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Sonntag, 16.12.2018

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Langenaltheim lehnt Solarpark ab

Eine klare Zweidrittelmehrheit sprach sich gegen das Projekt aus - 21.01.2018 19:44 Uhr

Das klare Votum der Langenaltheimer Bürger beim Bürgerentscheid hat die Realisierung eines Solarparks südlich von Langenaltheim gestoppt. Die Fotomontage hat die Bürgerinitiative gegen das Projekt erstellt. © Bürgerinitiative (Fotomontage)


Exakt 738 Nein-Stimmen gab es. Das sind 66,3 Prozent. Dementsprechend lag die Zahl derer, die wollten, dass südlich von Langenaltheim auf einer Fläche von 15 Hektar der größte Solarpark in Weißenburg-Gunzenhausen entsteht, bei nur 332 oder 33,7 Prozent.

Bürgermeister Alfred Maderer (Freie Wähler), der ein Verfechter des Vorhabens war, bezeichnete das Eregebnis in einer ersten Stellungnahme als „vertane Chance für Langenaltheim“. Nachdem sich Befürworter und Gegner in den vergangenen Wochen gegenseitig recht hart angegangen waren, kann das klare Ergebnis nun immerhin dazu beitragen, den Frieden wieder in die Gemeinde einziehen zu lassen.

Bemerkenswert ist die für einen Bürgerentscheid hohe Wahlbeteiligung. 1113 Menschen haben ihre Stimme abgegeben. Das bedeutet eine Wahlbeteiligung von 62,7 Prozent. Das 20-Prozent-Quorum wurde damit weit übertroffen.

Die hohe Beteiligung hat mit Sicherheit damit zu tun, dass mit der Wahlbenachrichtigung auch gleich die Unterlagen für die Briefwahl mit verschickt wurden. 986 Langenaltheimer machten von der Briefwahl Gebrauch (332 dafür, 654 dagegen). Ins einzige Wahllokal im Rathaus kamen gestern nur 127 Wähler (43 dafür, 84 dagegen). Die Folge dieser Art der Stimmabgabe: Die gesamte Gemeinde war ein Stimmbezirk. Somit gibt es keine gesonderten Auswertungen, wie die Ortsteile Langenaltheim, Rehlingen und Büttelbronn abgestimmt haben.

Geplant war ein 15 Hektar großer Solarpark südlich von Langenaltheim in der Unteren Lohr. Die Solarmodule hätten elf Millionen Kilowattstunden Sonnenstrom liefern sollen. Der Bedarf von rund 2700 Vier-Personen-Haushalten. Hinter dem Projekt stand die neoVis GmbH aus Landshut. Die Befürworter führten ins Feld, dass der Solarpark einen wichtigen Beitrag zur Energiewende leisten würde.

Die Gegner des Vorhabens hatten hingegen vor allem mit der Verschandelung der Landschaft argumentiert. Denn bislang gibt es in der Unteren Lohr nur Felder, Wiesen und Hecken – kaum berührte Natur also. Das historische Krauthaus und das Naturdenkmal „Alte Eiche“ liegen in der Nähe und dienen Einheimischen gerne mal als Ziel eines Spaziergangs. 

Robert Maurer Weißenburger Tagblatt

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