Dienstag, 18.12.2018

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Historisches Backhaus saniert

„Eine wunderschöne Geschichte“ in Geyern - 23.06.2014 15:45 Uhr

Ein ganz besonderes Projekt: Das Backhaus in Geyern aus dem 18. Jahrhundert wurde in einem Vorzeigeprojekt von 22 jungen Erwachsenen saniert. Jetzt wurde es mit Vertretern der Öffentlichkeit seiner Bestimmung übergeben. © Privat


Nach über 2 000 Arbeitsstunden, die 22 Jugendliche im Rahmen ihres Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) unter Federführung von Christoph Bücker, dem Leiter der Jugendbauhütte Regensburg, leisteten, erstrahlt nun das aus dem 18. Jahrhundert stammende Gebäude nach einer Bilderbuchsanierung in seinem ursprünglichen Glanz.

Zur Übergabe des Backhauses an die Familie Treiber am vergangenen Samstag gaben sich Landrat Anton Knapp (Eichstätt), der stellvertretende Landrat Robert Westphal (Weißenburg-Gunzenhausen), der Vorsitzende des Jugendbauhilfevereins, Bernd Göddertz, die Beauftragte der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, Silke Strauch, sowie Bergens Bürgermeister Werner Röttenbacher und der Regensburger Jugendbauhütteleiter Chris­toph Bücker die Ehre.

„Mit dem heutigen Tag endet ein ganz besonderes Projekt der Jugendbauhütte in Geyern“, so der Eichstätter Landrat Anton Knapp, „welches junge Menschen aus verschiedensten Ländern zu einem unglaublichen Einsatz motiviert hat“. Das Backhaus sei Stück für Stück durch die 22 Jugendlichen zu einem Schmuckstück geworden, auf das Geyern mit Stolz blicken könne. Von Beginn an zogen alle Behörden, Gremien, Dorfbewohner und natürlich die Eigentümer zusammen mit den jungen Erwachsenen an einem Strang, was sich schließlich als optimal für das gesamte Projekt erwies.

Nicht zuletzt kam dieses zustande, weil die Eigentümerfamilie Treiber nicht nur das sanierungswürdige Objekt anbot, sondern sich während der Renovierung „als zweite Familie auf Zeit“ auch um die Bedürfnisse und Belange der jungen Erwachsenen mit großem Einsatz gekümmert hat. Zusammen mit einer aktiven Dorfgemeinschaft war hier eine optimale Struktur für die Realisierung des Projekts Jugendbauhütte gegeben.

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Die Jugendlichen, die durch dieses Projekt miteinander verbunden waren, haben es geschafft, eine Einheit zu bilden, die große Anerkennung verdient. Knapps Dank ging zudem an Christine Orth, die als Projektkoordinatorin Jurahaus viele ehrenamtliche Stunden vor Ort war. „Hier wurde Denkmalpflege betrieben, wie sie vorbildlicher nicht möglich ist“, resümierte der Eichstätter Landrat.

Weißenburg-Gunzenhausens Landratstellvertreter Robert Westphal lobte in seinem Grußwort die hervorragende Restaurierung und die in einem detaillierten Seminarbericht festgehaltenen Erkenntnisse. Dies sei besonders wichtig für zukünftige Sanierungen dieser Art. Dass alle Jugendlichen mit Liebe, Respekt und Herzblut viel Zeit und Arbeit investiert haben, bezeichnete er als „eine ganz wunderbare Geschichte“. Sein Dank galt aber auch der Familie Treiber und der Dorfgemeinschaft, der dieses Projekt „ans Herz gewachsen ist“.

Bernd Göddertz betonte, dass ein Denkmal nur erhalten werden kann, wenn sich die Bürger darum kümmern. Dies sei hier in Geyern vorbildlich umgesetzt worden. Der Vorsitzen­de des Jugendbauhilfevereins wünsch­te, dass das Backhaus bald mit Leben erfüllt wird. Zusammen mit Silke Strauch von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz überreichte er an Familie Treiber als kleines Dankeschön einen Blumenstrauß.

Ins Dorfbild eingefügt

Bürgermeister Werner Röttenbacher stellte fest, dass es mit der Restaurierung des Backhauses nun ein weiteres Denkmal gebe, das sich hervorragend ins Dorfbild einfüge. Außerdem habe die Dorfgemeinschaft dadurch eine weitere Möglichkeit zum Zusammenkommen und Feiern. Er dankte Familie Treiber, Christoph Bücker, den 22 jungen Denkmalschützern und allen Handwerkern dafür, dass das Back­haus erhalten werden konnte. Silke Strauch und Bernd Göddertz trugen sich anschließend in das Goldene Buch der Gemeinde Bergen ein.

Für Christoph Bücker war die Zeit in Geyern eine ganz besonderes Erlebnis. „Hier hat die Chemie gestimmt“, meinte er. Alle Jugendlichen erfuhren durch die Familie Treiber und die Dorfgemeinschaft jegliche Unterstützung, die von gegenseitigem Vertrauen und Wohlwollen geprägt war.Die 22 Jugendlichen drückten ihren Dank musikalisch aus und überreichten den Treibers ein Schloss für das Backhaus und ein Gruppenfoto als Andenken.

Noch gab es kein frisch gebackenes Brot. Das erste Backen soll am 16. August stattfinden. Erst dann werde man sich zusammen mit der Dorfgemeinschaft die weiteren Schritte überlegen, kündigte Familie Treiber an. Im Anschluss an den offiziellen Teil war bei Kaffee, Kuchen, Gegrilltem, anderen kulinarischen Genüssen und Getränken ein gemütliches Beisammensein angesagt. In einer Präsentation konnten die Renovierungsmaßnahmen nochmals nachverfolgt werden. 

Weißenburger Tagblatt

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