Dienstag, 13.11.2018

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Naturpark bekommt Ranger

Eine Stelle für Altmühlfranken - 07.11.2018 15:21 Uhr

Tanja Schorer-Dremel setzte sich mit ihren Kollegen des Umweltausschusses des Bayerischen Landtags erfolgreich für Ranger in den Naturparken Bayerns ein. Im Resultat sollen bereits im kommenden Jahr vier Naturpark-Ranger im Altmühltal unterwegs sein. © Naturpark


Man kennt die Naturpark-Ranger vor allem aus den USA oder Kanada, wo die Umweltschützer in staatlichem Auftrag meist in schicken Uniformen unterwegs sind und sich darum kümmern, dass Tourismus und Natur gut miteinander zurechtkommen. Und so ein bisschen wird man sich das im kommenden Jahr auch im Naturpark Altmühltal vorstellen dürfen. Tatsächlich sollen die Ranger sogar Uniformen bekommen, die das bayerische Umweltministerium derzeit entwirft.

Der Naturpark wird für den Einsatz der Ranger in vier Bereiche aufgegliedert: Der Bereich West umfasst die Naturparkgemeinden in den Landkreisen Weißenburg-Gunzenhausen und Donau-Ries, der Bereich Mitte/Süd erstreckt sich über die Landkreise Eichstätt-Süd und Neuburg-Schrobenhausen, der Bereich Mitte/Nord besteht aus Eichstätt-Nord und Roth sowie der Stadt Ingolstadt und der Bereich Ost schließt die Naturparkgemeinden in den Landkreisen Kelheim, Neumarkt und Regensburg ein.

Jeder der vier Bereiche erhält einen Ranger zugeteilt, der dort vor Ort auch seine Dienststelle haben soll. Zwei Dienststellen stehen schon fest, die Ranger der Bereiche Mitte/Nord und Mitte/Süd werden am Informationszentrum Naturpark Altmühltal in Eichstätt angesiedelt, dort ist auch die Geschäftsstelle des Naturpark-Vereins untergebracht, der offiziell Arbeitgeber der Ranger ist.

Wer bekommt den Ranger?

Bei der Versammlung signalisierten einige Mitglieder aus den Bereichen Ost und West bereits ihre Bereitschaft, die Dienststellen für die verbliebenen beiden Ranger bei ihnen einzurichten. Durchaus Chancen auf eine Ansiedlung dürfte etwa die Stadt Treuchtlingen haben, die im Bereich West nicht nur günstig liegt, sondern mit dem Naturparkzentrum auch schon ein organisatorisch sinnvolles Umfeld zu bieten hätte. Allerdings scheint auch Weißenburg nicht ausgeschlossen, da der Naturpark bereits festgestellt hat, dass seine räumliche Anbindung an eine Einrichtung oder Behörde aus den Bereichen Naturschutz, Landschaftspflege oder Umweltbildung sinnvoll sei.

Wie der Vorsitzende des Naturpark-Vereins, Eichstätts Landrat Anton Knapp, erläuterte, „sind die Stellen vorerst auf das Kalenderjahr 2019 befristet, allerdings habe der Umweltausschuss im Bayerischen Landtag parteiübergreifend und eindeutig signalisiert, die Stellen dauerhaft zu fördern“. Dies macht auch Sinn, denn die Ranger werden zu Anfang ihrer Tätigkeit einen dreimonatigen Kurs in Laufen absolvieren und bekommen zudem die Chance, in Nationalparks zu hospitieren.

Inzwischen ist die Stellenausschreibung offiziell abgestimmt und auch bereits online gestellt: intern.naturpark-altmuehltal.de/stellenangebote/. Interessenten können ihre Bewerbungsunterlagen bis zum 30.11.2019 an den Verein Naturpark Altmühltal ausschließlich per Mail senden (verein@naturpark-altmuehltal.de).

Mehr Umweltschutz

Für den Naturpark-Verein entstehen durch die Initiative jährliche Kos-ten von 28000 Euro, die unter anderem durch eine Erhöhung der Mitgliedsbeiträge finanziert werden. Das aber scheint verschmerzbar, denn den Löwenanteil der neuen Naturpark-Mitarbeiter finanziert der Freistaat Bayern, der mit 65000 Euro in das Projekt einsteigt.

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Diese Möglichkeit ergab sich durch die im Sommer vom Landtag verabschiedete „Naturoffensive Bayern“, die für eine Stärkung der Naturparks sorgen sollte. Und eine Maßnahme in dieser Offensive ist eben der Einsatz und die Finanzierung von Naturpark-Rangern. Naturpark-Geschäftsführer Christoph Würflein freut sich über die neue Perspektive, die sich durch die Ranger ergeben. In der Vergangenheit sei den Naturparks oft vorgeworfen worden, zu viel auf Tourismus und zu wenig auf den Umweltschutz zu achten. Mit den Naturpark-Rangern soll den bestehenden umweltpädagogischen Angeboten von etablierten Gruppen keine Konkurrenz gemacht werden“, versichert Würflein. Die Ranger sollten vor allem vor Ort und inmitten des Naturparks aufklären, überwachen und vermitteln. 

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