Donnerstag, 15.11.2018

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Gerhard Wägemann ist neuer Landrat

Weißenburg-Gunzenhausen: CSU-Bewerber schaffte im ersten Wahlgang 51,2 Prozent - 21.11.2011

Wie erwartet hat CSU-Kandidat die Landratswahl im Landkreis Weißenburg -Gunzenhausen mit 51,2 Prozent der Stimmen klar für sich entschieden. © Jan Stephan


SPD-Kreistagsfraktionschef Uwe Döbler, der vor drei Jahren nur knapp an Franz Xaver Uhl scheiterte (Döbler kam 2008 auf fast 47 Prozent) erreichte am Sonntag 32,1 Prozent. Wolfgang Hauber, der für die Freien Wähler ins Rennen gegangen war und einen enorm aufwendigen Wahlkampf betrieben hatte, brachte es auf 13,5 Prozent. Und Sigrid Niesta-Weiser, die einzige Dame und nicht Weißenburgerin in dem Quartett, stand am Ende mit 3,3 Prozent auf dem Konto da.

Uwe Döbler war einer der ersten, der Wägemann im Weißenburger Landratsamt per Handschlag gratulierte. Anschließend verließ er schnell das Landratsamt in Richtung der SPD-Feier in der Mocambo-Bar. Auch Wolfgang Hauber gratulierte dem frisch gekürten Landrat und sprach ihm seine Bereitschaft für eine weitere gute Zusammearbeit aus. Wägemann bedankte sich bei Hauber für den „fairen Wahlkampf“. Nicht im Weißenburger Landratsamt vertreten war Sigrid Niesta-Weiser, die auch den gesamten Wahlkampf eher auf Sparflamme bestritten hatte.

Seinen neuen Job offiziell antreten wird Wägemann laut eigener Einschätzung am Montag, 5. Dezember. Zwar kann er eigentlich bereits am Mittwoch dieser nach Vorliegen des offiziellen Ergebnisses die Wahl annehmen, aber der Weißenburger muss bevor er offiziell in Amt und Würden ist noch sein Landtagsamandat ablegen. In einer ersten Stellungnahme wenige Minuten nach Bekantgabe des Ergebnisses zeigte sich Wägemann erleichtert „Die Freude ist riesengroß. Es war nicht zu erwarten, dass es im ersten Wahlgang reicht, immerhin hatten wir vier Bewerber. Das ist einer Super-Ergebnis.“

Im Gasthof „Goldener Adler“ wurde der neue Landrat wenig später frenetisch gefeiert und kam aus dem Händeschütteln gar nicht mehr heraus. In einer kurzen Rede bedankte er sich bei allen Mitstreitern und leutete die Siegesfeier ein. „Morgen geht die Arbeit los“, sagte Wägemann bevor er einen tiefen Schluck aus seinem Bierglas nahm.

In den größeren Städten und Gemeinden kam Wägemann, der angesichts seiner achtjährigen Tätigkeit im Landtag und seines Bekanntheitsgrades gemeinhin als Favorit galt, jedoch meist sehr nahe an die 50-Prozent-Marke heran und in einigen kleineren Gemeinden nahm er die Latte recht mühelos. Uwe Döbler, seinen schärfsten Kontrahenten, konnte der CSU-Bewerber fast überall auf Distanz halten. Einzig in Markt Berolzheim, der einzigen Kommune mit einem grünen Bürgermeister im Landkreis, hatte Döbler die Nase deutlich vorn. Die 50-Prozent-Hürde schaffte der SPD-Kandidat, der die erneuerbaren Energien zu einem seiner Hauptthemen gemacht hatte, aber auch dort nicht.

Die ersten Ergebnisse liefen schon ab ca. 18.15 Uhr ein. Schon gegen 18.45 Uhr lag die landkreisweite Schnellmeldung vor. Aber die Bürger hatten kaum Chancen, das zu erfahren. Denn das Problem war auch am Sonntagabend wieder – wie schon mehrfach an Wahlabenden – der Server des Landratsamtes. Bereits wenige Minuten nach 18.00 Uhr war der Zugriff auf die Landkreisseite so stark, dass gar nichts mehr ging. Der Browser quittierte jeden Ladeversuch nur mit der Fehlermeldung: „Zeitüberschreitung“. Das Problem war bis zum Redaktionsschluss dieser Ausgabe auch nicht gelöst.

Das trieb auch die drei Weißenburger Kandidaten, die eigentlich in verschiedenen Kneipen Wahlpartys hatten feiern wollen, in den Sitzungssaal des Landratsamtes. Aber auch dort war es schwierig, an Ergebnisse zu kommen. Denn die Technik war so ausgelegt, dass ein Notebook die Ergebnisse von der Internetseite über einen Projektor auf eine Leinwand werfen sollte. Ohne Zugriff auf die Seite ging aber auch das nicht. So wurde viel Papier herumgereicht, um überhaupt eine Information weitergeben zu können.

