Donnerstag, 21.03.2019

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Windenergie: Huber will Konflikte mit Naturschützern vermeiden

Etwa zwei Prozent der Fläche Bayerns sind besonders gut für Windräder geeignet - 28.05.2012 09:43 Uhr

Der bayerische Umweltminister Marcel Huber strebt viele kleine Windparks an. © Andreas Gebert/dpa


Beim Ausbau der Windenergie will die Bayerische Staatsregierung Konflikte mit Naturschützern vermeiden. „Bayern wird auf keinen Fall verspargelt wie die Mitte Deutschlands“, sagte Umweltminister Marcel Huber (CSU).

Windparks mit Dutzenden aneinandergereihten Anlagen wie im Landkreis Hof sollten die Ausnahme bleiben. In Bayern werden bis 2021 zusätzlich etwa 1500 Windräder benötigt, um den angestrebten Anteil der Windenergie von zehn Prozent des bayerischen Strombedarfs zu decken. „Wir bräuchten etwa 300 Standorte in Bayern mit jeweils fünf Windrädern, um die erforderliche Menge zu erreichen“, erläuterte Huber.

In einem ersten Schritt sollen Gebiete ausgewählt werden, in denen die wenigsten Konflikte zu erwarten sind. „Diese sind nach bayernweit einheitlichen Kriterien aus Sicht von Natur- und Immissionsschutz die geeignetsten Standorte für die Errichtung von Windkraftanlagen“, betonte Huber. Erst wenn dann noch immer Bedarf bestehe, würden auch Landschaftsschutzgebiete ins Auge gefasst.

Im Bayerischen Wald wird kein Windrad stehen

Ein Pilotprojekt soll aktuell eine naturverträgliche Errichtung von Windkraftanlagen im Naturpark Altmühltal westlich von Regensburg prüfen. Nur eine Region ist derzeit sicher vor Windrädern: „Im Nationalpark Bayerischer Wald wird kein Windrad stehen.“ Das Ministerium hat die möglichen Standorte im Internet veröffentlicht (http://www.energieatlas.bayern.de/kommunen/gebietskulisse.html).

Demnach sind etwa zwei Prozent der Fläche Bayerns besonders gut für Windräder geeignet. Die Voraussetzungen sind eine mittlere Windgeschwindigkeit von 4,5 Metern pro Sekunde sowie ein Mindestabstand von 300 bis 800 Metern zu Wohngebieten. Die Energiewende werde zwar von der Bevölkerung mitgetragen. Doch wenn die Konsequenzen den Einzelnen träfen, kühle die Begeisterung schnell ab. „Bedenken werden gegen alle Energieformen, ob Wind, Wasser, Sonne oder Biomasse vorgebracht.“

Daher sei ein breiter Mix regenerativer Energien wichtig. Huber befürwortet außerdem eine Beteiligung der Bürger bei dem Betrieb der Windanlagen über Energiegenossenschaften. „Die Akzeptanz steigt, wenn die Bevölkerung eine Beziehung zur Energiegewinnungsanlage aufbaut“, sagte Huber. Das Ministerium werde demnächst ein Förderprogramm für die Errichtung von Bürgeranlagen und kommunalen Anlagen auflegen. 

lby

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