|
Anmeldung
Diese Funktion steht nur registrierten Usern zur Verfügung.
Loggen Sie sich bitte hier ein oder registrieren Sie sich kostenlos! |
![]() |
Passwort vergessen
Wenn Sie Ihr Passwort vergessen haben können Sie hier ein neues Passwort anfordern. Geben Sie bitte hierzu Ihre E-Mail-Adresse ein!
|
Der Präsident des bayerischen und des deutschen Bauernverbands wurde in der mit rund 400 Gästen gut gefüllten Mehrzweckhalle in Dittenheim am Freitagabend standesgemäß begrüßt. Die Jugendkapelle Gunzenhausen spielte den Bayerischen Defiliermarsch, als Sonnleitner zusammen mit den Bauernverbandsfunktionären in die Halle einzog.
Im Anschluss stimmte der Landfrauenchor das Frankenlied an, dessen dritte Strophe irgendwie überhaupt nicht passen wollte zu dem diesjährigen Motto des Bauern- und Landjugendtages „Gemeinsam stark die Zukunft gestalten“. Denn dort heißt es bekanntlich: „Wie gerne wär ich mitgewallt, Ihr Pfarr wollt mich nicht haben. So muss ich seitwärts durch den Wald als räudig Schäflein traben.“
Da klangen Fritz Rottenbergers Grußworte schon weitaus positiver. Der Kreisobmann erinnerte die Versammelten, dass der Bayerische Bauernverband (BBV) noch immer ein moderner und verlässlicher Anwalt für alle landwirtschaftlichen Interessen sei: „Wir sind nur gemeinsam stark.“ Nach einer von Dr. Thomas Rex moderierten Runde mit Gerhard Wägemann, Robert Westphal und Rainer Erdel über die Zukunft der Landwirtschaft (Bericht folgt) schilderte Sonnleitner seinen Einsatz für die Bauern in Brüssel, Berlin, und Bayern. „Punkten können wir in der politischen Diskussion dann, wenn wir im Berufsstand geschlossen an einem Strang ziehen“, zeigte sich auch er überzeugt.
Auch für die Landwirte in Weißenburg-Gunzenhausen würden derzeit in Brüssel wichtige Weichen gestellt. Bei den Verhandlungen über die EU-Agrarpolitik nach 2013 gehe es um viel. Denn allein die EU-Direktzahlungen als Ausgleich für die hohen europäischen Standards und die öffentlichen Leistungen der Bauern machten im Schnitt rund 40 Prozent der landwirtschaftlichen Einkommen aus. Gerade in schwierigen Zeiten wirkten sie deshalb stabilisierend auf die Betriebe.
Trotz der mehrfach geäußerten Kritik an den Plänen des EU-Agar-kommissars Ciolos dürfe man nicht alles schlechtreden, sagte Sonnleitner, um dann aber erst einmal ein paar negative Folgen der geplanten EU-Agrarreform aufzuzählen. So sei es ein Unding, dass die europäischen Bauern über 2600 Einzelauflagen vorgeschrieben bekämen, um überhaupt Ausgleichszahlungen zu erhalten. Wenn auch die Banken so strenge Kriterien hätten erfüllen müssen, dann hätte es keinen Bankencrash gegeben.
Eines von vielen ungeliebten Auflagen ist das sogenannte „Greening“, das vorsieht, dass die Bauern auf einem Teil ihrer Ackerfläche keine Lebens- oder Futtermittel anbauen dürfen. Für den Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen käme dies einer zwangsweisen Stilllegung von rund 2000 Hektar wertvollen Ackerlands gleich, rechnete Sonnleiter vor. In einer Zeit, in der auf der einen Seite Bioenergie ausgebaut werden solle, auf der anderen Seite aber bereits eine Fläche in der Größe von ganz Niederbayern stillgelegt worden sei, könnten diese Pläne eine echte volkswirtschaftliche Gefährdung sein.
An die Abgeordneten im Saal appellierte er deshalb, sich dafür einzusetzen, dass die Nahrungsmittelproduktion für die Bauern weiterhin „die Nummer 1“ bleibe. Eine Absage erteilte Sonnleitner allen weiteren bürokratischen Hürden für die Bauern: „Unter dem Strich bedeuten die Überlegungen der EU-Kommission für die 1800 Bauernfamilien im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen Kürzungen bei den Ausgleichszahlungen der EU-Agrarpolitik und viele zusätzliche Auflagen und Kontrollen.“
Viel Applaus erntete Sonnleitner mit diesem Satz: „Jeder hat uns versprochen, die Bürokratie abzubauen, aber jeder hat sie stattdessen verdoppelt.“ Insgesamt verbreitete der Bauernpräsident am Ende seiner Rede dann doch recht viel Zuversicht, zumal viele Pläne derzeit noch unausgegoren seien. Insgesamt seien die Preise momentan gut, und in allen Sparten habe sich die Situation verbessert: „Die gewichtete Linie zeigt aufwärts.“
Um das Image der Landwirtschaft in der Öffentlichkeit zu verbessern, warb Sonnleitner dafür, die Hoftore zu öffnen und den Dialog mit den Verbrauchern zu suchen: „Denn die besten Botschafter für die Land- und Forstwirtschaft sind wir Bauern selbst.“
Auch heute noch sei er der Ansicht, für einen Landwirt gebe es keinen besseren Standort als Bayern und Deutschland. „Wir müssen nur an die Zukunft glauben.“ Weil aber nur ein starker Bauernverband die Politik „in die richtige Spur“ bringen könne, bat er abschließend um eine aktive Teilnahme an den Verbandswahlen des BBV, die in diesem Herbst beginnen. Je engagierter und schlagkräftiger das ehrenamtliche Team sei, desto besser könne der BBV die landwirtschaftlichen Betriebe als starker Partner in die Zukunft begleiten (weiterer Bericht folgt).