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Am Donnerstagabend hatte Innenminister Joachim Herrmann nach einem intensiven Gespräch mit Vertretern der Kommunalpolitik, der Krankenkassen und des Luftamtes verkündet, dass Dinkelsbühl-Sinnbronn den Zuschlag erhält. Hauptargument ist die Wirtschaftlichkeit. Die ist nach Ansicht der Krankenkassen an dem weiter westlich gelegenen Standort besser, weil der neue Hubschrauber dann auch Einsätze im Grenzbereich Baden-Württembergs fliegen kann.
Wie mehrfach berichtet, gibt es vor allem im südlichen Landkreis Ansbach und in Nordschwaben sowie im nordwestlichen Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen einen weißen Fleck, in dem ein Rettungshubschrauber nicht schnell genug vor Ort wäre. Um Abhilfe zu schaffen, waren zuletzt Ansbach, Dinkelsbühl und Gunzenhausen im Gespräch. Ansbach schied noch vor dem Gespräch am Donnerstag aus, weil dort der Aufwand zu groß gewesen wäre, um die notwendigen Voraussetzungen zu schaffen.
Die Standorte Dinkelsbühl und Gunzenhausen wurden nahezu gleichwertig betrachtet, berichtete Landrat Wägemann nach der Sitzung. Er hatte noch vor einer Woche in einem Brief an Innenminister Herrmann kräftig für Gunzenhausen geworben. Als Argumente führte er unter anderem an, dass von dort aus viele potenzielle „Zielkliniken“ im Radius von 60 Kilometern liegen. Somit müsste der Hubschrauber für derartige Transporte sein eigentliches Einsatzgebiet quasi nicht verlassen. Natürlich brachte er die Nähe vom Flugplatz auf dem Reutberg zur Kreisklinik ins Spiel. Und auch die Einsatzmöglichkeiten im Fränkischen Seenland wollte der Landrat berücksichtigt wissen. Unterstützung hatte er aus Roth und Schwabach sowie etwas abgeschwächt auch aus dem Donau-Ries.
Wägemann bedauert die Entscheidung Herrmanns für Dinkelsbühl zwar, schließlich wäre eine Stationierung in Gunzenhausen eine enorme Aufwertung für das dortige Krankenhaus gewesen. Doch der Landrat zeigte sich auch froh, dass mit der Entscheidung nun bald der weiße Fleck abgedeckt werden kann. FDP-Bundestagsabgeordneter Rainer Erdel schickte gestern gleich ein Pressemitteilung raus, in der er ebenfalls das Schließen der Versorgungslücke lobte.
Als nächste Schritte folgen eine Anhörung und die Ausschreibung für den Betrieb. Optimistisch betrachtet, wäre ein Start im Spätsommer denkbar, wahrscheinlicher ist es, dass der Hubschrauber im Herbst anfliegen wird.
Zufrieden ist Wägemann, weil der Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Mittelfranken-Süd ebenso an Bord ist wie die Gunzenhausener Kreisklinik. „Das war sogar ausdrücklich gewünscht“, sagte der Landrat. Wichtig dabei: Die Entscheidung, welches Krankenhaus der Hubschrauber anfliegt, trifft der Arzt. Somit kann es nun sein, dass trotz eines Standplatzes in Dinkelsbühl auch immer wieder Patienten nach Gunzenhausen geflogen werden.
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