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Dass eine Sanierung der größten Mehrzweck-Veranstaltungshalle im weiten Umkreis (in ihr finden bis zu 1 300 Menschen Platz) nicht mehr aufzuschieben ist, machten Miehling wie Architekt Martin Lechner vom Planungsbüro Hochreiter und Lechner deutlich. „Noch eine Wintersaison schaffen wir da drin nicht mehr“ sagte der Bürgermeister mit Blick auf die schon im vergangenen Jahr durchgeführte Notsicherung. Der undichte Verbindungsbau zwischen der Halle und der Brombachsee-Schule musste eilends mit einem Notdach versehen werden, um weitere Schäden durch eindringendes Wasser zu vermeiden.
„Die Halle ist einfach verbraucht“, bilanzierte Architekt Lechner. Der Fachmann hatte die mit 42 mal 24 Metern „gigantische Halle“ im Vorjahr genauer unter die Lupe genommen und am Ende eine seitenlange Mängelliste vor sich. Die gravierendsten Schäden sind ein „abgesoffenes“ (Lechner), weil undichtes Dach, in dem auch durch die 32 Lichtkuppeln Wasser eindringt, sowie ein Hallenboden, der an manchen Stellen hochsteht und ein Risiko im Sportbetrieb darstellt. Hinzu kommen Sanitäranlagen nebst Wasserleitungen, die nach 30 Jahren teils kaputt sind und „für die ich kein Jahr mehr die Hand ins Feuer legen würde“, so der Architekt.
Des Weiteren seien Lechner zufolge nach der Versammlungsstättenverordnung bei Veranstaltungen ab 200 Personen eigentlich eine eigene Garderobe sowie mehr Sanitäranlagen nötig, und es gelten andere Auflagen für Brandschutz und Rettungswege. Diese Auflagen bei einer Sanierung zu berücksichtigen und die Halle dahingehend zu ertüchtigen, sei teuer. Er wolle aber auch nichts schönrechnen, sondern realistische Möglichkeiten und Zahlen vorlegen.
Dem Marktgemeinderat stellte der Architekt drei mögliche Varianten vor. Die erste sieht eine „rudimentäre Sanierung“ des Dachs und des Hallenbodens sowie aller kaputten Toiletten-Einrichtungen vor. Das Flachdach würde in ein Schrägdach ohne Lichtkuppeln umgewandelt. Um natürliches Licht für den Sportbetrieb zu bekommen, würden in den Wänden große Fenster eingebaut. Diese Arbeiten würden rund eine Million Euro kosten und einen Weiterbetrieb sichern. Allerdings bleibt das Problem der nicht mehr zeitgemäßen Lüftungsanlage und der alten Wasserleitungen, die jederzeit undicht werden könnten. Die schlimmste Folge eines Wasserrohrbruchs: Der erneuerte Hallenboden müsste gleich wieder herausgerissen werden.
In Variante zwei würden Lechners Vorschlag zufolge neben dem Dach und dem Hallenboden auch der Zwischentrakt instand gesetzt, die Halle energetisch saniert sowie die Sanitäranlagen verbessert – nebst einem Austausch aller Leitungen. Diese Generalinstandsetzung, für die es dann auch staatliche Fördermittel von rund 370 000 Euro geben würde, kostet nach Schätzungen des Planungsbüros rund 2,5 Millionen Euro. „Das ist ein Riesenschritt – nicht nur finanziell. Wir reißen das Gebäude dann fast zurück in den Rohbau.“
Die dritte und mit 3,5 Millionen Euro teuerste Variante würde die Brombachhalle weiter für Großveranstaltungen nutzbar machen. Zur Variante zwei würde das vor einigen Jahren geschlossene Hallenbad zum Eingangsbereich mit Garderobe umgebaut und auch die Tribüne mit den Sitzen (die derzeit keine Brandhemmung haben) den aktuellen Vorschriften angepasst.
Eine vierte Möglichkeit, die Halle ersatzlos zuzusperren, wurde vom Gemeinderat verworfen. „Das können wir den Pleinfeldern und den Sportvereinen nicht antun“, war die einhellige Meinung. Denn auch ein Neubau einer für den Schulsport nötigen Einfachturnhalle würde die Gemeinde rund 1,7 Millionen Euro kosten.
„Wir müssen uns aber überlegen, was wir mit unser Brombachhalle wollen“, regte Miehling Überlegungen bei den Gemeinderäten und in den Fraktionen an. Entsprechend fiel auch der Beschluss aus: Das Planungsbüro Hochreiter und Lechner soll weitergehende Untersuchungen an der Halle vornehmen und prüfen, ob nicht auch in Abschnitten saniert werden könnte. Und in den anstehenden Haushaltsberatungen soll abgeklärt werden, welche Summe die Marktgemeinde heuer für die Hallensanierung schultern kann.