Mittwoch, 12.12.2018

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Pappenheimer Bahnbrücke wird neu gebaut

Landkreis zahlt 3,4 Millionen Euro - 07.12.2018 08:07 Uhr

Zu eng und zu niedrig: Die Eisenbahnunterführung in Pappenheim ist den Anforderungen des heutigen Verkehrs nicht mehr gewachsen und soll deshalb verbreitert werden. Der Neubau kostet den Landkreis rund 3,4 Millionen Euro. © WT-Archiv


Nach Ansicht der Kreispolitiker ist der Neubau allerdings alternativlos. Denn das alte Bauwerk lässt gerade einmal eine Fahrbahnbreite von 3,75 Metern zwischen den Bordsteinen zu, weshalb der Verkehr bislang auch nur einspurig durch den Tunnel geführt und mit einer Ampel geregelt werden muss. Die lichte Durchfahrtshöhe von vier Metern entspricht ebenfalls nicht mehr den Anforderungen einer Kreisstraße.

Für den Schwerlastverkehr der in der Region ansässigen Naturstein- und Zementindustrie bedeutet das ent­weder Zeitverluste oder teilweise auch Umwege, erklärte jetzt Eduard Weigl, der Leiter der Tiefbauverwaltung am Landratsamt, den Mitgliedern des Kreisausschusses. Zudem sei die Linienführung der Kreisstraße WUG 9 vor der Brücke aus Richtung der Staatsstraße 2230 unübersichtlich.

Genug Gründe also, um das vor­handene Eisenbahnüberführungsbauwerk, wie der Tunnel im Fachjargon heißt, zu ersetzen. Das neue Bauwerk soll einen größeren Querschnitt haben, der zwei Richtungsfahrbahnen erlaubt und beidseitige Gehwege zulässt, die die Sicherheit der Fußgänger erhöhen sollen. Nach dem Neubau soll die Eisenbahnüberführung eine lichte Weite von mindestens 13,45 Metern und eine lichte Höhe von mindestens 4,54 Metern haben.

Der Landkreis zahlt kräftig

Da es sich hierbei um eine Maßnahme nach Paragraf 12 des Eisenbahnkreuzungsgesetzes (EKrG) handelt, der besagt, dass Kosten immer demjenigen zur Last gelegt werden, der die Änderung verlangt, muss der Landkreis die Erneuerung der Eisenbahnüberführung alleine tragen, erklärte Landrat Gerhard Wägemann. Denn vonseiten der Bahn bestehe keine Notwendigkeit für eine Verbreiterung. Allerdings wurde mit der DB Netz AG inzwischen vereinbart, dass für eingesparte bzw. reduzierte Unterhaltsaufwendungen an den Landkreis ein Vorteilsausgleich in Höhe von rund 1,95 Millionen Euro gezahlt wird.

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Tiebauverwaltungsleiter Eduard Weigl nannte als Termin des
Brückeneinbaus den 30. Juni 2019. Allein der Einschub der komplett fertigen und an einem anderen Ort produzierten Betonröhre dauert rund 150 Stunden. Bis dann alle damit zusammenhängenden Bauarbeiten und der Straßenbau erledigt sind, dürfte es Mitte 2020 sein. Die ersten vorbereitenden Bauarbeiten sollen Weigl zufolge im Februar 2019 erfolgen. Während des Tunnel-Neubaus wird der Verkehr teilweise über Langenaltheim umgeleitet. Das vorhandene Bauwerk wird nach der Inbetriebnahme der neuen Eisenbahnüberführung Weigl zufolge dann abgerissen und wieder verfüllt. Auch für den Leiter der Tiefbauverwaltung am Landratsamt ist der Brückenneubau ein „besonderes Bauwerk“. 

Markus Steiner

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