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Noch darf im Stehen gepaddelt werden

Vorerst gibt es weder ein SUP- noch ein Kanu-Verbot auf der Altmühl - 20.06.2018 06:17 Uhr

Stehen und paddeln . . . und bald aus dem Wasser gehen? © Jan Stephan


Hauptgrund für ein mögliches SUP-Verbot ist laut dem Naturparkchef Christoph Würflein die bedrohte Fischfauna. Die Fischer klagen seit einiger Zeit darüber, dass die Bestände kleiner werden, weil die Fische wegen des Trubels auf der Altmühl nicht mehr Laichen können.

Es war sogar ein komplettes Verbot für Paddler aller Art auf der Altmühl in der Diskussion. Doch zuletzt glaubte man in den beteiligten Landratsämtern in Weißenburg und Eichstätt einen Kompromiss gefunden zu haben: Kanus sollten erlaubt bleiben, aber SUPs verboten werden. Die Begründung: Bei Touren mit dem Stechpaddel werde besonders viel Sediment aufgewirbelt. Das sei problematisch für den Fischlaich und die Fischbrut. Außerdem würden die stehenden Paddler auch die Wiesenbrüter am Flussufer stören.

Wer ist störender?

Ob die Stehpaddler für Wiesenbrüter durch ihre Größe störender sind als sitzende Kanufahrer, das müsse erst noch geprüft werden, sagte Christoph Würflein der Abendschau des Bayerischen Rundfunks. Inzwischen wurde das Thema bereits von mehreren überregionalen Medien aufgegriffen, darunter auch die BR-Magazinsendung quer.

Daniel Nagl als Vertreter der SUP-Gemeinde kann nicht verstehen, warum man vonseiten des Landratsamts Eichstätt jetzt den Steh-Paddlern den schwarzen Peter zuschieben will. Die SUP-Fahrer haben im Unterschied zu Junggesellenabschieden in Kanus keine Bierkästen dabei und treten in viel geringer Zahl in Erscheinung. Dagegen gebe es derzeit allein 1000 registrierte Mietboote, die regelmäßig die Altmühl auf- und abschippern.

Die Argumentation, dass Steh-Paddler ihr Paddel viel tiefer einstechen würden, sei schlicht nicht wahr und wissenschaftlich nicht belegbar. Deshalb kann sich Nagl auch eines Eindrucks nicht erwehren: "Hier werden ausgerechnet die Kleinsten zum Feindbild gemacht, ohne dass das etwas bringt." So drängt sich dem SUP-Vertreter der Verdacht auf, dass auch die Tourismuslobby einen Einfluss darauf hat, wer künftig auf der Altmühl paddeln darf und wer nicht.

Ein Verdacht, der nicht ganz von der Hand zu weisen ist. Schließlich hätte ein generelles Bootsverbot auf der Altmühl Würflein zufolge gravierende Auswirkungen. "Das wäre der Supergau. Bootswandern ist ein wichtiges Angebot für den Tourismus, von dem vor allem kleine Gasthöfe, Pensionen und Bootsverleiher leben", sagte der Naturpark-Geschäftsführer.

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Laut dem Landratsamt Eichstätt wäre die bevorzugte Lösung "eine Selbstbeschränkung mit gegenseitiger Rücksichtnahme". Die Behörde stellt sich im Idealfall vor, dass alle beteiligten Interessengruppen einen Kompromiss eingehen. Wie der aussehen kann, sei derzeit noch völlig offen. Man will im Landratsamt erst einmal die Ergebnisse einer Bachelorarbeit abwarten, die die Lage wissenschaftlich einordnen, sagte Landratsamt-Sprecher Manfred Schmidmeier auf Anfrage des Eichstätter Kuriers. Es könne aber auch durchaus sein, dass das Ergebnis "kein Ergebnis ist".

Ins Rollen kam der Stein, weil Fischer in der Vergangenheit immer wieder auf die negativen Folgen des Bootstourismus für die Fischpopulation, insbesondere Barbe und Nase, in der Altmühl aufmerksam gemacht haben. Aus Sicht der Fischer haben die Behörden viel zu lange untätig zugeschaut, weshalb sie eine Totalsperre der Altmühl als Drohkulisse aufbauten. Von dieser maximalen Forderung sind sie inzwischen aber wieder abgerückt.

Wie lange es dauert, bis eine endgültige Regelung feststeht, konnte der Landratsamtssprecher laut dem Eichstätter Kurier noch nicht sagen. Bis dahin bleibt erst einmal alles beim Alten und es dürfen sowohl Kanus als auch noch SUP auf der Altmühl fahren. 

Markus Steiner

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