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Ramsberger Feuerwehr: Kommandant in Kampfabstimmung bestätigt

Gemeinderat beendet Dauerstreit - 11.11.2017 07:00 Uhr

Bleibt umstritten, aber dennoch Kommandant: Florian Riedl wurde jetzt auch vom Pleinfelder Gemeinderat in seinem Amt bestätigt und wird die Geschicke der Ramsberger Feuerwehr weiterhin führen. © Markus Steiner


Ein Votum, das denkbar knapp ausfiel, aber im Sinne der Freien Wähler sein dürfte. Die hatten nach dem Hickhack um Florian Riedl den Antrag gestellt, ihn doch als Kommandanten zu bestellen, nachdem sich kein anderer Bewerber finden ließ und auch die Bestellung eines Notfall­kommandanten scheiterte (wir berichteten). Vor der Abstimmung schien es fast so, als würde es wieder nichts werden mit der Anerkennung des Kommandanten, der von seiner Ramsberger Wehr schon zweimal gewählt worden war.

„Planlos“ agiert

FW-Fraktionsvorsitzender Norbert Schuster warf Bürgermeister Markus Dirsch (CSU) vor, dass er in der Kommandantenfrage insgesamt „planlos“ agiert habe. Vor der letzten Gemeinderatssitzung, in der der Notkommandant hätte bestellt werden sollen, habe sich Dirsch nicht rückversichert, ob der vorgeschlagene Kandidat überhaupt bereit dazu sei. Zudem laufe noch immer Riedls Klage beim Verwaltungsgericht wegen seiner Nichtbestellung. Sollte die Gemeinde Pleinfeld in dieser Sache unterliegen, müsse man Riedl ohnehin bestätigen. Der sei immerhin zweimal „ordentlich  gewählt worden“. Die Freien Wähler hielten ihn zudem für „fachlich und persönlich geeignet“. Seine Bestellung sei die letzte Chance, um „mit einem blauen Auge davonzukommen und das Thema vom Tisch zu kriegen“, appellierte Schuster.

SPD-Fraktionsvorsitzende Inge Dorschner pflichtete ihrem Vorredner im Wesentlichen bei und meinte: „Wir sollten endlich einen Strich unter die Sache ziehen.“ Viele Bürger hätten sie mehrfach gefragt, ob es denn in Pleinfeld keine anderen Probleme gebe als die Kommandantenfrage, die Ramsberg überregional zu eher trauriger Bekanntheit verholfen hat. Auch nach Meinung der SPD sei Riedls Fachkompetenz „unbestritten“. Aus diesem Grund stimme ihre Fraktion für den Kommandanten, bitte aber in Zukunft auf beiden Seiten um einen „respektvollen Umgang“. Schließlich handle es sich um eine Ehrenamt, in dem man eine große Verantwortung trage. Abschließend appellierte die 2. Bürgermeisterin: „Wir wollen das als einen Neuanfang sehen.“

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Weitaus weniger euphorisch skizzierte Stefan Ritzer für die CSU die Ausgangslage. Über den alten und neuen Ramsberger Kommandanten gebe es einige „aktenkundige Vorfälle“, die auch den Bayerischen Gemeindetag zu dem Schluss kommen ließen, dass Riedl „nicht geeignet“ sei. So sei er unter anderem aus freien Stücken von seinem Amt zurückgetreten, weil ihm der Feuerwehr-Lehrgang vonseiten der Gemeinde verweigert worden war. Aussagen, dass bei der Ramsberger Feuerwehr verwendete Kleidung angeblich nicht für den Einsatz geeignet sei, hätten sich nachträglich als falsch erwiesen, und auch Riedls Behauptung, dass es nicht genügend Schutzausrüstung geben, stimme nicht.

Gemeindetag empfahl Ablehnung

Wilfried Schober vom Bayerischen Gemeindetag sei deshalb in seinem Schreiben zu folgender Einschätzung gekommen: Der Markt Pleinfeld
muss die Bestätigung deshalb sogar versagen. Fraktionsvorsitzender Thomas Hueber ergänzte Ritzers Ausführungen noch um seine Einschätzung: „Herrn Riedl fehlt der Wille der Zusammenarbeit mit der Gemeinde und anderen Feuerwehren. Ich hoffe, dass er sich bessert und dazugelernt hat, sollten wir überstimmt werden.“

Astrid Weiße (SPD) erklärte vor der Abstimmung noch, dass ihr selbst nicht ganz wohl sei, sie dennoch aber für Riedl stimmen wolle – in der Hoffnung, dass er aus der Vergangenheit dazugelernt habe. Gerhard Fuchs (FW) fasst dann abschließend zusammen, dass dem Gemeinderat aus seiner Sicht letztlich keine andere Wahl bleibe, weil es keine Alternativen gebe: „Deshalb sollte man den Freien Wählern dankbar sein, wenn wir den Karren jetzt wieder aus dem Dreck ziehen.“ Erst nach der Abstimmung ließ sich Bürgermeister Dirsch zu einem Statement hinreißen: „Ich sehe das sehr kritisch, muss es aber akzeptieren.“ 

Markus Steiner

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