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Ab 13.00 Uhr ist das Schmuckstück und natürlich die gesamte Sonderausstellung „Schenkungen und Leihgaben – Prädikate für das Museum“ am Sonntag zusehen. Die Ausstellungseröffnung (wir berichteten) um 10.30 Uhr ist nur für geladenen Gäste gedacht.
Mit der Entscheidung des Eigentümers, den etwa 150 Millionen Jahre alten, kostbaren Schatz der bayerischen Erd- und Lebensgeschichte in die wissenschaftliche Obhut von Museumsleiter Dr. Martin Röper zu geben, „verbleibt das Stück bei dem Wissenschaftler, der mit seinem Solnhofener Forschungsteam die Forschungsgrabungen in den Jurakalken bei Kelheim seit Beginn der Ausgrabungen vor etwa zwölf Jahren wissenschaftlich begleitet“, heißt es in einem Pressetext der Gemeinde.
In Solnhofen gesellt sich der Dino zu den bereits ausgestellten zwei Originalen des Urvogels Archäopteryx. Mit deessen sechsten Exemplar und dem neuen Kelheimer Raubdinosaurier besitzt das überdurchschnittlich gut bestückte, regionale Schwerpunktmuseum nunmehr zwei Schätze, die in die Liste der nationalen Kulturgüter eingetragen sind und somit Deutschland nicht mehr verlassen dürfen.
Zudem bleibt der Kelheimer Dinosaurierfund in Solnhofen auch in seiner erdgeschichtlichen Heimat, dem jurazeitlichen Solnhofen-Archipel. Schließlich gehören alle Fossillagerstätten der Oberjurazeit entlang von Altmühl und Donau zu diesem Archipel. Das gilt auch für die Region Kelheim im heutigen Niederbayern, die nach Forschungsergebnissen von Dr. Martin Röper während der Jurazeit im Zentrum des östlichen Solnhofen-Archipels lag. Dieser, nach der Gemeinde Solnhofen benannt, existierte in der Zeit von 147 bis 153 Millionen Jahren vor heute über einen Zeitraum von etwa sechs Millionen Jahren. Röper: „Zu dieser längst vergangenen Südseeidylle gehörten neben Korallenriffen und Lagunen auch jene Inseln, auf denen Raubdinosaurier wie der Xaveropterus auf die Jagd gingen.“
Der Xaveropterus ist für das Museum Solnhofen das letzte noch fehlende Glied in der Kette von Ausstellungsexponaten, zu denen neben Riesenrochen und Haifischen auch das bekannte Babykrokodil namens „Kroko“ gehört. „Mit der erreichten Vollständigkeit und der Konzentration internationaler Spitzenexponate kann Solnhofen zum ersten Mal in seiner Geschichte die globale historische Bedeutung des Ortes für die Naturwissenschaften transparent machen“, ist der Museumsleiter überzeugt.
Das Museum Solnhofen hat in Anbetracht der bundesweiten und internationalen Aufmerksamkeit, die dem Raubdinosaurierfund entgegengebracht wurde, eine Sonderschau mit dem Titel „Schenkungen und Leihgaben – Prädikate für das Museum“ eingerichtet, die vom 27. November bis 18. Dezember täglich von 10.00 bis 16.00 Uhr zu sehen ist. Danach gelten wieder die regulären Winteröffnungszeiten (bis 31. März sonntags von 10.00 bis 16.00 Uhr; sowie für Gruppen nach Vereinbarung) und die für den Sommer (ab 1. April bis 30. Oktober täglich von 9.00 bis 17.00 Uhr). Nähere Infos unter www.solnhofen.de.