Mittwoch, 14.11.2018

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Tausende Glückwünsche für Aria aus Stopfenheim

Das Mädchen hat in den USA ein Spenderherz erhalten - 26.07.2018 06:00 Uhr

Ein süßes Mädchen: Aria hat nach bangen Wochen des Wartens nun in den USA ihr Spenderherz bekommen. Nun hoffen alle, dass der Körper das Organ auch annimmt. Das Bild entstand vor der OP. © Privat


Als die Familie am Dienstagabend deutscher Zeit die Nachricht öffentlich machte, überschlugen sich die Reaktionen in den sozialen Netzwerken. Binnen weniger Stunden erreich­te die Nachricht zigtausende von Menschen in ganz Deutschland, Tausende Kommentare mit Glück- und Segenswünschen gingen ein. Die kleine Aria lag da bereits in ihrem Bettchen auf der Intensivstation und erholte sich von den Strapazen der OP.

Es waren aufregende Tage gewesen. Erst vor einer Woche musste die Familie einen Rückschlag verkraften. Aria hatte ein Herz zugeteilt bekommen, die Transplantation musste im letzten Moment abgesagt werden, da sich ihr Immunkörperspiegel erhöht hatte. Die Ärzte entschieden, dass die kleine Stopfenheimerin nur ein Herz bekommen kann, das auch zu ihrer Blutgruppe passt. Das bedeutete weiteres Warten. Aria war inzwischen auf einem der vordersten Plätze der amerikanischen Organvergabeliste gerutscht, weil die Ärzte die Situation als dringlich einstuften.

Am Montagabend deutscher Zeit kam schließlich die Nachricht, dass ein neues, passendes Organ zur Ver­fügung steht, rund 15 Stunden später begann bereits die Operation. „Wir haben uns erst mal versucht, noch zurückzuhalten, weil wir Angst hatten, dass wieder irgendwas nicht klappt“, erzählt Daniela Lichei, Arias Tante, die mit der Familie in stetem Kontakt steht. Dass nun alles gut ging, sorgte für große Erleichterung und Freude. „Wir haben jetzt das geschafft, was zunächst nicht möglich schien“, stellte Lichei fest. „Ich denke, in Deutschland hätte sie es nicht geschafft.“ In die Erleichterung mischte sich Erschöpfung. Auch ihr war anzumerken, dass die vergangenen Monate Kraft gekostet hatten.

Ein Leben auf der Intensivstation

Das gilt in erster Linie für die Eltern von Aria, die seit sieben Wochen auf der Intensivstation des Kinderkrankenhauses Le Bonheur in Memphis leben. „In den ersten Wochen durften sie die Station kaum verlassen. Dann zumindest mal vor das Krankenhaus“, erzählt Arias Tante. Wie es weitergeht, müssen die nächsten Wochen zeigen. Daniela Lichei geht davon aus, dass Aria mindestens noch zwei Monate in den USA bleiben muss. Das hängt davon ab, wie sie mit dem neuen Herz zurechtkommt. Die Ärzte müssen die richtige Dosis an Medikamenten finden, die Arias Immunsystem so weit unterdrücken, dass es das neue Herz nicht als Fremdkörper abzustoßen versucht.

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Dass das Mädchen – Aria hat eine linksventrikulär betonte dilatative Kardiomyopathie – in den USA ein neues Herz bekommen konnte, war nur wegen ihrer doppelten Staats­bürgerschaft möglich. Arias Vater ist gebürtiger US-Amerikaner. Zudem sorgte erst die Spendenbereitschaft unzähliger Menschen dafür, dass die kostspielige Transplantation auch finanzierbar war. Am Ende könnten Kosten von bis zu einer Million Dollar stehen. Die Medienberichterstattung, die im Weißenburger Tagblatt begann und schließlich deutschlandweit aufgegriffen wurde, sorgte auch dafür, dass sich Arias deutsche Krankenkasse bewegte und Kosten in Höhe von 500000 Dollar übernahm. Die Stiftung Ein Herz für Kinder bezahlte zwischenzeitlich den kostspieligen  Ambulanzflug in die USA. Zudem ging bei der in Weißenburg ansässigen Hilfsorganisation Kinderschicksale Mittelfranken die unglaubliche Sum­me von fast 300000 Euro ein. 

Jan Stephan

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