Mittwoch, 12.12.2018

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Hilfe für Hebammen in Altmühlfranken

07.12.2018 08:01 Uhr

Bayernweit bald Mangelware: Hebammen haben es aufgrund ihrer Berufsbedingungen und Arbeitsbelastung schwer. Der Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen will mit einem Maßnahmenpaket sicherstellen, dass die geburtshilfliche Versorgung auch in Zukunft sichergestellt ist. © WT-Archiv


Im vergangenen Jahr wurden am Klinikum Weißenburg, wo die Geburtshilfe-Belegabteilung angesiedelt ist, 639 Babys geboren, die von den acht in der Geburtshilfe und der Wochenbettbetreuung tätigen Beleghebammen versorgt wurden. Diese Einrichtung ist nach Ansicht des Landkreises ein wichtiges medizinisches Versorgungsangebot, das unbedingt erhalten werden soll.

Weil sich die Bedingungen für die Geburtshelferinnen insgesamt verschlechtert haben, unter anderem durch die hohe Haftpflichtprämie, die sie zahlen müssen, wird es zunehmend schwerer, Hebammen zu finden, die im gesamten Freistaat inzwischen Mangelware sind. Aus diesem Grund mussten in den zurückliegenden Jahren sogar etliche Geburtshilfestationen im Freistaat schließen, sieben davon dauerhaft, teilte das Gesundheitsministerium mit.

Auch im hiesigen Landkreis weiß man, dass die Berufs- und Rahmenbedingungen schnell zu einer Überlastung der Hebammen und zu privaten Problemen führen kann, weshalb mit verschiedenen Maßnahmen eine strukturelle Entlastung erreicht werden soll. So könnte beispielsweise eine gemeinsame Vernetzungsstruktur geschaffen werden, über die bestimmte zentrale Aufgaben, wie zum Beispiel das Abrechnungsverfahren, die Gewährleistung eines Qualitätsmanagements oder die Organisation der Rufbereitschaft gebündelt werden könnten.

Eine konkrete Maßnahme, um Beleghebammen an das Weißenburger Klinikum zu binden, könnte Theresa Hausen zufolge eine sogenannte „Bindungsprämie“ sein, die Hebammen dann erhalten, wenn sie sich verpflichten, mindestens drei Jahre lang als Beleghebamme im Klinikum im Rahmen der Dienstpläne tätig zu sein. Die genaue Höhe der Prämie ist noch ungewiss, soll unseren Informationen zufolge aber bei insgesamt rund 10000 Euro liegen und müsste bei Nichteinhaltung der Vereinbarung auch wieder zurückgezahlt werden.

Regelmäßige Supervision

Eine weitere Entlastung für die Geburtshelferinnen sollen Teambuilding-Maßnahmen bringen, die die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Beleghebammen, Belegärzten und der Stationsleitung am Klinikum optimieren sollen. Außerdem soll eine regelmäßige Supervision die Qualität der Geburtshilfe sicherstellen.

Um die Beleghebamme am Klinikum im regulären Schichtdienst zu entlasten, soll ein sogenannter „Flex-Pool“ aufgebaut werden. Momentan ist die Geburtshilfestation an sieben Tagen die Woche rund um die Uhr mit Beleghebammen besetzt, die im zwölfstündigen Schichtdienst arbeiten. Die erste Schicht ist von 7 bis 19 Uhr, die zweite Schicht von 19 bis 7 Uhr des nächsten Tages. Künftig soll die Beleghebamme durch eine weitere Heb­amme, die im Flex-Pool in Rufbereitschaft ist, entlastet werden. Diese Rufbereitschaft wird mit einer Flex-Pool-Pauschale in noch nicht festgelegter Höhe pro Schicht vergütet. Weiterhin soll durch eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit bei Hebammen für das Klinikum Altmühlfranken geworben werden, um auch in Zukunft den Personalbedarf decken zu können. Neben der Neugestaltung der Hebammenstuben-Internetseite will der Landkreis auch neue Flyer drucken lassen. Für die gesamte Maßnahme zur Förderung der Geburtshilfe im Landkreis gibt es staatliche Fördermittel in Höhe von rund 25000 Euro. Der Landkreis selbst muss lediglich rund 3500 Euro an Eigenmitteln beisteuern.

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Landrat Gerhard Wägemann (CSU) zeigte sich überzeugt davon, dass die gemeinsam mit den Hebammen erarbeiteten Maßnahmen in Zukunft auch Früchte tragen werden: „Wir wollen damit positive Signale an alle Hebammen senden.“ 

Markus Steiner

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