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Würzburg: Iraner wieder im Hungerstreik

Asylbewerber kritisieren lange Bearbeitungszeit bei den Behörden - 30.04.2012 15:25 Uhr

WÜRZBURG  - Die Behörden sind ihnen nicht schnell genug: Weil asylsuchende Iraner noch immer keine Post vom Bundesamt für Flüchtlinge bekommen haben, trinken sie seit Montag nur noch Wasser. Ihr Hungerstreik in Würzburg geht damit in die zweite Runde. Das Amt sieht sich im Zeitplan.

Es geht von vorne los: In der Würzburger Innenstadt sind Asylbewerber erneut in einen Hungerstreik getreten.
Es geht von vorne los: In der Würzburger Innenstadt sind Asylbewerber erneut in einen Hungerstreik getreten.
Foto: dpa
Es geht von vorne los: In der Würzburger Innenstadt sind Asylbewerber erneut in einen Hungerstreik getreten.
Es geht von vorne los: In der Würzburger Innenstadt sind Asylbewerber erneut in einen Hungerstreik getreten.
Foto: dpa

Die seit sechs Wochen in der Würzburger Innenstadt protestierenden Asylbewerber sind erneut in Hungerstreik getreten. Die zehn Iraner kritisierten, dass das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge in Nürnberg ihre Asylanträge bislang noch nicht abschließend bearbeitet habe, teilten die Flüchtlinge am Montag mit. Dem Bundesamt zufolge waren bis Montag acht Anträge eingegangen.

Über fünf davon werde das Amt entscheiden, drei seien beim Verwaltungsgericht anhängig. Zum Stand wollte der Sprecher nichts sagen – die Asylbewerber sollten den Ausgang ihres Verfahrens vom Bundesamt und nicht über die Medien erfahren. Die Männer campieren seit dem 19. März in der Würzburger Innenstadt.

Schon zu Beginn des Protests hatten sie zwei Wochen lang keine feste Nahrung zu sich genommen, den Hungerstreik dann aber ausgesetzt. Mit der Dauerkundgebung wollen sie erreichen, als politisch Verfolgte anerkannt zu werden. Zudem kritisieren sie die bestehenden Asylgesetze und bezeichnen die Bedingungen für Asylsuchende als „menschenverachtend“. Die Anträge der zehn Männer sollten nach einem Gespräch mit dem Bundesamt anhand neuer Fakten erneut geprüft werden.

Ein Mann ist seitdem bereits als politischer Flüchtling anerkannt worden. Aus Sicht der Flüchtlinge ist die versprochene Frist von zwei bis drei Wochen für die Prüfung der Anträge nun abgelaufen. Ein Sprecher des Bundesamtes wies dagegen darauf hin, dass die Frist nicht mit dem Runden Tisch im Würzburger Rathaus begonnen habe, sondern mit dem Eingang der Schreiben in Nürnberg.

Die Stadt Würzburg hat die Protestveranstaltung noch bis zum 14. Mai genehmigt. Möglicherweise müssten jedoch die Auflagen verändert werden, damit die medizinische Versorgung der Männer gewährleistet bleibe, sagte ein Stadtsprecher. 

dpa


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