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Weniger Unfälle, mehr Verletzte

Polizei stellt die Unfallstatistik 2016 vor - 09.03.2017 06:00 Uhr

Sind mit der Entwicklung im Landkreis zufrieden: Landrat Gerhard Wägemann und die drei Polizeichefs (v. li.) Peter Aschenbrenner (Weißenburg), Harald Eckert (Gunzenhausen) und Dieter Meyer (Treuchtlingen). Mit im Bild sind Polizeihauptkommissar Erich Eckerlein (3. v. re.), der Sachgebietsleiter für Verkehrswesen Konrad Kahlert und Ralf Enzenhöfer (li.) vom Sachgebiet Straßenverkehrswesen. © Markus Steiner


Nur rein theoretisch könnte man seinem Schicksal ein Schnippchen schlagen und die Wahrscheinlichkeit eines Unfalls reduzieren: Wenn man  sich freitags überhaupt nicht in ein Auto setzt. Denn an diesem Tag ist das Risiko, einen Unfall zu bauen, am höchsten. Vor allem zwischen 17.00 und 18.00 Uhr. In diesem Zeitraum ereigneten sich im vergangenen Jahr 221 von insgesamt 3185 Verkehrsunfällen (Vorjahr: 3275).

Den Rückgang um 90 Unfälle sieht die Polizei positiv. Weniger Anlass zur Freude gibt es indes, weil die Unfälle mit verletzten Personen und mit hohem Sachschaden zugenommen haben, berichtete Polizeihauptkommissar Erich Eckerlein, der die Unfallstatistik ausgewertet hat. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 584 Menschen bei einem Verkehrsunfall verletzt, 117 davon schwer. Das entspricht einem Anstieg von 3,55 Prozent bei den Verletzten. Die Zahl der Schwerverletzten hat dagegen um 2,5 Prozent abgenommen.

61 Prozent der Unfälle passierten mit dem Auto, 14 Prozent mit dem motorisierten Zweirad. Diese Gruppe lebt besonders gefährlich: Drei der vier getöteten Verkehrsteilnehmer im vergangenen Jahr waren Kradfahrer, die außerhalb einer Ortschaft unterwegs waren. Die meisten Unfälle, nämlich 45 Prozent, ereignen sich auf Gemeindestraßen, gefolgt von Kreis- und Staatsstraßen, wo jeweils jeder fünfte Unfall im Landkreis registriert wurde.

Innerorts ereigneten sich 1447 Unfälle, bei denen 226 Menschen verletzt wurden. Die Wahrscheinlichkeit, Opfer eines Unfalls zu werden, ist rein statistisch gesehen zu folgenden Zeiten am höchsten: Zwischen 10.00 und 13.00 Uhr und zwischen 16.00 und 19.00 Uhr – zu den klassischen Stoßzeiten also, in denen auch im Landkreis die meisten Fahrzeuge unterwegs sind. Rein rechnerisch kracht es alle drei Stunden im Landkreis.

Sechs Schulwegunfälle

Erfreulich: 2016 gab es nur sechs Schulwegunfälle zu beklagen, bei denen sieben Kinder glücklicherweise nur leicht verletzt wurden. Vielleicht ist das ja auch ein Verdienst der Jugendverkehrsschulung, bei der insgesamt 791 Kinder von der Kreisverkehrswacht auf die Teilnahme am Straßenverkehr vorbereitet wurden. Zudem sorgten 127 ehrenamtliche Schulweghelfer und Schülerlotsen dafür, dass die Kinder an kritischen Stellen die Straßen auf ihrem Weg zur Schule sicher überqueren können. In diesem Zusammenhang zollte Landrat Gerhard Wägemann allen ehrenamt­lichen Schulweghelfern seinen Dank.

Weniger erfreulich: sich mit Alkohol ans Steuer zu setzen, scheint für manche kein Tabu zu sein. 26 Verkehrsunfälle unter Alkoholeinfluss bedeuten den Höchststand der vergangenen fünf Jahre. Besonders bitter: Dabei wurden elf Personen verletzt. 114 Trunkenheitsfahrten blieben deshalb folgenlos, weil die alkoholisierten Fahrer rechtzeitig von der Polizei aus dem Verkehr gezogen wurden. Die Wahrscheinlichkeit, einen betrunkenen Fahrer zu ertappen, steigt im Laufe der Woche übrigens an und erreicht am Samstag den Höchststand.

Aber nicht nur Alkohol vernebelte den altmühlfränkischen Autofahrern die Sinne. Auch Drogen spielten bei Verkehrsunfällen eine Rolle: bei 28 Verkehrsteilnehmern waren sie für die Fahruntauglichkeit verantwortlich. Fünf Unfälle ereigneten sich unter dem Einfluss von Rauschmitteln, bei denen fünf Menschen verletzt wurden.

Unfallflucht ist im Landkreis (fast) ein alltägliches Phänomen: 300-mal (von insgesamt 3185) entfernten sich die Unfallverursacher vom Unfallort, ohne sich um den Schaden zu kümmern. Damit stieg die Zahl der Unfallfluchten um zwölf Prozent und liegt fast bei zehn Prozent aller Unfälle. Die Gefahr, von der Polizei erwischt zu werden, ist dagegen gar nicht so klein: Die Aufklärungsquote liegt immerhin bei 44 Prozent.

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Wieder die Hörnlein-Kreuzung

Was sich auch im vergangenen Jahr nicht geändert hat: Der Unfallschwerpunkt Nummer eins im Landkreis bleibt die sogenannte „Hörnleinkreuzung“: Hier krachte es im vergangenen Jahr insgesamt 16-mal (Vorjahr: neun). Vor allem der dabei entstandene Schaden lässt aufhorchen: 171000 Euro. Das ist eine Verdreifachung im Vergleich zum Vorjahr. Dass hier weiterhin ein Handlungsbedarf besteht und die unfallträchtige Kreuzung dringend entschärft werden müsste, steht auch für die Polizei außer Frage.

Wann der Umbau erfolgt, steht aber noch immer nicht fest, bestätigte auch Landrat Wägemann, der den Polizeichefs und ihren Kollegen für ihren wichtigen Dienst dankte. Angesichts des immer höheren Verkehrsaufkommens im Landkreis ist auch er der Ansicht, dass die Polizei wohl eher unterbesetzt ist und dringend mehr Personal gebrauchen könnte. 

Markus Steiner

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