Montag, 18.02.2019

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Landrat will barrierefreie Bahnhöfe

Weißenburg und Gunzenhausen sollen ausgebaut werden - 03.02.2017 06:02 Uhr

Weder schön, noch barrierefrei: Die Unterführung samt ihren Aufgängen am Weißenburger Bahnhof ist für Menschen mit eingeschränkter Mobilität ein großes Hindernis. © Stephan


Zugesichert ist eine Umsetzung bis zum Jahr 2021 – vorausgesetzt, das Geld reicht. In Pleinfeld gab es vielfache Aktivitäten, um endlich den Ausbau zu erreichen. Die SPD sammelte Unterschriften, eine online Unterstützer bei Open Petition gesucht, Bürgermeister Markus Dirsch übte mithilfe der CSU-Ab­geordneten Artur Auernhammer und Manuel Westphal politischen Druck aus, und auch der Tourismusverband Franken warf sein Gewicht in die Waagschale. Nach jahrelangem Kampf gibt es seit Dezember zumindest die Zusage, dass die Sache in Angriff genommen wird.

Ähnliches hat Landrat Gerhard Wägemann nun in den beiden großen Städten im Landkreis vor. Er hat sich den Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN) und Innenminister Joachim Herrmann ins Boot geholt. „Wir bemühen uns intensiv darum, dass die beiden Bahnhöfe Gunzenhausen und Weißenburg in das nächste Ausbauprogramm Bayern-Paket  2019 aufgenommen werden“, erklärte der Landrat bei einem Pressegespräch.

Das Problem beim behindertengerechten Ausbau: Die erforderlichen Baumaßnahmen mit Unterführungen, Aufzügen und entsprechend hohen Bahnsteigen gehen schnell in die Mil­lionen. Es dauert einfach lange, bis alle Bahnstationen in Deutschland entsprechend nachgerüstet sind. Die Bahn priorisiert dabei unter anderem nach den Fahrgastzahlen, und dabei landen Weißenburg und Gunzenhausen eben nicht auf den vordersten Plätzen. Dennoch ist Wägemann zuversichtlich, dass die Sache nun vo­rankommt. Er hat schon zu Zeiten als Landtagsabgeordneter immer wieder bei den Bahnverantwortlichen nachgebohrt und auf die Erfordernis des Ausbaus in den beiden Städten hin­gewiesen.

Herrmann soll helfen

Auch bei einem anderen Bahnprojekt im Landkreis hat sich der Landrat Innenminister Joachim Herrmann an die Seite geholt: bei der Reaktivierung der Hesselbergbahn von Gunzenhausen zumindest bis nach Wassertrüdingen – von der Verlängerung bis Nördlingen mag man angesichts der anhaltenden Probleme ohnehin kaum noch reden. Wägemann teilte nun mit, dass ein Infrastrukturgutachten erstellt wurde. Dieses hat die im Raum stehenden Investitionskosten von 4,7 Millionen Euro überprüft und zeigt auch ein denkbares Geschäfts- und Organisationsmodell auf. Weiter ins Detail wollte er zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht gehen. Das Gut­achten, das auch dem ebenfalls be­troffenen Landkreis Ansbach vorliegt, soll nun mit Innenminister Herrmann und Bayerns Bahnbevollmächtigtem Klaus-Dieter Josel besprochen werden. Herrmann habe ihm zugesichert, dass die Angelegenheit nun Chefsache sei und er sich persönlich kümmern werde.

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Wie mehrfach berichtet, gibt es seit Jahren Bemühungen, die Hesselbergbahn wieder fahren zu lassen. Doch außer einer großspurigen Ankündigung von Ministerpräsident Horst Seehofer im Bierzelt in Gunzenhausen ist nach außen nicht viel passiert. Hinter den Kulissen jedoch umso mehr. Inzwischen haben die Passagierzahlen die 1 000er-Marke an Werktagen genommen. Doch nun geht es um die Millionenkosten für den Ausbau der Strecke.

Von einem Begegnungsgleis bei Cronheim und einer Umgestaltung von Langlau zum Kreuzungsbahnhof ist die Rede. Nur dann könnten die Züge bis nach Pleinfeld durchfahren und dort den Anschluss Richtung Nürnberg gewährleisten. Müssten die Reisenden bereits in Gunzenhausen umsteigen, würde sich das negativ auf die Nutzungszahlen auswirken, sind sich die Fachleute einig.

Die Bayern-Bahn lässt derzeit Güterzüge auf der Strecke rollen. Im Jahr 2019 soll es zudem einen Zubringerzug von Gunzenhausen zur Kleinen Landesgartenschau nach Wassertrüdingen geben. Wie es danach mit der Hesselbergbahn weitergeht, hängt wohl vom Verlauf der Gespräche mit Herrmann und Josel ab. 

Robert Maurer

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