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Saisonbedingt gab es zwar im Vergleich zum November einen leichten Anstieg, jedoch nicht in dem Maß früherer Jahre, heißt es in der Pressemitteilung der Agentur. Insgesamt waren im Dezember 2890 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, das sind zwar 215 mehr als im November, aber verglichen mit Dezember 2010 sind es 415 Männer und Frauen weniger. Der bislang sehr milde Winter sorgt dafür, dass Aufträge auch jetzt noch abgearbeitet werden können. Vor allem im Bau- und Ausbaugewerbe (Maler, Elektriker, Trockenbauer, Maurer) haben die Arbeitgeber ihre Leute nicht freigesetzt.
Innerhalb des Weißenburger Agenturbezirks beendet die Geschäftsstelle Roth das Jahr bei der Arbeitslosenquote mit einer zwei vor dem Komma. Mit 2,7 Prozent bleibt Roth der Spitzenreiter. Die Hauptagentur in Weißenburg schließt das Jahr mit 3,1 Prozent ab und die Geschäftsstelle Gunzenhausen mit 3,4 Prozent. Der Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen zählte im Oktober 1617 Arbeitslose und weist eine Arbeitslosenquote von 3,2 Prozent aus.
Konjunkturelle Gründe für den Anstieg sieht der neue Vorsitzende der Geschäftsführung der Arbeitsagentur Weißenburg, Reinhard Flöter, derzeit nicht: „Der Anstieg hängt klar mit der Jahreszeit zusammen und war zu erwarten. Das belegen auch die Daten: Männer – traditionell stark in witterungsabhängigen Außenberufen vertreten – waren stärker von Arbeitslosigkeit betroffen als Frauen.“
In den Dezembervergleichen der Vorjahre war die Arbeitslosigkeit im Dezember 2004 am höchsten. Damals waren noch 7675 Menschen im Weißenburger Agenturbezirk arbeitslos gemeldet. Die Quote lag bei 8,0 Prozent. Seither verzeichnet die Agentur für Arbeit einen stetigen Rückgang der Arbeitslosenzahlen, ausgenommen der Delle im Krisenjahr 2009. Im Dezember dieses Jahres meldeten sich in den Dienststellen der Agentur für Arbeit Weißenburg 1090 Arbeitnehmer neu oder erneut arbeitslos. Demgegenüber standen lediglich 881 Abmeldungen aus der Arbeitslosigkeit. Für Reinhard Flöter, der die Weißenburger Agentur bis zur endgültigen Fusion von Ansbach aus mit leitet, ist das keine Überraschung: „Kurz vor Weihnachten werden Personalentscheidungen eher auf das nächste Jahr verschoben, Neueinstellungen damit weniger.“
Im Dezember hatte der gemeinsame Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur und der beiden Jobcenter der Landkreise Weißenburg-Gunzenhausen und Roth dennoch alle Hände voll zu tun: Die Arbeitgeber meldeten in den letzten Wochen des Jahres 185 freie Arbeitsstellen, 14 Prozent mehr als im Dezember 2010. Die meisten Angebote kamen aus der Zeitarbeit, wobei hier die Auftragslage unterschiedlich ist. Zum Teil suchten Firmen Personal, andere aber mussten auch Leute entlassen, weil sich ihre Auftraggeber – zumindest vorübergehend bis nach den Weihnachtsferien – von ihren Zeitarbeitern trennten.
Ansonsten waren es vor allem die Branchen Erziehung/Unterricht, Hotel- und Gaststättengewerbe, Ausbaugewerbe, Gesundheits- und Sozialwesen sowie Verkehr, die Personal suchten. Im Baugewerbe und in der Gastronomie meldeten die Arbeitgeber ihre Stellen früher als sonst. Sie brauchen im Frühjahr Personal und möchten sich dieses durch frühzeitige Suche für 2012 sichern.
„Turbulent“ ist nach Ansicht Flöters „das geeignete Wort, um das Jahr 2011 zu beschreiben“. Weltweit habe es große Umbrüche, Umweltkatastrophen und Krisen gegeben, die sich auch in 2012 noch auswirken werden. Der Agenturchef: „Momentan ist schwer einschätzbar, wie sich der Arbeitsmarkt weiterentwickeln wird. Die konjunkturelle Entwicklung ist derzeit sehr branchenabhängig und befindet sich im Spannungsfeld zwischen wirtschaftlichen Erwartungen und der Ungewissheit der europaweiten Finanzpolitik.“
Fraglich sei auch, wie sich der von der Bundesregierung verordnete Sparkurs und die neuen Arbeitsmarktinstrumente auswirken werden. „Sicher ist, dass das Thema demografische Entwicklung – und damit einhergehend die Deckung von Fach- kräftebedarfen – die Agenturen auch die nächsten Jahre begleiten wird“, stellte Flöter fest. Viele Betriebe treibe die Sorge um, demnächst vor einem leer gefegten Arbeitsmarkt zu stehen. Nach einer Prognose des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung werden aufgrund der demografischen Entwicklung bis 2025 bundesweit rund 2,7 Millionen Arbeitskräfte fehlen (Bericht zur Entwicklung des regionalen Arbeitsmarktes im vergangenen Jahr folgt).