Sonntag, 18.11.2018

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Ex-Wirtschaftminister trifft auf Betriebsratschef

Otto Wiesheu und Peter Mosch beim Weißenburger Wirtschaftsgespräch - 13.04.2016 08:10 Uhr

Sitzen am Podium beim Weißenburger Wirtschaftsgespräch: Ex-Minister Otto Wiesheu (li.) und Audi-Gesamtbetriebsratsvorsitzender Peter Mosch (re.). © Wirtschaftsbeirat, Audi


Moderiert wird die Diskussion von Uwe Ritzer, Wirtschaftskorrespondent der Süddeutschen Zeitung. Beim Weißenburger Wirtschaftsgespräch handelt es sich um das frühere Arbeit­geber-Arbeitnehmer-Gespräch der Stadt, das seit vergangenem Jahr in neuer Form organisiert wird.

Wiesheu ist 71 Jahre alt, CSU-Politiker und Manager. Er war von 1993 bis 2005 Bayerischer Wirtschaftsminister und von 2006 bis 2009 Vorstandsmitglied der Deutschen Bahn AG. Er stammt aus Zolling im Landkreis Freising. Wiesheu hat Rechtswissenschaft in München studiert. 1977 wurde er an der Universität Würzburg zum Dr. jur. promoviert.

In die CSU trat er 1969 ein. 1972 wurde er erstmals in den Freisinger Kreistag gewählt, dem er bis Ende 2005 angehörte. Von 1979 bis 2005 war er Kreisvorsitzender der CSU Freising. 1974 zog er als Abgeordneter in den Landtag ein, dem er ebenfalls bis Ende 2005 angehörte. Wiesheu war von 1975 bis 1979 Landesvorsitzender der Jungen Union. Dem CSU-Präsidium, dem Landesvorstand und dem Bezirksvorstand der CSU Oberbayern gehörte er von 1975 bis 2006 an. Von 1984 bis 1990 war er Geschäftsführer der Hanns-Seidel-Stiftung.

Nach seinem Rückzug aus der Politik wurde Wiesheu Ende 2005 in den Vorstand der Deutschen Bahn AG berufen und übernahm das Ressort Wirtschaft und Politik. Ende Mai 2009 schied er nach einer Datenaffäre aus dem Vorstand aus.

Traurige Berühmtheit erlangte er durch einen im Oktober 1983 von ihm unter Alkoholeinfluss (1,75 Promille) verursachten Unfall auf der Autobahn München-Nürnberg, bei dem ein Verkehrsteilnehmer getötet und dessen Begleiter schwer verletzt wurde. Wiesheu wurde er in erster Instanz vom Amtsgericht München zu einer Freiheitsstrafe von 13 Monaten ohne Bewährung verurteilt. In zweiter Instanz verurteilte ihn das Landgericht München I rechtskräftig wegen fahrlässiger Tötung und Gefährdung des Straßenverkehrs zu zwölf Monaten Bewährungsstrafe sowie einer Geldstrafe von 20000 DM. Der Unfall kostet ihn auch den Posten des Generalsekretärs der CSU.

Sein Gesprächspartner im Weißenburger Wildbadsaal wird Peter Mosch sein. Der 44-Jährige stammt aus Neuburg an der Donau und begann 1987 seine Ausbildung zum Industriemechaniker bei Audi. Im selben Jahr wurde er Mitglied der Industriegewerkschaft (IG) Metall. Nach seiner Lehre arbeitete Mosch als Maschinenschlosser. Von 1993 bis 1995 bildete er sich zum Industriemeister fort. Als solcher war er ab 1995 im Werkzeugbau tätig. Von 1997 bis 1998 war er in der Montage Instandhaltung eingesetzt.

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Bereits seit 1990 engagiert sich Mosch für den Audi-Betriebsrat, zunächst als Vorsitzender der Jugend- und Auszubildendenvertretung, von 1998 an als Betriebsrat und seit 2006 als Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats. Er ist für 80000 Audi-Mitarbeiter zuständig.

Der jüngste Aufsichtsrat

Seit 2006 ist Mosch auch Mitglied des Präsidiums im Weltkonzernbetriebsrat von Volkswagen. Die Personalie machte damals Schlagzeilen in der deutschen Wirtschaftspresse: „Mit 34 an der Spitze“ titelte das Handelsblatt und widmete dem „jüngsten Aufsichtsrat eines deutschen Großkonzerns“ gleich einen größeren Bericht.

In den Audi-Aufsichtsrat wurde er bereits 2001 gewählt, seit 2006 gehört er dessen Präsidium an. Gleichzeitig wurde er Mitglied des Volkswagen-Aufsichtsrats, und seit 2013 ist er stellvertretender Vorsitzender dessen Prüfungsausschusses. 2009 erfolgte seine Wahl in den Porsche-Aufsichtsrat.
Neben seinen beruflichen Verpflichtungen ist für Mosch soziales Engagement wichtig. Unter anderem ist er seit 2001 Vorstand der Audi Selbsthilfeeinrichtungen. Er ist SPD-Mitglied und ehrenamtlich als Kreisrat in Neuburg-Schrobenhausen sowie bei der IG Metall und im Tennisverein tätig. 

Robert Renner

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