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Treuchtlinger Korbjäger waren völlig von der Rolle

VfL kassierte gegen Rosenheim eine 76:83-Niederlage - 01.02.2016 08:52 Uhr

Kein echter Zugriff auf Ball und Gegner: Eine sympthomatische Szene aus dem VfL-Spiel gegen Rosenheim. Mit seinen neun Punkten war Youngster Jonathan Schwarz (links) immerhin ein Lichtblick.

Kein echter Zugriff auf Ball und Gegner: Eine sympthomatische Szene aus dem VfL-Spiel gegen Rosenheim. Mit seinen neun Punkten war Youngster Jonathan Schwarz (links) immerhin ein Lichtblick. © Mühling


Nur das erste Viertel konnten die Altmühltaler mit 24:12 gewinnen. Die drei anderen Abschnitte gingen mit 19:15, 30:21 und 22:16 an die Gäste aus Oberbayern, die im Gegensatz zum klaren Treuchtlinger Hinspiel-Erfolg in Rosenheim diesmal personell deutlich besser aufgestellt waren. Sie nutzten die VfL-Schwächen an diesem Abend clever aus und gewannen am Ende verdient. Rosenheim verbesserte sich damit auf Rang neun, Treuchtlingen bleibt Dritter.

Zu Beginn war ein Sieg des Sportbundes nicht unbedingt zu erwarten. Mit einem 11:0-Lauf zogen vielmehr die Hausherren vor rund 600 Zuschauern in der Turnhalle der Senefelder-Schule auf 22:8 davon und hatten zu Beginn des zweiten Abschnittes sogar satte 15 Zähler Vorsprung (27:12). „Für uns ging es am Anfang zu leicht. Man hat aber auch schon in dieser Phase schon gespürt, dass es heute nicht passt“, stellte VfL-Trainer Stephan Harlander hinterher fest.

Jedenfalls kippte die Partie, obwohl Timo Fliege nach einem sogenannten technischen Foul frühzeitig vom Feld flog, und die Gäste mit einem Mann weniger auskommen mussten. Bis zur Pause (39:31) lebten die Treuchtlinger noch von ihrem Polster, spätestens im dritten Abschnitt sah es dann jedoch ganz übel aus, als Rosenheim nach einer famosen 17:0-Serie mit 51:44 in Führung ging. Das VfL-Spiel war völlig zerfahren, es war geprägt von Ballverlusten, Fehlpässen und Fehlwürfen, wie man sie von der Mannschaft in dieser Form seltenst erlebt. Harlander drückte es so aus: „Das zweite und dritte Viertel waren unterirdisch“.

Frust auf der Bank: Trainer Stephan Harlander (li.) und sein „Co“ Marius Lang (re.) waren reichlich unzufrieden.

Frust auf der Bank: Trainer Stephan Harlander (li.) und sein „Co“ Marius Lang (re.) waren reichlich unzufrieden. © Mühling


Trotz allem blieben die Gastgeber mit Hängen und Würgen irgendwie im Spiel. Besonders wichtig war ein „Dreier“ und Weckruf von Arne Stecher zum 51:53, und als es beim Stand von 60:61 ins Schlussviertel ging, war die Partie noch immer offen. Zweimal konnte der VfL durch Stefan Schmoll und Peter Maischak noch ausgleichen, insgesamt mangelte es aber an der Korbausbeute, die sich am besten an der miserablen Quote bei den Dreipunktewürfen ablesen lässt: nur fünf von 30 (!) Versuchen gingen rein, wobei teils auch Pech dabei war. 

1:28 Minuten vor Schluss zappelte dann endlich mal ein „Dreier“ im Netz und Claudio Huhn verkürzte damit auf 73:76. Per Freiwurf ließ Arne Stecher sogar das 74:76 folgen. Doch es fehlte diesmal einfach das letzte Aufbäumen und es sollte nicht mehr reichen – auch nicht zur Verlängerung. Rosenheim machte vor allem von der Freiwurflinie alles klar zum 76:83-Endstand und hatte in Aleksandar Matoski (23), Adrian Gheorghiu (19) und Jguwon Hogges (15) seine Topscorer. Beim VfL erzielte Stefan Schmoll die meisten Punkte (21).

Der Treuchtlinger Kapitän sprach am Ende von der „schlechtesten Teamleistung“ und Trainer Harlander zeigte sich „fassungslos“. Er wollte nach diesem Match „keinen in die Pfanne hauen“, weil das der bisher so erfolgreichen Saison nicht gerecht würde. Ganz allgemein stellte er aber fest: „Das hatte von unserer Seite heute nichts mit Sport zu tun.“ Offenkundig ärgerte sich der Coach nicht nur darüber, dass es auf dem Feld nicht stimmte, sondern auch dass es hinter den Kulissen rumorte. Die entsprechenden Dinge will er intern bereden und klären, einen Punkt beklagte Stephan Harlander aber gleich ganz offen: „Die Mentalität war heute bei uns nicht gut.“

Des einen Leid, des anderen Freud’: Die Rosenheimer bejubelten einen Überraschungssieg – und das nach einer „katastrophalen Trainingswoche“, die Trainer Robert Miller und sein Team hinter sich hatten. Die VfL-Baskets seien zu keinem Zeitpunkt mit der Rosenheimer Zone zurechtgekommen, stellte der Gäste-Coach fest. Ein Grund für den Erfolg war aus Millers Sicht auch, dass sich seine Mannschaft von der „geilen Kulisse“ in Treuchtlingen zu besonderen Leistungen anstacheln lässt. Trotz des Sieges, so Robert Miller, stehe sein SB-Team aber nach wie vor in der unteren Tabellenhälfte „mit dem Rücken zur Wand“.

Den VfL-Baskets dürfte nach der Heimpleite die Faschingspause ganz gelegen kommen. Zwei Wochen bleiben den Treuchtlingern Zeit, um die Kräfte wieder zu bündeln. Am Samstag, 13. Februar, um 19.30 Uhr steht das Derby gegen Ansbach auf dem Plan – und da sollen die Zuschauer wieder einen anderen VfL zu sehen bekommen.

Die Spielstatistik 76:83

VfL-Baskets Treuchtlingen: Stefan Schmoll (21 Punkte, 8 Rebounds), Peter Maischak (14), Claudio Huhn (13 Punkte, 4 Assists), Tim Eisenberger (10 Punkte, 7 Assists, 5 Rebounds), Jonathan Schwarz (9 Punkte, 5 Rebounds), Arne Stecher (4), Florian Beierlein (3), Jonas Rauch (2), Florens Remmele, Kevin Vogt, Nico Jahnel, Tobias Heinz. 

SB/DJK Rosenheim: Aleksandar Matoski (23 Punkte), Adrian Gheorghiu (19 Punkte, 8 Rebounds), Jguwon Hogges (15), Cornelius Höpfner (9), Steffen Lautner (7), Peter Breitfeld (4), Varfie Kromah (2), Timo Fliege (2), Arne Steinhauer (2), Christian Hlatky.

Die Einzelnen Viertel: 24:12, 15:19, 21:30, 16:22); Spielstand im Fünf-Minuten-Takt: 11:8, 24:12, 27:21, 39:31 (Halbzeit), 44:47, 60:61, 65:68, 76:83.

Zuschauer: 600; Schiedsrichter: Matthias Reiser, Seye Mbaye. 

Uwe Mühling

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