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