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Über 30 Jahre lange war Leonhard Schauer ehrenamtlich für die Gemeinde Solnhofen aktiv. Seine Aktivitäten umfassten Berichte, Schriften und Hefte über die Geschichte Solnhofens. Er betrieb Heimatforschung genauso wie Familienforschung in großem Stile. In Solnhofen machte sich der Jubilar aber auch als Maler oder als Herausgeber und Verfasser einer gro- ßen Anzahl lyrischer, satirischer und mundartlicher Gedichte einen Namen.
Erstmals trat Leonhard Schauer im Jahr 1975 als Verfasser eines Buchs mit heimatgeschichtlichen Darstellungen in Erscheinung. Seitdem bereicherte er die Gemeinde mit unzähligen Veröffentlichungen, etwa im evangelischen Gemeindebrief oder in der Gemeindezeitung „Kontakt“.
Die Themen umfassten unter anderem die Entwicklung der Ortschaft Solnhofen, die Wohnsiedlungen im Steinbruchgebiet, die Solnhofener Kirchengeschichte, die Solnhofener Steinindustrie, die Herrschafts- und Rechtsentwicklung, die Handwerke im Ort oder die Hausnummern- und Flurbezeichnungen Solnhofens, um nur einige Themen zu nennen.
Für die zur Ortsgeschichte gehörende Einwohnerschaft fertigte er über 50 Chroniken mit Ahnenfolgelisten und Berichten an. Die bedeutendsten Ausgaben der Schriften von Schauer gingen an 27 Archive und Bibliotheken in Deutschland und sind seither der Öffentlichkeit zugänglich.
Bemerkenswert und nicht hoch genug anzurechnen ist, dass alle seine genannten Aktivitäten ausschließlich ehrenamtlich waren, lobte Bürgermeister Schneider in einer Würdigung. Sein persönliches Archiv umfasst die komplette Schrankwand in seinem Wohnzimmer. Alle Dokumente sind in Papierform vorhanden – einen PC gibt es nicht. Eine große Anzahl wichtiger Dokumenten sind auch im Gemeindearchiv verwahrt.
Neben weiteren Hobbys wie der Imkerei oder der Pflanzenkunde, war Leonhard Schauer ein begeisterter Akkordeon-Musiker. Eine Kriegsverletzung an der rechten Hand ließ aber das Spielen nicht mehr zu. So übte er sich von 1960 bis 1984 als Musiklehrer und Orchesterleiter (Akkordeon-Spielgruppe Solnhofen) im Ehrenamt. Das Akkordeon-Orchester besteht seit 1984 weiter unter der Leitung von Christine Satzinger.
Leonhard Schauer ist seit 1982 im Ruhestand und bewohnt zusammen mit seiner Frau, die ebenfalls vor kurzer Zeit ihren 90. Geburtstag feiern konnte, sein eigenes Haus am Solnhofer Bruch. Beide konnten bereits im Mai 2008 ihre diamantene Hochzeit feiern.