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Die erste Phase des Bürgerbegehrens liegt mittlerweile doch ein paar Wochen zurück, und andere Dinge, beispielsweise die Umtriebe der rechten Szene, der Neubau der Sparkassen-Hauptgeschäftsstelle, aber auch die Aufzeichnungen zur Bayerntour des Bayerischen Fernsehens haben die Menschen in der Stadt beschäftigt. Daher ist es für die Initiatoren des Brunnen-Bürgerbegehrens nun wichtig, das Bewusstsein für ihr Anliegen wieder zu wecken.
Aufmerksam machen wollen sie auf den Bürgerentscheid auf verschiedenen Wegen, unter anderem mit großformatigen Plakaten im Stadtgebiet. Am heutigen Samstag werden die Plakatständer bestückt, die ab Dienstag aufgestellt werden. Außerdem gibt es kleinere Plakate, die die Initiatoren und ihre Unterstützer beispielsweise an Geschäfte verteilen wollen, um auch dort fü den Bürgerentscheid zu werben.
Die Plakate gibt es in zwei Versionen, eines mit einem Mädchen und eines mit einem Jungen, die an einem Wasserspiel planschen. Über diesem Hauptmotiv steht in großen Lettern „Bürgerentscheid pro Bürgerbrunnen“. Darunter: „Ihre Stimme zählt beim Bürgerentscheid in Weißenburg am 20. Mai 2012“:
Zentral steht auf den Plakaten die Botschaft, die das Bürgerbegehren vermitteln will. Ein Wasserspiel am Marktplatz soll für „Leben“ und „Wohlfühlen“ in der Altstadt sorgen, erläutert Winfried Kucher, einer der Initiatoren. Wer dies haben wolle, müsse mit einem „Ja“ für den Brunnen“ stimmen. Deutlich machen er und seine beiden Mitstreiter Peter Diesler und Karl Germovsek jun. auf dem Plakat außerdem eine der zentralen Botschaften des Bürgerbegehrens überhaupt: „Es ist unser Marktplatz! Wir entscheiden!“
Denn zustande kam es ja nur, „weil der Stadtrat sich in der Brunnenfrage nicht einigen konnte“, erinnert Kucher. Das Thema Marktplatzneugestaltung wird bekanntlich seit Jahren in Weißenburg kontrovers diskutiert. Um sich Ideen von außen zu holen, schrieb die Stadt 2009 einen städtebaulicher Wettbewerb aus, der im März 2010 stattfand. Etwa ein halbes Jahr später wurde im Stadtrat ein Kompromiss gefunden. Die Planung von Daniela Grosser-Seeger, die den dritten Preis erhalten hatte, sollte modifiziert umgesetzt werden.
Im März vergangenen Jahres sprach sich der Stadtrat mit 20:1 Stimmen zudem dafür aus, im südlichen Platzbereich „eine Brunnenanlage oder eine andere Form eines Wasserspiels“ zu schaffen. Und im Juli wurde sogar schon eine Formvorgabe mit 17:5 verabschiedet. Es sollten ein „polygonales Wasserbecken mit Rückwand“ und „mehrere Wasserfontänen“ entstehen.
Doch dann kam die Kehrtwende: Das Stadtbauamt legte im Oktober drei Gestaltungsvarianten vor. Während es in der vorberatenden Bauausschusssitzung noch eine Mehrheit von 8:2 Stimmen für eine Variante gab, wurde vom Gesamtgremium mit 16:8 Stimmen der Vorschlag abgelehnt.
Über diese Rolle rückwärts entstanden in der Bevölkerung großes Kopfschütteln und letztlich das Bürgerbegehren. „Uns kommt es auf Aufenthaltsqualität am Marktplatz an“, macht Winfried Kucher nochmals dessen Ziel deutlich. Er, Peter Diesler und Karl Germovsek jun. glauben, nachdem für das Bürgerbegehren rund 2 000 Unterschriften zusammenkamen (1 270 waren nötig), dass dies viele Weißenburger genauso sehen. Daher sollten auch die Bürger bei der Platzgestaltung mitentscheiden. Der bisherige Entscheidungsprozess ging nach Meinung von Germovsek zu sehr an ihnen vorbei.
Abgestimmt wird am 20. Mai über die Frage: „Sind Sie dafür, dass im Zuge der Neugestaltung des Marktplatzes ein weiterer Brunnen geschaffen wird?” Damit der Bürgerentscheid aus Sicht seiner Initiatoren erfolgreich ausgeht, reicht nicht nur eine Mehrheit an Ja-Stimmen aus, sondern es müssen auch mindestens 20 Prozent der wahlberechtigten Bürger ihr Kreuzchen bei „Ja“ machen. Kucher: „Wir brauchen mindestens 2 800 Ja-Stimmen.“
Der Bürgerentscheid läuft ab wie eine gewöhnliche Wahl. Daher haben alle Wahlberechtigten von der Stadt bereits ihre Benachrichtigungskarten erhalten. Geöffnet werden alle üblichen Wahllokale. Und da der Freitag vor dem Bürgerentscheid-Sonntag als Brückentag möglicherweise den einen oder anderen zum Verreisen anregt, weist Peter Diesler ausdrücklich auf die Möglichkeit der Briefwahl hin.
Die Initiatoren werden bis zum 20. Mai auch durch Infostände auf den Bürgerentscheid aufmerksam machen. Alles weitere Wissenswerte zu dem Thema findet sich auf der Internetseite des Bürgerbegehrens www.buergerbrunnen.de.
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