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73:68 lautete der Endstand aus Sicht der Gäste. Die Regnitztaler gehören zum großen Bamberger Basketball-Projekt und spielen mit einer Nachwuchsmannschaft mit Toptalenten aus ganz Deutschland in der 1. Regio. Auf dem Parkett standen fast ausschließlich die Spieler der Jahrgänge 1994/95, die vergangene Saison Deutscher Vizemeister in der Nachwuchs-Bundesliga wurden. Trainiert wird das Team von Ulf Schabacker, der für das Match in der Senefelder Halle mit Steven Monse einen Trainingspieler aus dem Bundesliga-Kader der Brose Baskets Bamberg als Verstärkung dabei hatte. „Das war wichtig für uns, denn Steven hat uns Stabilität gegeben“, sagte Schabacker.
„Ihr habt super gespielt“, erkannte Harlander gegenüber seinem Trainerkollegen neidlos an und brachte ihm nach Spielschluss auch gleich noch ein Bierchen mit. Die beiden Coaches kennen und schätzen sich seit vielen Jahren. „Ich kenne den Stephan schon, seit ich ihn einst in der Bayernauswahl trainiert habe“, erzählte Schabacker und hatte viel Lob für die Entwick-lung im Treuchtlinger Basketball parat. „Wir hatten viel Respekt vor dem VfL und vor allem vor der Kulisse und Stimmung hier in der Halle“.
Von dieser Stimmung ließen sich die Regnitztaler Youngsters aber kaum beeindrucken. Vielmehr blieben sie vor rund 600 Zuschauern cool und lagen die meiste Zeit in Führung. „Wir sind fast die ganze Zeit einem Rückstand hinterhergelaufen. Das hat viel Kraft gekostet“, stellte Stephan Harlander fest. Und diese Kraft fehlte dann am Ende einfach, denn durch Verletzungen und Krankheiten wurde die Mannschaft in den vergangenen Wochen immer wieder zurückgeworfen.
Das Team hat dadurch nicht den nötigen Trainings- und Spielrhythmus, im Abschluss fehlt die Sicherheit der ersten Saisonspiele, einige Akteure laufen gewaltig ihrer Form hinterher. Insgesamt stellte sich der Trainer aber schützend vor seine Truppe: „Die Spieler haben ihr Bestes gegeben“, sagte Harlander. Mit der Schiedsrichterleistung war der VfL-Coach „nicht einverstanden“. Die beiden Referees waren aus seiner Sicht aber nicht spielentscheidend, sondern vielmehr die „Qualität von Regnitztal“.
Die erste Hälfte war noch sehr ausgeglichen. 21:20 führte Treuchtlingen nach dem ersten Viertel, 37:35 Regnitztal nach dem zweiten Viertel. Nach dem Seitenwechsel zogen die Gäste dann allerdings auf 47:35 davon und schlossen das dritte Viertel mit 56:46 ab. Die Einheimischen gaben deshalb zwar nicht auf und kämpften sich vor allem durch den nie aufgebenden Sebastian Ferschl (unter anderem zwei „Dreier“ im Schlussviertel) immer wieder heran. Doch insgesamt fehlte es an den nötigen Reserven, um den Rückstand in den letzten zehn Minuten noch wett zu machen.
Sein Debüt im Treuchtlinger Trikot gab der frühere Bundesliga-Spieler Klaus Pilling, der in den beiden ersten Vierteln knapp acht Minuten spielte und mit zwei Assists andeutete, dass er der personell gebeutelten VfL-Truppe nicht nur im Training helfen kann. Erfolgreichster Korbjäger aufseiten der Gastgeber war diesmal der wiedergenesene Volker Lang mit 24 Punkten. Nach mehrwöchiger Verletzungspause war zudem Florens Remmele erstmals wieder im Einsatz. Er erhielt einen Sonderapplaus für einen „blind“ gespielten Zauberpass, den Lang schließlich verwertete. Bei den Gästen ragte Dino Dizdarevic mit 31 Zählern heraus.
Die vier Niederlagen in Folge wollen die Treuchtlinger nun so schnell wie möglich abhaken. „Jammern hilft nicht“, sagte Harlander und gab die Marschrichtung vor: „Wir müssen in den kommenden zwei Wochen vor allem im Training weiterarbeiten, damit wir wieder die Kompaktheit der ersten sechs Saisonspiele erlangen und unseren Rhythmus wieder finden“. Nächsten Sonntag geht die Reise für die VfL-Baskets nach Baunach, am Samstag, 3. Dezember, ist der USC Leipzig II in der Senefelder Halle zu Gast – weitere Schlüsselspiele also für die Treuchtlinger.
VfL Treuchtlingen: Volker Lang (24 Punkte, 6 Rebounds), Stefan Schmoll (22 Punkte, 6 Rebounds), Sebastian Ferschl (12 Punkte, 2 Dreier, 3 Assists), Fabian Ferschl (4 Punkte), Florens Remmele (2), Nicolas Hirschmann (2), Claudio Huhn (2), Klaus Pilling, Arne Stecher, Jakob Reichardt, Carsten Seebeerger und Martin Donaubauer.
Regnitztal Baskets (Topwerte): Dino Dizdarevic (31 Punkte, 5 Dreier), Steven Monse (11 Punkte, 3 Dreier, 3 Assists), Lucas Wagner (10 Punkte, 8 Rebounds).
Schiedsrichter: Patrick Richter und Boris Lupse; Zuschauer: 600.