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Neben den beiden hiesigen Tourismusregionen beteiligen sich noch weitere Gebiete an dem Stromtreter-Projekt: Hallertau, Neuburg/Donau, Pfaffenhofen, Ingolstadt und das Romantische Franken. Federführend sind aber der Naturpark und das Seenland. Dementsprechend ist in diesen beiden Urlaubsgebieten die Zahl der Teilnehmer bereits besonders hoch. Von den insgesamt 194 Ladepunkten finden sich 80 im Naturpark und 36 im Seenland. Auch bei den Service- und Verleihstationen ist die Verteilung ähnlich: Von insgesamt 36 sind 20 im Naturpark und fünf im Seenland. Und bei den insgesamt 19 mitziehenden Händlern ist die Dominanz noch deutlicher: 14 im Naturpark, drei im Seenland.
Diese Zahlen hat nun Hans-Dieter Niederprüm, der Geschäftsführer des Tourismusverbandes Fränkisches Seenland, auf Nachfrage unserer Zeitung mitgeteilt. Der gesamte Bereich E-Mobilität „läuft hervorragend“, hatte er zuvor bei der Mitgliederversammlung des Tourismusverbandes geschwärmt.
E-Bikes gelten gemeinhin als ganz großer Wachstumsmarkt. Eine Million solcher Räder wollen die Hersteller künftig pro Jahr verkaufen. Die Fahrräder mit Motorunterstützung sind nicht nur für Senioren eine Erleichterung, sie ermöglichen es auch weniger trainierten Gruppen, schwierigere Strecken anzugehen. Bislang ist der Altmühltal-Radweg mit seinem leichten Gefälle der Hit bei den Radlern in der Region. 70000 Nutzer hat der Weg bei einer Zählung im Jahr 2010 gefunden, hat Naturpark-Geschäftsführer Christoph Würflein bei der ersten Vorstellung des Stromtreter-Projekts ausgeführt. Auf dem Limes-Radweg, der viele Steigungen aufweist, waren es bedeutend weniger. Würflein: „Bei uns sind die sogenannten Genussfahrer überproportional stark vertreten. Nur zehn der Prozent der Radler sind bereit, Steigungen in Kauf zu nehmen.“ Stromtreter soll mit dazu beitragen, dass auch die schwierigeren Strecken besser genutzt werden. Besonders wichtig ist hierbei natürlich ein dichtes Netz an Ladepunkten. Denn ein E-Bike mit leerem Akku macht nun einmal keinen Spaß. Hier ist vor allem die Gastronomie gefordert, die sozusagen gleichzeitig Radfahrer und Fahrrad bei einer Brotzeitpause aufladen soll. Mit fast 200 Ladepunkten in der gesamten Region ist bereits ein ordentlich dichtes Netz geschaffen.
Doch die Stromtreter-Initiative ist nicht das einzige Projekt, mit dem das Fränkische Seenland im kommenden Jahr neue Gäste anlocken will. Eine kleine, aber nicht zu verachtende Initiative ist eine Motorradkarte für die Region. Wobei die Touristiker in erster Linie den gutsituierten Mann mittleren Alters ansprechen wollen. „Das wird etwas für Genießer“, versprach Niederprüm bei der Versammlung in Wassertrüdingen.
Das Jahresthema 2012 wird „Geheimnisvolles Seenland“ lauten, verkündete der Geschäftsführer. Er hofft, dass er das Wasserwirtschaftsamt wieder dazu bringen kann, die Kontrollgänge im Damm des Brombachsees für Führungen zu öffnen. „Das würde da gut passen.“ Einige weitere Ideen gibt es schon, der Tourismusfachmann ist aber für weitere Anregungen offen.
Einen Schub für die Region erhofft sich Niederprüm auch von einem ganz speziellen Messeauftritt. Das Fränkische Seenland wird im November 2012 Partner der Messe Leipzig. Als solcher steht die hiesige Urlaubsdestination auf allen Plakaten und Eintrittskarten und bekommt den prominenten Werbeplatz in der zentralen Glashalle. Alle Besucher, die durch den Messe-Haupteingang kommen, strömen damit unweigerlich an den Seenland-Ständen vorbei. Niederprüm: „Ich denke, das ist eine gute Sache.“ Auch der stellvertretende Tourismusverbandsvorsitzende Herbert Eckstein ist begeistert: „Diese Messehalle, die wir da kriegen, ist echt stark.“ Niederprüm schwebt vor, dort einen fränkischen Biergarten aufzubauen. Zurzeit laufen die Verhandlungen mit den Caterern. Vorstellen kann er sich auch, einen mobilen Hochseilgarten mit nach Leipzig zu nehmen.