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Aktuell sind mehrere Teams des Nahwärmenetz-Arbeitskreises unterwegs, um bei allen Interessierten die noch offenen Fragen zu klären und Lücken in der Belegungsdichte zu schließen. Dieser Lückenschluss soll eine Optimierung des Netzes bringen, erläuterte Bürgermeister Alfred Maderer in einer Pressemitteilung. Bei diesen Beratungsgesprächen habe sich herausgestellt, dass manche Hauseigentümer von der Idee des Nahwärmenetzes in Langenaltheim tatsächlich noch nichts mitbekommen haben. Auf der Internetseite der Gemeinde (www.langenaltheim.eu) sind deshalb nun die grundlegenden Fragen zum Nahwärmenetz noch einmal zusammengefasst beantwortet.
Noch bestehe die Möglichkeit, um in die konkrete Planungsphase einsteigen zu können, betonte der Bürgermeister. Doch die Zeit drängt. Die Planungen laufen inzwischen seit etwa einem Jahr. Die Mitglieder des Arbeitskreises haben in dieser Zeit über 1 000 ehrenamtliche Arbeitsstunden in das Projekt gesteckt. Unterstützt werden sie dabei von der Firma Enerpipe aus Hilpoltstein.
Basis des Nahwärmenetzes ist die Biogasanlage der Naturenergie LA GbR (dahinter stehen die Familien Obernöder und Schwarz), die derzeit nahe der Staatsstraße 2217, etwa 200 Meter östlich der Ortsgrenze von Langenaltheim entsteht. Bis Jahresende soll sie laufen. Die Anlage wird eine Leistung von 365 Kilowattstunden Strom haben. Zudem entstehen 330 Kilowatt Wärme fürs Nahwärmenetz.
Das wird aber aufs Jahr gesehen nur etwa 30 Prozent des Bedarfs decken. Deshalb ist ein zusätzliches Hackschnitzelheizwerk erforderlich, das im Bereich der alten Kläranlage entstehen soll. Die Investitionskosten werden bei grob 3,5 Millionen Euro liegen. Es wird aber Zuschüsse geben. Für Bürgermeister Maderer ist eine solche Hackschnitzelheizung eine gute Gelegenheit, um Wertschöpfung vor Ort zu halten. Die Gemeinde will hier mit der Forstbetriebsgemeinschaft Franken Süd zusammenarbeiten.
Rund 220 Haushalte haben grundsätzlich Interesse für einen Anschluss angemeldet, sagte Bürgermeister Alfred Madererer. Je mehr es sind, desto billiger wird es. Nach den jüngsten Berechnungen ergeben sich knapp 8,9 Cent je Kilowattstunde. Der Rathauschef hofft, dass die Ausschreibungen für die Erdarbeiten noch vor Weihnachten erfolgen können. Idealerweise sollen direkt nach dem Winter die Bagger anrücken.
Bei einem Nahwärmenetz braucht der einzelne Haushalt keine eigene Heizung mehr. Die Wärme kommt aus der Biogasanlage und dem Hackschitzelheizwerk. Über eigens verlegte Leitungen kommt das heiße Wasser in die Gebäude. Im Unterschied zu Fernwärme wird Nahwärme in kleineren Einheiten dezentral realisiert. Vorteile sind die Unabhängigkeit von steigenden Preisen für Erdgas oder Erdöl sowie deren Lieferanten, die vor Ort bleibende Wertschöpfung. Dagegen sprechen hingegen hohe Anfangsinvestitionen und die Tatsache, dass das System nur funktioniert, wenn ein relativ hoher Anteil der Hauseigentümer mitmacht.