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Die 170 Sitz- und 80 Stehplätze in der kleinen Friedhofskirche in Uhls Wohnort Beilngries waren lange vor Beginn des Gottesdienstes besetzt. Viele Trauergäste verteilten sich trotz des immer wieder einsetzenden Regens am Samstagvormittag auf dem Friedhof. Aus Weißenburg-Gunzenhausen waren nahezu alle politischen Mandatsträger (egal welchen politischen Lagers), Mitarbeiter des Landratsamtes, Schul- und Behördenleiter (auch Regierungspräsident Thomas Bauer war gekommen) sowie unzählige Vereinsvertreter und weitere Weggefährten nach Oberbayern gefahren, um der Urnenbeisetzung beizuwohnen. Uhl war am Montag vergangener Woche an den Folgen seiner Leukämieerkrankung im Alter von 55 Jahren verstorben.
Den Gottesdienst zelebrierte der Beilngrieser Stadtpfarrer Josef Funk, den unter anderem sein Vorgänger Michael Harrer und Diözesanprälat Johann Limbacher unterstützten. Der Männergesangverein Beilngries und der Burgeiser Viergesang sorgten für den würdigen musikalischen Rahmen.
Am Grab selbst gab es auf ausdrücklichen Wunsch von Franz Xaver Uhls Ehefrau Doris, mit der er seit 34 Jahren verheiratet war, und der beiden Kinder Tina und Thomas nur drei Redner: Ministerpräsident Horst Seehofer, Landtagsabgeordneter Gerhard Wägemann und Franz Beckenbauer. Letzterer sprach als Vertreter sämtlicher Vereine, die dem verstorbenen Landrat verbunden waren. „Du warst einer von uns und wirst immer einer von uns bleiben“, sagte der Waltinger, der in direkter Nachbarschaft von Franz Xaver Uhl aufgewachsen ist. „Was wir verloren haben, können wir noch gar nicht erfassen.“
Ministerpräsident Horst Seehofer erinnerte an die lange Geschichte, die ihn mit Franz Xaver Uhl verbindet. Uhl hat vor gut 30 Jahren am Eichstätter Landratsamt den Posten Seehofers übernommen. Und auch in den Folgejahren sollten sich die Wege der beiden CSU-Politiker immer wieder kreuzen.
Eine Parallele gibt es auch in der Krankheitsgeschichte. Auch Seehofer litt an einer lebensgefährlichen Lungen- und Herzmuskelentzündung. Er besuchte Uhl auf der Reha in Kipfenberg, erinnerte sich der Ministerpräsident in seiner sehr persönlichen Rede. Der Landrat kämpfte damals mit unglaublicher Würde gegen die Krankheit, blickte bereits wieder nach vorne und sprach über neue Ideen.
Uhl habe seine Arbeit als Bürgermeister und Landrat stets mit „Leidenschaft und Verantwortungsgefühl“ ausgeübt, stellte Seehofer fest: „Er hat Maßstäbe gesetzt und er hat Spuren hinterlassen.“ Die Region sähe heute anders aus, hätte es Franz Xaver Uhl nicht gegeben. Er hat den Tourismus im Naturpark Altmühltal nachdrücklich geprägt, aber auch in Beilngries und in Weißenburg-Gunzenhausen habe er unglaublich viel bewegt. Der Begriff Altmühlfranken statt des sperrigen Weißenburg-Gunzenhausen werde stets untrennbar mit dem Verstorbenen verbunden sein. „Das bleibt als Vermächtnis.“ Seehofer: „Wir verlieren einen großen Landrat und einen großen Bürgermeister.“ Und ganz persönlich schickte der Ministerpräsident hinterher: „Du warst ein feiner Kerl. Vergelt’s Gott. Wir werden Dich vermissen. Pfüat’ di Gott!“
Gerhard Wägemann hob in seiner Rede die große Wertschätzung heraus, die Landrat Franz Xaver Uhl über die Parteigrenzen hinweg als Landrat in Weißenburg-Gunzenhausen genoss. Er hinterlasse „eine riesige Lücke bei seiner Familie, in unserem Landkreis und in unseren gesamten Reihen“. Wägemann lobte Uhl als „Vollblutpolitiker im besten Sinn“ und als „echten Kämpfer für seine Heimat und den ländlichen Raum“, dessen „Einsatz und Engagement unübertroffen“ seien.
Seine eigene Begeisterung konnte er dabei auch auf andere übertragen und sie mitreißen. Dabei sei FX Uhl offen für Ideen, diskussionsfreudig, aber vor allem auch zielstrebig gewesen. Wägemann: „Er war ein Macher und Entscheider, zaudern war nicht sein Ding.“ Der CSU-Kreisvorsitzende attestierte dem Landrat „Hartnäckigkeit und Durchsetzungsvermögen“. Obwohl er faktisch nur zweieinhalb Jahre als Landrat agierte (ab Oktober 2010 war Uhl zunächst wegen seiner Lungen- und Herzmuskelentzündung und dann wegen der Leukämie so gut wie nicht im Amt) habe er „viele wichtige Projekte“ angeschoben, mit denen er sich „unvergesslich gemacht“ habe und von denen die Region „dauerhaft profitieren“ werde.
Wägemann war anzuhören, wie schwer ihm diese Würdigung Franz Xaver Uhls fiel. Denn: „Er war aber nicht nur unser Landrat und Parteifreund, er war mehr: Er war ein wahrer Freund!“ Für Wägemann war Uhl jemand, dem er blind vertrauen konnte und der ihn mit seiner Fröhlichkeit und seiner positiven Ausstrahlung erfreute und aufmunterte, wenn es sein musste. „Dafür bin ich Franz Xaver Uhl unendlich dankbar!“ Dabei habe sich diese Freundschaft in kürzester Zeit entwickelt. Bis Gerhard Wägemann Franz Xaver Uhl 2007 fragte, ob er nicht als CSU-Landratskandidat antreten wolle, seien sie nur Bekannte gewesen.
Gerade in der schweren Zeit der schweren Krankheit seit Oktober vergangenen Jahres sei die Familie der große Rückhalt gewesen. Im Namen der Trauergemeinde sprach der Weißenburger der Familie Mitgefühl aus und wünschte „viel Kraft und Trost, um diesen überaus schmerzlichen Verlust bewältigen zu können.“