Freitag, 19.10.2018

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Stand-Up-Paddler sauer wegen Altmühl-Sperrung

Kanuverband lehnt "Kompromiss" ab - 22.05.2018 06:00 Uhr

Soll in Zukunft verboten sein: Für Stand-Up-Paddler soll die Altmühl gesperrt werden. Dafür kämen die Kanu-Anbieter weitgehend ungeschoren davon. © WT-Archiv


Mit Bedauern habe man zur Kenntnis genommen, dass zwischen Vertretern der Landkreise Eichstätt und Weißenburg-Gunzenhausen, den Wasserwirtschaftsämtern Ansbach und Ingolstadt sowie dem Naturpark Altmühltal eine „Lösung“ für den Wassertourismus auf der Altmühl ge­funden wurde, heißt es in einer Stellungnahme des Kanu-Verbands.  Zwar soll das Paddeln mit den typischen Kanus (Kajak oder Canadier) weiterhin erlaubt sein, jedoch soll das Stand-Up-Paddling ganzjährig ver­boten werden.

„Es verwundert, dass solche ,Lösungen‘ ohne Beteiligung der Betroffenen gesucht und gefunden werden“, beschwert sich der Verband in der Pressemitteilung. So sei der DKV über sein zuständiges Mitglied, den Bayerischen Kanu-Verband (BKV, nicht in das Verfahren eingebunden worden. „Als Interessenvertreter der jungen Kanu-Disziplin Stand-Up-Paddling (SUP) hätten wir so darauf hinweisen können, dass die vorgetragenen Störungen (erhöhte Sedimentaufwirbelung bzw. Beeinträchtigung von Wiesenbrütern) unzutreffend oder auf Annahmen, die naturwissenschaftlich nicht begründbar sind, beruhen.“

Der DKV und der BKV lehnen daher die vorgeschlagenen Regelungen ab und fordern eine Wiederaufnahme der Gespräche unter unmittelbarer Einbindung der Betroffenen. Damit könnte der jüngst in Aussicht gestellte Kompromiss wieder ins Wanken geraten. Denn mit der Stellungnahme der Behörden schienen für den Kanutourismus in der Region die größten Probleme aus der Welt geschafft. Die vorhandenen Anbieter können gut damit leben, dass es weitere schifffahrtsrechtliche Genehmigungen nur noch gibt, wenn alte zurückgezogen werden. Und auch das Stand-Up-Paddling-Verbot dürfte den meisten Bootsvermietern verkraftbar erscheinen. Zwar boomt diese junge Trendsportart auch auf der Altmühl, hier hat sich bislang aber keine größerer Verleihinfrastruktur gebildet. Die Stand-Up-Paddler haben ihr Material offenbar meistbietend selbst dabei, Geld verdient wird vor Ort vor allem mit der Vermietung von Kanus.

Wie sieht die Verordnung aus?

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Nun dürften mit Spannung die Details der Verordnung erwartet werden, die derzeit in den Landratsämtern in Weißenburg und Eichstätt ausgear­beitet wird. Die junge und boomende SUP-Szene wird sehr aufmerksam verfolgen, was vor Ort entschieden wird, und gegebenenfalls wohl auch protestieren. Immerhin könnten andere Behörden die Regelungen für weitere Flüsse übernehmen. 

Jan Stephan

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