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Derzeit „jagt eine Sitzung die andere“, so der oberste Brandschützer Altmühlfrankens in der Solahalle. Es hätten sich schon diverse Projektgruppen gegründet, um „diese Riesenaufgabe“ bewältigen zu können. Der Regierungsbezirk müsse nun in vielen Dingen Versuchskaninchen spielen, so Kastner. Aber am Digitalfunk selbst führe kein Weg vorbei. Deswegen empfahl der Kreisbrandrat die Teilnahme am erweiterten Probebetrieb, der bereits im Juni 2013 starten soll.
Zu Jahresbeginn 2014 erfolgt dann die offizielle Einführung in ganz Mittelfranken. Die Zeit für eine Entscheidung drängt. Denn der Vertrag zur Beteiligung am Probebetrieb soll in den nächsten fünf Wochen unterschrieben sein. Kastner: „Für mich gibt es hier nur eine Entscheidung: Wir müssen daran teilnehmen – ohne wenn und aber!“ Die Ausbildung an den neuen Geräten soll durch die Feuerwehrler selbst erfolgen. Einige von ihnen werden eine Schulung durchlaufen und dann als Multiplikatoren die eigenen Kollegen unterweisen.
So erklärte es an der Versammlung Kreisbrandmeister Robert Lumpe, seines Zeichens Funksachbearbeiter. Vor allem Kameraden der größeren Wehren sollten sich hier beteiligen. Die neuen Digitalfunkgeräte „haben mehr mit Handys gemeinsam als mit ihren Vorgängern“, sagte Lumpe. Die Bereitschaft zu solchen Bildungsmaßnahmen ist im Landkreis nach wie vor groß, wie Kastner würdigend erwähnte. Auch die überregionalen Feuerwehrschulen würden gerne besucht – allerdings mangele es hier an Lehrkräften. Zwar seien nun 25 zusätzliche Stellen genehmigt, leider aber werde es einige Jahre dauern, bis sich dies auch auf den Schulungsbetrieb auswirke. „Hier hat man zu spät gehandelt, obwohl die Tatsachen bekannt waren“, bedauerte der KBR.
Im Landkreis selbst jedoch haben sich Angebot und Nachfrage in Sachen Fortbildung seinen Worten zufolge auf gutem Niveau eingependelt. Indiz dafür ist auch der Zustand der Wehren selbst. So hätten die diesjährigen Inspektionen Anlass zur Zufriedenheit gegeben. Um die Einsatzfähigkeit weiterhin auf Höchststand zu halten, nahmen die Wehren auch 2011 an der bayernweiten Feuerwehraktionswoche teil. Bei 24 Übungen im Landkreis waren dabei mehr als 1600 Kameraden und über 100 Löschfahrzeuge im Einsatz. Generell soll das, was die Feuerwehrmänner tagtäglich leisten, in ganz Bayern verstärkt in die Öffentlichkeit getragen werden – auch um damit die Werbetrommel in Sachen Jugendarbeit zu rühren.
Der Landesfeuerwehrverband betreibt derzeit eine Imagekampagne, an der man sich auch im Landkreis beteiligen solle. Und zwar nicht nur seitens der Wehren. Bald etwa werde im Raum Weißenburg ein Linienbus mit aufgeklebter Feuerwehrwerbung auf den Straßen zu sehen sein. Kastner nutzte seine Rede nicht nur, um diverse Aufrufe zu starten. Sondern auch, um sich bei den Kameraden zu bedanken. Bei den vielen Einsätzen mit Brandlöschung, technischer Hilfeleistung und bei Verkehrsunfällen „gab es keinerlei Probleme – hierfür meinen Respekt und meine Anerkennung“.
Diese wurde den Feuerwehrlern auch von den Grußwortrednern in der Solahalle zuteil. Beispielsweise von Landratstellvertreter Peter Krauß, der die hohe Sachkompetenz in den Landkreiswehren, und deren Einsatz für das Allgemeinwohl würdigte. „Ihre Bereitschaft ist unser Ruhekissen“, brachte sein Lob der Solnhofener Bürgermeister Manfred Schneider auf den Punkt. Sehr erleichtert über die gute Zusammenarbeit zeigte sich der Leiter der Treuchtlinger Polizeiinspektion Dieter Meyer. Denn diese könne „mit der eigenen Personalausstattung nicht viel ausrichten“, sagte er offen. Zum Glück aber „können wir uns zu Hundert Prozent auf unsere Feuerwehren verlassen!“.
Zum krönenden Abschluss der Veranstaltung übergab Werner Kastner schließlich erneut fünf mobile Rauchverschlüsse an Landkreiswehren mit Atemschutz. Jene Geräte zur Rauchfreihaltung von Rettungswegen werden von der Versicherungskammer Bayern gesponsert und vom Landesfeuerwehrverband ausgegeben. An der diesmaligen Versammlung konnten sich die Wehren aus Cronheim, Hechlingen, Langenaltheim, Pfofeld und Wald über die Aufrüstung freuen.