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Flüchtlinge: Bald Aufnahmestopp in Weißenburg-Gunzenhausen?

Landrat Wägemann: Es wird eng - Insgesamt rund 1200 Flüchtlinge im Landkreis - 12.12.2015 14:41 Uhr

Jede Woche kommen knapp 50 Flüchtlinge an: Wenn die Busse kommen, muss das Landratsamt die Menschen auf die Unterkünfte verteilen. Die Notunterkünfte in Pleinfeld-Mackenmühle und Treuchtlingen sind am Limit. © Shaw


Dem Landrat ist anzumerken, dass er an einem Punkt angekommen ist, an dem er nicht mehr weiß, wie die hohe Zahl an Flüchtlingen noch in den Griff zu bekommen ist. Die beiden Notaufnahmelager in Pleinfeld-Mackenmühle und in der Turnhalle der Senefelder-Schule in Treuchtlingen werden an Weihnachten voll belegt sein. Die Hoffnungen, dass mit dem Winter­einbruch weniger Menschen Asyl in Deutschland suchen, haben sich bekanntlich nicht bewahrheitet. Die Bemühungen vor Ort, weitere Unterkünfte zu rekrutieren, blieben ohne größeren Erfolg.

„Ich habe alles versucht“, sagt Wägemann sichtlich zerknirscht. „Ich habe noch einmal alle Gemeinden und Bürgermeister, wo es noch keine Flüchtlinge gibt, angeschrieben und gebeten, dass sie noch einmal nach Möglichkeiten suchen sollen.“

Kommunen ohne Flüchtlinge

Dabei gibt es noch etliche Kommunen, wo es noch überhaupt keine Flüchtlinge gibt. Diese sind laut Landratsamt: Alesheim, Bergen, Burgsalach, Dittenheim, Ellingen, Ettenstatt, Meinheim, Nennslingen, Polsingen, Raitenbuch und Westheim. In Burg­salach soll aber schon in Kürze eine Unterkunft für Flüchtlinge im Gemeindehaus entstehen.

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Vielerorts, räumte auch Wägemann ein, hätten die Bürgermeister mehrmals die Bevölkerung um Mithilfe gebeten, geeignete Immobilien zu melden. „Ich will den Gemeinden keinen Vorwurf machen. Vor allem kleine Gemeinden besitzen ja keine eigenen Wohnungen“, macht der Landrat deutlich. Man könne die anhaltende Flüchtlingswelle aber nur gemeinsam in den Griff bekommen. Pro Woche kommen im Landkreis derzeit zwischen 46 bis 48 Flüchtlinge mit Bussen an und müssen vom Landratsamt wei­terverteilt werden. Insgesamt ist der Landkreis bei rund 1200 Flüchtlingen angekommen.

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Markus Steiner

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