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Weißenburger baute die Wartburg

Hans-Ulrich Michael baute Playmobil-Luther eine Zufluchtstätte - 17.04.2017 15:55 Uhr

Mit viel Liebe zum Detail: Hans-Ulrich Michael hat mit insgesamt zwölf Kilogramm Gips und Holz die Wartburg nachgebaut, auf der sich der Reformator Martin Luther im Jahr 1521 versteckt haben soll. © Steiner


Hans-Ulrich Michael ist gelernter Formenbauer und bastelt für sein Leben gern. Er hat schon ganze Dioramen und ein Modell von der Wülzburg gebaut und fertigt seine Teile allesamt selbst. Als der gläubige Christ sich von Playmobil die kleine Martin-Luther-Figur kaufte, die intern die Nummer „6099“ trägt, war es nur die logische Folge, dass der kleine Plas­tikreformator auch eine Wartburg braucht.

Michael stammt ursprünglich aus Mittweida in Sachsen und lebt seit über 30 Jahren in Weißenburg. Die Reformationsgeschichte interessiert den Rentner persönlich und deshalb hat er sich mit viel Akribie und Ausdauer und in insgesamt vier Monaten eine stattliche Wartburg auf die dreiviertel Quadratmeter große Sperrholzplatte gezaubert.

Zwölf Kilo Gips verbaut

Inmitten der Szenerie, die aus insgesamt zwölf Kilogramm Gips entstanden ist: die siebeneinhalb Zentimeter kleine Plastikfigur aus Zirndorf, die in der einen Hand eine Feder und in der anderen die Bibel mit der Inschrift „Bücher des Alten Testaments. Das Neue Testament übersetzt von Doktor Martin Luther“ trägt.

Michaels Enkel Benni bespielt die Burg fast täglich mit seinen Playmobilfiguren, unter denen sich auch Ritter und ein König sowie eine Königin befinden. © Steiner


Der Reformator ist natürlich nicht alleine auf der imposanten Burg, die aus Gips und Holz entstanden ist und sich nicht an irgendwelchen historischen Vorgaben orientiert, sondern rein Michaels Fantasie entsprungen ist. Dass die einigermaßen groß ist, beweist der E-Mail-Verkehr mit unserer Redaktion, der Anlass für diese kleine Geschichte ist: „Zufällig war ich mit meiner Kamera und Farbfilm am 4. Mai 1521 auf der Wartburg und konn­te somit die Ankunft Martin Luthers festhalten, für die Ewigkeit. Er war auf dem Rückweg vom Reichstag in Worms. Friedrich III., Kurfürst von Sachsen (der Weise), hat ihn nach einem fingierten Überfall auf die Wartburg bringen lassen und ihn so­mit unter seinen Schutz gestellt. Als er die Bibel aus der lateinischen, der althebräischen und altgriechischen Sprache übersetzt hatte, stellte er sein Werk seinem Beschützer vor.“

So weit die Geschichte, die mit insgesamt 29 Figuren nacherzählt wird, die Michaels Enkel Benni gerne in seiner Wartburg, die ihm sein Opa geschenkt hat, im Rollenspiel aufmarschieren lässt. Mit große Freude lässt der Vierjährige die Zugbrücke, das Fallgitter oder das Innentor runter, versteckt etwas im Brunnen, der sogar einen Geheimgang hat, oder striegelt die Pferde im Pferdestall. Selbst eine standesgemäße „Außentoilette“, die man abnehmen kann, hat die Burg. Und natürlich hat Bennis Opa auch an einen Turm, Wehrgänge und ein Verlies gedacht, die auch im Größenverhältnis auf die kleinen Playmobil-Figuren abgestimmt sind.

Ihren Erfindern in Zirndorf hat Hans-Ulrich Michael auch schon Fo­tos vom kleinen Luther und seiner Wartburg  geschickt. Mit folgendem Vermerk: „Ich hoffe, Ihren Erzeugnissen ein adäquates Zuhause gegeben zu haben.“ Die Rückmeldung von Playmobil lässt derzeit noch auf sich warten. Aber auch das passt ja ganz gut zu der kleinen Burg, die ja nicht umsonst Wartburg heißt . . . 

Markus Steiner

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