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Vor einigen Jahren musste die Steinriegelquelle wegen Verunreinigungen als Folge des Steinabbaus geschlossen werden, weil sie nicht mehr zur Trinkwassergewinnung genutzt werden konnte. Die Naturschützer um BN-
Regionalreferenten Tom Konopka und Kreisvorsitzenden Erhard Bendig fürchten das gleiche Schicksal für den Suffersheimer Brunnen, der derzeit den Weißenburger Ortsteil mit Wasser versorgt. Das Wasserwirtschaftsamt Ansbach hat zwar festgestellt, dass das Wasser vom Hohlbeerbuck tatsächlich in Richtung Suffersheim fließt. Die Behörde sieht dennoch keine Gefahr.
Der BN stellte seinen Infoabend unter die Frage: „Soll Suffersheim ein Dorf ohne eigenes Trinkwasser werden?“ Und: „Ist die elementarste Lebensgrundlage unserer Heimat gegen Politik und Steinindustrie noch zu verteidigen?“ Der Saal des Gasthauses Albrecht in Suffersheim war bis auf den letzten Platz gefüllt, wie es in
einer BN-Pressemitteilung heißt.
Regionalreferent Konopka zeigte das Ausmaß des neuen Steinbruchs auf. Er erinnerte daran, wie das Unternehmen Fakten geschaffen habe und beispielsweise Waldflächen roden ließ, während noch juristische Auseinandersetzungen liefen. Konopka kritisierte die vorgeschriebenen Ausgleichsmaßnahmen für den 30 Hektar großen Landschaftseingriff als „viel zu bescheiden“.
Der Vorsitzende der BN-Kreisgruppe, Erhard Bendig, stellte das komplizierte Planungs- und Genehmigungsverfahren dar. Zudem skizzierte er, wie eine langfristige Sicherung der Wasserversorgung Suffersheims aussehen könnte. Dabei ging es um Aspekte wie die öffentliche Wasserwirtschaft, eine eigene dezentrale Trinkwasserversorgung oder auch den Fernwasseranschluss. Für den BN-Vorsitzenden ist es ärgerlich, dass nach seinen Informationen Deutschland die Forderungen der EU-Wasserrahmenrichtlinie nicht erfülle, aber Schadenersatzansprüche kaum ableitbar seien. Nach Bendigs Einschätzung hat der Grundsatz „Gemeinnutz vor Eigennutz“ seine Bedeutung verloren.
In der Diskussion ging es beispielsweise um die Frage, warum ausgerechnet jener Hydrogeologe das Gutachten für das Genehmigungsverfahren erstellte, der schon bei der Steinriegelquelle falschlag. Auch selbstkritische Fragen der Suffersheimer Bürger gab es: Was wussten wir rechtzeitig? Was hätten wir in Erfahrung bringen können?
Diese Fragen führten letztlich zur Feststellung des Vertreters eines Wasserzweckverbandes: Dem Steinabbau Vorrang vor der Trinkwassernutzung einzuräumen, wie das im Entwurf einer Regionalplan-Änderung vorgesehen sei, sei ein sehr ernstes Problem für alle Jura-Kommunen. Der BN sieht noch immer eine Chance, sich zu wehren. Die Suffersheimer rief er zu Unterschriftensammlungen auf. Der Bund Naturschutz selbst ist gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts Ansbach in die Berufung gegangen. Die Zuhörer spendeten dem BN dafür 200 Euro als Beitrag für die Prozesskosten.