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Die Fahrten nach Treuchtlingen absolviert der weit gereiste Fan stets mit dem Zug. „Mein Bayernticket habe ich mir schon geholt“, erzählte er gestern Nachmittag bestens gelaunt am Telefon. Das heißt: Leo Schmidbauer wird auch heute Abend wieder in der Senefelder-Halle sein, wenn der VfL sein Heimspiel gegen Zwickau bestreitet. Knapp 300 Kilometer Zugfahrt (hin und zurück) nimmt er dabei wie so oft in Kauf. „Ich gehe nachmittags um halb drei aus dem Haus und komme nachts um halb zwei wieder heim“, sagt er ganz locker. Sehr viel Aufwand, oder? „Nein, Fußballfans die ihre Mannschafrt begleiten, nehmen oft noch weitere Strecken in Kauf.“
Los ging seine Fan-Leidenschaft für den VfL in der Saison 2009/2010. Damals spielten die Treuchtlinger noch in der 2. Regionalliga und hatten auch ein Auswärtsspiel in Germering. Schmidbauer schaute sich das Spiel an, weil ihn seine frühere Lehrerin Hanne Ferschl bei einem Klassentreffen dazu eingeladen hatte. Sie ist die Frau von VfL-Spartenleiter Josef Ferschl und hatte Schmidbauer einst in der Grundschule in Raitenbuch unterrichtet. Zu dieser Zeit lebte Leo Schmidbauer im Gersdorfer Kinderheim.
Der heute 40-Jährige, der beruflich bei einer Firma für Klimatechnik arbeitet und dem Basketball schon immer gut gefallen hat, war von Anfang an von der „super Stimmung“ beim VfL fasziniert. Außerdem findet er die Leute „wunderbar, viel offener als bei uns“. Was ihn ebenfalls begeistert hat, ist die Tatsache, dass es sich in Treuchtlingen um eine reine Amateurmannschaft handelt, die keine Profis einkauft, um die 1. Regio halten zu können. „Alle sind wie eine große Familie“, schwärmt Schmidbauer. Der ledige Wahl-Oberbayer hat in Mittelfranken viele Freunde gefunden und ist umgekehrt für viele VfL-Anhänger zu einem Kumpel und Freund geworden. Auch Abteilungsleiter Josef Ferschl freut sich, dass der Germeringer „bei uns so gut integriert ist“.