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Unterm Strich ging der VfL als letztlich klarer 100:82-Sieger vom Feld. Kurz vor Schluss hatte Volker Lang die dreistellige Punktzahl vollgemacht und in der mit 600 Besuchern wieder einmal bestens gefüllten Senefelder-Halle zugleich einen Begeisterungssturm ausgelöst. Für die Treuchtlinger war der Sieg gegen den Sechstplatzierten aus Sachsen der sechste Saisonerfolg und zugleich ein weiterer Schritt in Richtung Klassenerhalt. Fürs Erste konnten sie den vorletzten Tabellenrang der 1. Regionalliga Südost verlassen.
Gegen die nur mit sechs Akteuren angereisten Zwickauer hatten sich die VfL-Korbjäger in der ersten Halbzeit allerdings schwergetan. 16:22 Punkte lautete der Rückstand nach dem ersten Viertel. „Ich war unzufrieden mit dem Anfang, aber wir haben uns im Lauf der Partie immer mehr erholt“, stellte Trainer Harlander fest. Was den Treuchtlingern in die Karten spielte, war die frühe Foulbelastung der Gäste. Die Zwickauer – allen voran Leistungsträger Marko Neddermeyer – mussten sich zurückhalten. BC-Coach Stephan Wolf haderte angesichts dieser Entwicklung mit der „kleinlichen Linie“ des Schiedsrichter-Duos. Allerdings zogen die Referees (Stefan Rösel und mit Conny Grassl eine Frau) diese Linie auch konsequent durch, wie beide Trainer befanden.
Jedenfalls machten die VfL-Baskets den Rückstand im zweiten Durchgang wett. Sie gewannen dieses Viertel mit 23:13 und gingen mit einem knappen Vorsprung von 39:35 in die Pause. Alles war noch offen. Doch dann kam der dritte Abschnitt: Beim VfL lief es wie geschmiert, im Prinzip war jeder Wurf ein Treffer. Die Gastgeber legten gefeiert vom Publikum einen 14:0-Lauf hin, bauten die Führung mit ihrem Tempo-Basketball zwischenzeitlich auf 20 Zähler aus und führten vor dem Schlussviertel mit 74:56. „Unsere Taktik, das Spiel schnell zu machen, ist voll aufgegangen“, freute sich der VfL-Coach.
Dann zeigte sich aus Harlanders Sicht allerdings, „dass wir noch nicht gut genug sind, um bei einem solchen Vorsprung wieder in den kontrollierten Stil zurückzukehren“. Teilweise schlossen die Treuchtlinger die Angriffe zu schnell und zu hektisch ab, leisteten sich Fehlpässe und Fehlwürfe. „Das Spiel hätte im vierten Viertel noch wegkippen können“, befand Stephan Harlander. Tat es aber nicht – auch weil Zwickau nicht mehr genügend Substanz hatte. „Normalerweise können wir hier in Treuchtlingen auch mit sechs Mann gewinnen, doch wir konnten im Gegensatz zum VfL nicht mehr rotieren. Außerdem haben wir den Gegner mit einer überdurchschnittlich hohen Fehlerquote zu sehr eingeladen“, analysierte der Zwickauer Coach Stephan Wolf nach der Schlusssirene.
Derweil feierten die Treuchtlinger ausgiebig mit ihren Anhängern. Das VfL-Bunny und -Maskottchen jubelte auf den Schultern von Nico Hirschmann, Trainer Harlander musste seine fast schon legendäre Rolle vorführen. Als er das erledigt hatte, merkte man ihm die Erleichterung und Freude über den Sieg genauso an wie den Spielern sowie Spartenleiter Josef Ferschl.
Stephan Harlander lobte vor allem seinen „allesüberragenden Kapitän Fabian Ferschl“, der unter anderem Zwickaus US-Profi Clarence Trotter lange Zeit „super verteidigt“ habe, aber auch die beiden Topscorer Stefan Schmoll und Volker Lang hob er heraus. Um deren Leistung zu bewerten, brauche man nur ins „Scouting“, sprich ins Spielprotokoll, zu schauen. Und das tun wir auch: 37 Punkte für Schmoll, 27 für Lang; zwölf Rebounds für Schmoll, neun für Lang und dazu für beide eine 100-Prozent-Quote von der Freiwurflinie. Die meisten Assists (je fünf) teilten sich Schmoll und Fabian Ferschl, während Sebastian Ferschl drei „Dreier“ im Korb versenkte. Bemerkenswert: Fast alle Punkte gingen diesmal auf das Konto der „Starting Five“, sprich der Start-Fünf.
Alles in allem haben die VfL-Baskets die bislang guten bis sehr guten Leistungen im Spieljahr 2012 vollauf bestätigt und können mit Selbstvertrauen und Optimismus nach Niederbayern fahren: Am kommenden Samstag, 11. Februar, um 19.30 Uhr gastieren sie beim starken Aufsteiger Vilsbiburg, der zuletzt in Dresden und in München gewonnen hat.
VfL Treuchtlingen: Stefan Schmoll (37 Punkte), Volker Lang (27), Sebastian Ferschl (14), Fabian Ferschl (10), Claudio Huhn (7), Florens Remmele (5), Nicolas Hirschmann, Martin Donaubauer, Arne Stecher, Lars Stecher und Carsten Seeberger.
BC Energie Zwickau: Ben Hruschka (27 Punkte), Clarence Trotter (24), Oliver Stegner (13), Tobias Thoß (11), Marko Neddermayer (6), Tino Krautwald (1).