Hier sind die Ergebnisse der einzelnen Kommunen (alle Angaben in Prozent, gerundet):

Absberg: Wägemann 55,5, Döbler 18,4, Hauber 20,4, Niesta-Weiser 5,6. Wahlbeteiligung 46,3.
Alesheim: Wägemann 47,0, Döbler 36,1, Hauber 13,4, Niesta-Weiser 3,5. Wahlbeteiligung 62,6.
Bergen: Wägemann 69,2, Döbler 18,9, Hauber 10,6, Niesta-Weiser 1,3. Wahlbeteiligung 63,0.
Burgsalach: Wägemann 61,8, Döbler 25,0, Hauber 11,7, Niesta-Weiser 1,4. Wahlbeteiligung 61,8.
Dittenheim: Wägemann 56,6, Döbler 26,2, Hauber 14,5, Niesta-Weiser 2,6. Wahlbeteiligung 57,4.
Ellingen: Wägemann 49,7, Döbler 32,9, Hauber 15,8, Niesta-Weiser 1,6. Wahlbeteiligung 55,1.
Ettenstatt: Wägemann 71,1, Döbler 19,2, Hauber 8,3, Niesta-Weiser 1,2. Wahlbeteiligung 61,5.
Gnotzheim: Wägemann 57,8, Döbler 29,9, Hauber 10,6, Niesta-Weiser 1,7. Wahlbeteiligung 51,7.
Gunzenhausen: Wägemann 46,5, Döbler 33,8, Hauber 12,5, Niesta-Weiser 7,3, Wahlbeteiligung 40,2.
Haundorf: Wägemann 42,6, Döbler 34,6, Hauber 15,6, Niesta-Weiser 7,1. Wahlbeteiligung 40,6.
Heidenheim: Wägemann 54,5, Döbler 25,7, Hauber 16,6, Niesta-Weiser 3,1. Wahlbeteiligung 46,4.
Höttingen: Wägemann 52,7, Döbler 26,6, Hauber 13,0, Niesta-Weiser 7,7. Wahlbeteiligung 61,8.
Langenaltheim: Wägemann 49,1, Döbler 28,1, Hauber 20,8, Niesta-Weiser 2,0. Wahlbeteiligung 43,9.
Markt Berolzheim: Wägemann 37,2, Döbler 46,3, Hauber 12,7, Niesta-Weiser 3,5. Wahlbeteiligung 46,5.
Meinheim: Wägemann 52,3, Döbler 32,8, Hauber 13,0, Niesta-Weiser 1,9. Wahlbeteiligung: 61,0.
Muhr am See: Wägemann 38,7, Döbler 37,4, Hauber 18,6, Niesta-Weiser 5,6. Wahlbeteiligung 40,4.
Nennslingen: Wägemann 55,1, Döbler 33,6, Hauber 9,1, Niesta-Weiser 2,1. Wahlbeteiligung 54,6.
Pappenheim: Wägemann 51,0, Döbler 32,3, Hauber 15,1, Niesta-Weiser 1,6. Wahlbeteiligung 47,5.
Pfofeld: Wägemann 45,5, Döbler 38,9, Hauber 12,2, Niesta-Weiser 3,4. Wahlbeteiligung 46,2.
Pleinfeld: Wägemann 55,0, Döbler 26,5, Hauber 15,3, Niesta-Weiser 3,2. Wahlbeteiligung 45,3.
Polsingen: Wägemann 57,2, Döbler 25,3, Hauber 13,6, Niesta-Weiser 4,0. Wahlbeteiligung 35,7.
Raitenbuch: Wägemann 58,3, Döbler 22,3, Hauber 16,7, Niesta-Weiser 2,7. Wahlbeteiligung 50,0.
Solnhofen: Wägemann 44,2, Döbler 37,2, Hauber 16,6, Niesta-Weiser 2,0. Wahlbeteiligung 40,8.
Theilenhofen: Wägemann 47,6, Döbler 37,0, Hauber 12,6, Niesta-Weiser 2,8. Wahlbeteiligung 61,5.
Treuchtlingen: Wägemann 48,9, Döbler 36,8, Hauber 12,0, Niesta-Weiser 2,3, Wahlbeteiligung 40,1.
Weißenburg: Wägemann 53,3, Döbler 33,8, Hauber 11,7, Niesta-Weiser 1,2. Wahlbeteiligung 51,2.
Westheim: Wägemann 50,3, Döbler 29,8, Hauber 15,7, Niesta-Weiser 4,2. Wahlbeteiligung 51,7.
  

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